Zeitschrift | Ausgabe
Zeitschrift für Diskursforschung/Journal for Discourse Studies (ZfD) 10 (2022), 2
Sonderausgabe zum zehnjährigen Jubiläum/Special Issue for the Tenth Anniversary
Sehr geehrte Leser:innen,
mit dem vorliegenden Heft feiern wir das zehnjährige Jubiläum der Zeitschrift für Diskursforschung. Für eine Neugründung ist das eine – wie wir meinen – stolze und beruhigende Anzahl an Jahren: Die Zeitschrift hat ihren Platz gefunden, und die stetig steigende Zahl von Manuskripteinreichungen belegt in erfreulicher Weise ihre breite Resonanz – auch wenn zehn Jahre ja noch Jugendjahre sind, im Verhältnis etwa zu den vierzig Jahren der KulturRevolution, der wir auf diesem Wege unsere herzlichsten Geburtstagswünsche überbringen.
Wir haben uns bei dieser Ausgabe für ein besonderes Format entschieden – kürzere Beiträge in vielfältigen Formen (einschließlich Essays), die sich auf aktuelle Herausforderungen der Diskursforschung konzentrieren, dabei weniger abgeschlossene Forschungen vorstellen, als vielmehr Anregungen geben, Wege aufzeigen, Fragen aufwerfen, welche die Diskursforschung – gleich welcher disziplinären Prägung – in den kommenden zehn Jahren beschäftigen können und vielleicht auch werden. Es freut uns außerordentlich, dass zahlreiche Kolleg:innen aus der Diskurslinguistik, der Kritischen Diskursanalyse und der Sozialwissenschaftlichen Diskursforschung zu dem Heft beigetragen haben, damit auch ihre Unterstützung der Zeitschrift zum Ausdruck bringen und Ihnen beim Lesen die Möglichkeit eröffnen, die Verbindungen und Unterschiede von Perspektiven, Ideen, Themen und aktuellen Fragestellungen in den ganz unterschiedlichen Zusammenhängen der Diskursforschung für sich zu erschließen und zusammenzudenken.
Wir haben uns entschlossen, dieses Editorial sehr kurz zu halten – die Ausgabe ist ohnehin umfangreich genug, und wir laden Sie herzlich ein, sich die Zeit für alle Beiträge zu nehmen. Die nachfolgenden Beiträge dieser Jubiläumsausgabe sind in die vier Teile Grundlagen, Forschungsüberblicke und einzelne Ansätze, Exemplarische Anwendungen und Diagnosen – Diskussionen – Perspektiven gegliedert und innerhalb dieser Teile alphabetisch sortiert.
Die hier verbleibenden Zeilen möchten wir für folgende Danksagungen nutzen: Unser Dank gilt zunächst und zuallererst Frank Engelhardt und seinem Vertrauen in unser Vorhaben, das er zusammen mit dem Verlagsteam von Beltz Juventa vor mehr als zehn Jahren nicht nur überhaupt ermöglicht, sondern auch über all die Jahre hinweg hochgradig unterstützend begleitet hat. Unser Dank gilt unserem Beirat und unseren Reviewer:innen, die seit langem der Zeitschrift mit Rat und Tat zur Seite stehen und für ihre Verbreitung und Profilierung große Bedeutung haben. Unser Dank gilt weiterhin unseren Autor:innen für ihre Beiträge, ohne die eine Zeitschrift selbstredend ein schnelles Ende finden würde, wobei sich dieser Dank auch auf all jene erstreckt, deren Beiträge es im Rahmen des Reviewprozesses aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht in die Druckausgabe geschafft haben – diese Erfahrung haben wir sicherlich alle schon gemacht. Wir hoffen, sie sind dadurch nicht entmutigt. Unser Dank gilt den Kolleg:innen, die das eine oder andere Schwerpunktheft konzipiert und als Gastherausgeber:innen übernommen haben – eine insgesamt überaus erfreuliche Erfahrung von Zusammenarbeit, auch über Disziplingrenzen hinweg. Unser Dank gilt unseren Leser:innen, die mit ihrem Interesse die Zeitschrift begleiten, nutzen und als Ort des Austausches und der Verständigung über die Theorie, Methodologie und Empirie der Diskursforschung lebendig halten. Unser Dank gilt schließlich nicht zuletzt unserem – während der zehn Jahre in wechselnder Besetzung – hervorragend arbeitenden Redaktionsteam, in den letzten Jahren damit insbesondere Amira Malik und Moritz Hillebrecht. Und natürlich unserem verstorbenen Freund Saša Bosančić, der uns für viel zu kurze Zeit begleitet hat.
