Zeitschrift | Ausgabe
Zeitschrift für Genozidforschung 23 (2025), 2
Fokus: Deutschland und der Genozid an den Armeniern
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
erschienen ist ein Heft der »Zeitschrift für Genozidforschung«. Das Heft kann zu einem Preis von EUR 39,90 über den Buchhandel oder direkt über den Verlag (https://www.velbrueck.de//) bezogen werden.
Die Zeitschrift für Genozidforschung erscheint halbjährlich. Der Jahresbezugspreis beträgt EUR 79,80 Euro, das Einzelheft 39,90 Euro, incl. MWst., zzgl. Versandkosten. Die Redaktion lädt zur Einsendung von Manuskripten ein, über die Veröffentlichung entscheidet ein peer-review Verfahren. Weitere Informationen zur Zeitschrift finden Sie auf unserer Homepage (https://www.idg.ruhr-uni-bochum.de/).
2025 jährte sich zum 110. Mal der Beginn des Genozids an der armenischen Bevölkerungsgruppe im Osmanischen Reich, zum neunten Mal jährte sich die Resolution des Deutschen Bundestags, den Genozid als solchen zu benennen. Das bedeutet aber auch rund 100 Jahre, in denen ein langer Weg von der Komplizenschaft des Deutschen Reichs mit dem Osmanischen hin zu einer Anerkenntnis des Völkermords und der deutschen Mittäterschaft zurückgelegt wurde. Der Fokusartikel des neuen Heftes der Zeitschrift für Genozidforschung rückt die lange Geschichte einer dichten Verschränkung Deutschlands mit den Ereignissen des Genozids von 1915/16 wie auch seiner Relativierung und Leugnung in das Zentrum. In einem chronologischen Durchschreiten der deutsch-osmanisch-türkischen Beziehungsgeschichte seit dem späten 19. Jahrhundert untersucht er die Beteiligung Deutschlands am Völkermord an den Armenier:innen im Jahr 1915, diskutiert Nachwirkungen des Völkermords in Deutschland und reflektiert systematisch die Parallelen zwischen dem Völkermord an den Armenier:innenn und dem Holocaust.
Die weiteren Beiträge beschäftigen sich mit der Rolle der hinsichtlich ihrer Bedeutung wenig beforschten Umwandererzentralstelle (UWZ) im nationalsozialistisch besetzten Polen zwischen 1939 und 1944, mit der Bedeutung von Anschlüssen an »hamitische Theorien« und ihrer Fortschreibungen für die ideologische Legitimierung des Genozids des Jahres 1994 an den Tutsi in Ruanda und diskutieren die Geschichte der europäischen Literatur entlang eines in ihrer Tiefenstruktur eingelagerten antisemitischen Codes.
Hans-Lukas Kieser:
Deutschland, Armenien, Völkermord. Fatale Beihilfe, langer Lernweg (S. 213-253)
Hannah Riedler:
Between Deportation, Forced Labor and ›Germanization‹. Umwandererzentralstelle in Occupied Poland 1939–1944 (S. 254-277)
Anne D. Peiter:
Es bleibt alles beim Alten. Kontinuitätslinien »Hamitischer Theorien« in deutschen Presseberichten vor und während des Genozids an den Tutsi Ruandas (S. 278-295)
Lasse Wichert & Medardus Brehl:
Antisemitismus: Prolegomena zu einer Geschichte der europäischen Literatur (S. 296-330)
Rezensionen (S. 331-341)
Autor:innen (S. 242-243)
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Zeitschrift für Genozidforschung. Zeitschrift des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum
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