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Zeitschrift für Theoretische Soziologie (ZTS) 2. Sonderband (2014)

Autonomie revisited. Beiträge zu einem umstrittenen Grundbegriff in Wissenschaft, Kunst und Politik

Obwohl der Autonomiebegriff in akademischer Forschung wie öffentlicher Debatte gleichermaßen eine prominente Rolle spielt, hat sich die soziologische Theorie bislang nicht systematisch mit ihm auseinandergesetzt. Der Band präzisiert die Relevanz des Autonomiekonzepts für die Analyse gesellschaftlichen Wandels und rekonstruiert die diskursive Bedeutung von Autonomie in den Feldern der Wissenschaft, Kunst und Politik.
Der Autonomiebegriff wird sowohl in der akademischen Forschung als auch in öffentlichen Debatten einerseits normativ eingesetzt, um als legitim erachtete Grenzen zu markieren, andererseits analytisch genutzt, um den Wandel gesellschaftlicher Teilsysteme zu beschreiben. Trotz der Prominenz und Relevanz dieses Grundbegriffs hat sich die soziologische Theorie bislang nicht systematisch mit ihm auseinandergesetzt. Die Beiträge des vorliegenden Sonderbandes zielen auf konzeptuelle Präzisierungen sowie empirische Operationalisierungen des Begriffs und rekonstruieren die sich wandelnden diskursiven Bedeutungen von Autonomie in der Wissenschaft, der Politik und der Kunst.

Martina Franzen, Arlena Jung,
David Kaldewey und Jasper Korte
Begriff und Wert der Autonomie in Wissenschaft, Kunst und Politik. Eine Einleitung
S. 5

1. Kapitel: Autonomie der Wissenschaft

Rudolf Stichweh
Paradoxe Autonomie. Zu einem systemtheoretischen Begriff der Autonomie von Universität und Wissenschaft
S. 29

Jochen Gläser und Uwe Schimank
Autonomie als Resistenz gegen Beeinflussung. Forschungshandeln im organisatorischen und politischen Kontext
S. 41

Peter Wehling
Reflexive Autonomie der Wissenschaft. Eine feldtheoretische Perspektive mit und gegen Pierre Bourdieu
S. 62

Marc Torka
Professionelle Autonomie. Zum analytischen Wert professionssoziologischer Autonomiebegriffe in der Wissenschaftsforschung
S. 88

David Kaldewey
Die Autonomie der Wissenschaft als semantischer Raum. Differenzierungsprozesse zwischen Antike und Renaissance
S. 115

Peter Münte
Die Autonomie der Wissenschaft im Ordnungsdiskurs der Moderne. Ein Versuch über den Formenwandel der modernen Wissenschaft
S. 143

2. Kapitel: Autonomie der Kunst

Rainer Schützeichel
Autonomie als Programm. Über eine schwierige Kategorie der Kunstsoziologie
S. 166

Nina Tessa Zahner und Uta Karstein
Autonomie und Ökonomisierung der Kunst. Vergleichende Betrachtungen von System- und Feldtheorie
S. 188

Ivonne Küsters
Die Produktion von Autonomie durch Subjektivierung des Heteronomen. Organisation und Management autonomer Kunst
S. 211

3. Kaptiel: Autonomie der Politik

Joachim Renn
Einheit der Politik – Vielfalt des Politischen. Die Autonomie des politischen Systems und die multiple Differenzierung des Politischen
S. 236

Basil Bornemann und Michael Haus
Politische Autonomie. Semantiken, Entwicklungslinien, Theoriekontexte
S. 260

Marc Mölders
Die Erreichbarkeit der Politik. Governance-Forschung und die Autonomie der Politik
S. 284

4. Kapitel: Autonomiekonflikte

Peter Weingart
Die Stellung der Wissenschaft im demokratischen Staat. Freiheit der Wissenschaft und Recht auf Forschung im Verfassungsrecht
S. 305

Arlena Jung
Autonomie als relationaler Begriff. Wissenschaftliche Politikberatung im Wandel
S. 330

Stefan Böschen
Autonomie-Kämpfe. Konstitutionsprobleme epistemischer Unabhängigkeit
S. 353

Martina Franzen
Grenzen der wissenschaftlichen Autonomie. Zur Eigengesetzlichkeit von Publikationskulturen
S. 374

Fran Osrecki
Autonomie von der Abweichung her denken. Zur Wiederentdeckung einer Theoriefigur
S. 400

Die Autorinnen und Autoren
S. 420

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