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Zeitschrift für Soziologie 52 (2023), 3
Dieser Beitrag analysiert die Publikationspraxis der Zeitschrift für Soziologie und der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie unter Berücksichtigung geschlechtstypischer Entwicklungen seit Mitte der 1990er Jahre. Hintergrund ist die Veränderung des sozialwissenschaftlichen Publizierens, die parallel zu einer Zunahme des Frauenanteils in den Sozialwissenschaften stattgefunden hat. Ausgehend von Erklärungen der geschlechtsspezifischen Segregation in Organisationen beschreiben wir auf Basis eines selbst erstellten Datensatzes die Teilhabe von Frauen an der Publikation von Forschungsaufsätzen und Rezensionen sowie an Begutachtungen und Herausgebergremien. Trotz erheblicher Fortschritte in der Erhöhung ihrer Sichtbarkeit sind Frauen noch nicht entsprechend ihrem erwartbaren Anteil in allen Funktionsgruppen vertreten. Als Herausgeberinnen und als Autorinnen von Forschungsbeiträgen haben sie am stärksten aufgeholt, wobei sich bei letzteren Kooperationen mit Männern begünstigend ausgewirkt haben.
INHALT
Professionssoziologie
Vom Alleinautor zum gemischten Doppel? Geschlecht, Status und Sichtbarkeit in der Publikationspraxis führender deutscher Soziologiezeitschriften
Heike Trappe, Nadja Milewski
Seiten: 227-246
Soziologische Theorie/Rechtssoziologie
Pierre Bourdieus Rechtsdenken. Die Integration von sozialstruktureller und kulturtheoretischer Perspektive
Andrea Kretschmann
Seiten: 247-261
Figurationssoziologie
Der „Flairneur“ und sein Gegenüber: Über den genussvollen Umgang mit migrationsbezogener Diversität im urbanen Raum
Jörg Hüttermann
Seiten: 262-281
Familiensoziologie
Die intergenerationale Transmission von Scheidung im zeitlichen Wandel. Eine Meta-Analyse mit gepoolten Originaldaten
Sonja Schulz
Seiten: 282-301
Arbeits- und Arbeitsmarktsoziologie
Gleiches Studium, gleiche Chancen? Eine Mikrozensusanalyse zur Arbeitsmarktposition von Frauen mit männertypischem Studienfach
Dirk Konietzka, Sebastian Wen
Seiten: 302-321
„Karriere ist nicht alles“ – Ursachen, Motive und Legitimationsmuster von „Downshifting“
Julia Gruhlich
Seiten: 322-337
Bildungsungleichheit – eine Antwort
Was ist Dein Replicandum? Eine Antwort auf die Replik von Heisig und Matthewes (2022) zum Beitrag von Esser und Seuring (2020) über „Kognitive Homogenisierung, schulische Leistungen und soziale Bildungsungleichheit“
Hartmut Esser, Julian Seuring
Seiten: 338-343