Wir freuen uns auf die kommenden Hefte, auf die zukünftigen Einsendungen und vor allem auf den weiteren inhaltlichen Austausch zur Diskursforschung mit hoffentlich vielen spannenden Diskussionen in und zwischen den Disziplinen.
Mit herzlichen Grüßen, Ihre Herausgeber
Reiner Keller, Werner Schneider, Wolf Schünemann und Willy Viehöver
Dear Readers,
This issue celebrates the tenth anniversary of the Journal for Discourse Studies. For a newly established journal, this is – we believe – a proud and reassuring number of years: The journal has found its place, and the steadily increasing number of manuscript submissions is gratifying evidence of its broad resonance – even if at 10 years old it is still juvenile in comparison to the fortieth anniversary of KulturRevolution, to which we would like to extend our warmest birthday wishes.
We have decided on a special format for this issue – shorter contributions in a variety of forms (including essays) that focus on current challenges in discourse studies, not so much presenting completed research as offering suggestions, pointing out paths, and raising questions that can and perhaps will preoccupy discourse studies – of whatever discipline – in the coming ten years. We are extremely pleased that numerous colleagues from discourse linguistics, critical discourse analysis, and social science discourse research have contributed to the issue, thereby also expressing their support for the journal and providing you, as you read, with the possibility of tapping into and reflecting on the connections and differences of perspectives, ideas, themes and current issues in the very different contexts of discourse research.
We have decided to keep this editorial very short – the issue is extensive enough anyway, and we invite you to take the time to read all the contributions. The following contributions of this anniversary issue are divided into four parts: Fundamentals, Research Overviews and Specific Approaches, Exemplary Applications and Diagnoses – Discussions – Perspectives and are sorted alphabetically within these parts.
We would like to use the remaining lines here for the following acknowledgements: First and foremost, our thanks go to Frank Engelhardt and his trust in our project, which he, together with the publishing team of Beltz Juventa, not only made possible in the first place more than ten years ago but has also been highly supportive of over all these years. Our thanks go to our scientific board and our reviewers, who have long provided the journal with advice and support and have been of great importance for its dissemination and profile. We would also like to thank our authors for their contributions, without which a journal would of course come to a quick end, and these thanks also extend to all those whose contributions did not make it through the review process for very different reasons – we have certainly all had this experience. We hope they are not discouraged by this. Our thanks go to the colleagues who conceptualised and planned one or the other special issue as guest editors – an altogether extremely gratifying experience of cooperation, also across disciplinary boundaries. Our thanks go to our readers, who accompany the journal with their interest, use it and keep it alive as a place of exchange and understanding about the theory, methodology, and empirics of discourse research. Last but not least, we would like to thank our editorial team, which has – in an alternating lineup – worked excellently over the past ten years, in particular Amira Malik and Moritz Hillebrecht. And of course to our late friend Saša Bosančić, who accompanied us for far too short a time.
We are looking forward to the coming issues, future submissions, and the continued exchange of ideas on discourse research with hopefully many exciting discussions within and between the disciplines.
With best regards, your editors
Reiner Keller, Werner Schneider, Wolf Schünemann and Willy Viehöver
Reiner Keller/Werner Schneider/Wolf Schünemann/Willy Viehöver: Editorial
Seiten: 124 - 126
Teil A Grundlagen/Part A Fundamentals
Christian Bär: Zwischen Diskurs und Ästhetik – Aspekte vor einem diskurslinguistischen Hintergrund
Seiten: 128 - 136
Dietrich Busse: Diskursanalyse als Wissensanalyse – aus der Perspektive einer linguistischen Epistemologie
Seiten: 137 - 147
Benno Herzog: Kritik in der Diskursforschung
Seiten: 148 - 154
Linda Maack/Inga Truschkat: Diskurs und Organisation – Theoretische Reflexionen eines rekursiven Verhältnisses
Seiten: 155 - 164
Boris Traue/Lena Schürmann/Lisa Pfahl: Beyond Negative Humanism. Subjectivation, the Lived Body and Human Rights
Seiten: 165 - 175
Ingo H. Warnke: Mythos Zuhören – Bemerkungen zur Diskursphänomenologie gerichteter Aufmerksamkeit
Seiten: 176 - 182
Teil B Forschungsüberblicke und einzelne Ansätze/Part B Research Overviews and Specific Approaches
Robert Aust/Arne Böker/Anne Mielke: Hochschule und Wissenschaft aus diskursanalytischer Perspektive: Eine Einladung
Seiten: 184 - 194
Noah Bubenhofer: Corpus Linguistics in Discourse Analysis: No Bodies and no Practices?
