Zeitschrift | Ausgabe
Zeitschrift für Ideengeschichte 18 (2024), 2
Eastern Underground
Die Sommerausgabe der Zeitschrift für Ideengeschichte öffnet die Kapsel „Eastern Underground“. Anders als im Westen, wo die „subversive“ Geste des „Undergrounds“ recht bald vom Kunstmarkt absorbiert wurde, bewegte sich die alternative Szene im Osten Europas in einem Spannungsfeld von staatlichen Infiltrationen und intellektuellen Reinheitsphantasien, von Überwachung und Rebellion. Und mit den Revolutionen um 1990 fand sich so mancher Held einer „Gegenkultur“ über Nacht wieder im politischen „Establishment“. Das Sommerheft der ZIG erzählt ein wildes Kapitel osteuropäischer Ideengeschichte – ohne Rückgriff auf die Flaggenworte „Widerstand“ oder „Subversion“, die längst in den autoritär regierten, sozialistischen Nachfolgestaaten in den populistischen Diskurs eingewandert sind. In den „Kulturkriegen“ von heute ist der Kampf um das Erbe des „Eastern Underground“ neu entbrannt.
INHALT
Isotta Poggi
Wieckhorst, Spiegelungen verletzbarer Räume
Seiten 5-14
Matteo Bertelé
Leipzig 1984, Herbstsalon
Seiten 15-28
Katalin Krasznahorkai
Staatssicherheitsperformance
Seiten 29-40
Hana Gründler
Nichtstun in der ČSSR
Seiten 41-54
Karel Čapek
Lob des Nichtstuns
Seiten 55-56
Jörg Scheller
Die neuen Graswurzelavantgarden
Seiten 57-66
Jelena Petrović
Der flüchtige Körper der Blockfreiheit
Seiten 67-80
ESSAY
Julia Kissina: Wie die Postmoderne den Sozialismus besiegte
Seiten 81-90
ARCHIV
Jörg Völlnagel
Prager Hochzeit
Seiten 91-98
DENKBILD
Magdalena Nieslony
Arbeit am polnischen Untergrund-Mythos
Seiten 99-112
KONZEPT & KRITIK
Hanno Hochmuth: Auf der Suche nach der Szene vom Prenzlauer Berg
Seiten 113-115
Wolf Lepenies
Andrei Pleşu und die Komik der Realität
Seite 116
Andrei Pleşu
Dilema
Seiten 117-120
Agnieszka Pufelska
Ein polnisches „Phänomen“ am preußischen Hof
Seiten 121-124
Horst Bredekamp
Franz Beckenbauer und das Schweigen des Künstlers
Seiten 125-127