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Soziologische Revue 46 (2023), 1

Der Plan, alle Besprechungsformen, die wir in der Soziologischen Revue nutzen, einmal in einem Editorial zu beleuchten, führt mich in dieser Ausgabe zur Besprechungsform der Doppelbesprechung. In den Hinweisen für Rezensent:innen wird die Doppelbesprechung folgendermaßen charakterisiert: „Es geht darum, die Besprechungen von zwei Büchern miteinander zu verzahnen und aufeinander zu beziehen. Zu Beginn sollte dafür kurz eine übergreifende Perspektive skizziert und zum Schluss ein knappes Resümee formuliert werden.“ Diese Beschreibung platziert die Doppelbesprechung irgendwo zwischen der Einzelbesprechung und der Sammelbesprechung. Wie bei der Einzelbesprechung liegt der Schwerpunkt auf der Besprechung einzelner Bücher. Im Fall der Doppelbesprechung sollen jedoch zwei solche Besprechungen aufeinander bezogen werden. In dieser Hinsicht weist die Doppelbesprechung Ähnlichkeiten mit der Sammelbesprechung auf. Die Sammelbesprechung soll einen Überblick über thematisch zusammengehörige Bücher geben und auf diese Weise Entwicklungen und Problemlagen der jeweiligen soziologischen Forschungsfelder darstellen und kritisch diskutieren. Der Stand der Forschung in dem betreffenden Forschungsfeld, der durch die besprochenen Bücher repräsentiert wird, steht hier im Vordergrund und nicht die einzelnen Bücher. Deshalb heißt es in den Hinweisen für Sammelbesprechungen auch ausdrücklich, dass es nicht um eine Aneinanderreihung mehrerer Einzelbesprechungen geht. Bei der Doppelbesprechung stehen im Gegensatz dazu zwar die beiden besprochenen Bücher durchaus im Vordergrund. Eine Aneinanderreihung soll es aber auch hier nicht werden. Die beiden Bücher sollen vielmehr unter einer übergeordneten Perspektive aufeinander bezogen werden. Dabei ist zunächst offen, also von der Besprechungsform selbst nicht vorgegeben, worin diese übergeordnete Perspektive besteht.

INHALT

Editorial
Ingo Schulz-Schaeffer

Symposium

Ein ungleichheitssoziologischer Blick auf „Die Doppelte Spaltung Europas“
Nikola Tietze

Die Soziologisierung europäischer Ungleichheiten
Stefanie Börner

Auf der Suche nach der ostdeutschen Identität
Heinrich Best

Natur, Mensch und Gesellschaft im Anthropozän. Auf dem Weg zu einer mehr-als-menschlichen Soziologie?Josef Barla

Herrschaft: Wiedergewinnung einer verlorenen Kategorie der Arbeit
Stephan Voswinkel

Silke Van Dyk / Tine Haubner, Community-Kapitalismus.
Michael Opielka

Rainer Bohn, Marxistisches Denken: Philosophie – Gesellschaftsgeschichte – Ökonomie.
Lukas Meisner, Theresa Walter

Madlen Preuß, Elias’ Etablierte und Außenseiter: Eine quantitativ-empirische Modellierung am Beispiel der deutschen Migrationsgesellschaft.
Johannes Ebner

Jan Sparsam, Der Einfluss der Wirtschaftswissenschaft auf Wirtschaftspolitik und Ökonomie.
Jens Maeße

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