Seiten: 195 - 204
Adele E. Clarke: Including Visual Discourse Materials in Situational Analysis Research
Seiten: 205 - 216
Rainer Diaz-Bone: What difference does Foucault’s discourse analysis make? Why discourse analysis needs to be based on the concepts of historical epistemology
Seiten: 217 - 226
Dinah K. Leschzyk: Digitalisierung – Daten – Deutungen. 15 Jahre Diskursforschung aus romanistisch-linguistischer Perspektive
Seiten: 227 - 234
Marcus Müller: Von methodischen Standards und kontroversen Diskursen: Zum Stand der digitalen Diskurslinguistik
Seiten: 235 - 244
Peter Stücheli-Herlach/Philipp Dreesen/Julia Krasselt: Öffentliche Diskurse modellieren und simulieren. Wege der transdisziplinären Diskurslinguistik
Seiten: 245 - 256
Ruth Wodak: (Kritische) Diskursforschung: Ansätze, Missverständnisse und neue Fragestellungen
Seiten: 257 - 264
Teil C Exemplarische Anwendungen/Part C Exemplary Applications
Maria Becker/Ekkehard Felder: Moralisierung zwischen den Zeilen: Auf den Spuren einer kommunikativen Praktik
Seiten: 266 - 276
Moritz Hillebrecht: Zwischen Sorgearbeit und Care. Spezialdiskursive Problematisierungen spätmoderner Sorgeordnungen
Seiten: 277 - 287
Anders Horsbøl: Discourse and the Environment: Complexity, Conflicts, and Crises
Seiten: 288 - 295
Heidrun Kämper: Sprachliche Umbrüche und Diskurs. Gedanken zu ihrer Analyse
Seiten: 296 - 306
Amira Malik: Sind Wissenschafts- und Meinungsfreiheit in Gefahr? Kämpfe um die Grenzen des Sagbaren als Gegenstand der Diskursforschung
Seiten: 307 - 317
Sabine Pfleger: Diskurs- und Identitätsforschung im Spannungsfeld von epistemologischer und methodologischer Lokalität und Translokalität
Seiten: 318 - 325
Dennis Puorideme: SKAD analysis of development intervention in contemporary African society: reflecting on current and future challenges
Seiten: 326 - 338
Felix Schilk: Metapolitics as Programmatic Storytelling. New Right Discourses as a Challenge for Discourse Research
Seiten: 339 - 347
Teil D Diagnosen – Diskussionen – Perspektiven/Part D Diagnoses – Discussions – Perspectives
Johannes Angermuller: Postfaktischer Diskurs und Wahrheit
Seiten: 349 - 357
Marlon Barbehön/Sybille Münch: The politics of narrative (research): A »success story«
Seiten: 358 - 365
Inka Bormann/Pavla Schäfer: Vertrauensdiskurse. Überlegungen zu Vertrauen als Interpretationskategorie in der Diskursforschung
Seiten: 366 - 375
Simon Egbert: Das Potenzial der Diskursforschung für die Analyse digitalisierter Gesellschaften
Seiten: 376 - 383
Annika Harzmann: »Following Shadows« – zeittheoretische Überlegungen zur Zukunftskompetenz der Diskursforschung
Seiten: 384 - 392
Sabine Heiss/Annette Knaut: (De-)Koloniale Diskursforschung – Kritik und Alternativen
Seiten: 393 - 403
Reiner Keller: Discourse and Violence
Seiten: 404 - 414
Angelika Poferl: Diskurs – Alltag – Alltags(kosmo)politik. Anmerkungen zur Reflexivität von Natur-, Selbst- und Sorgeverhältnissen
Seiten: 415 - 425
David Römer/Martin Wengeler: Back to the roots! Eine Verteidigungsrede der traditionellen themenbezogenen Diskurslinguistik
Seiten: 426 - 436
Alle Ausgaben von
Zeitschrift für Diskursforschung/Journal for Discourse Studies (ZfD)
Über die Zeitschrift und weitere Ausgaben