#stayathome als ambivalentes Sicherheitskonzept

Ein Beitrag zur Reihe "Sicherheit in der Krise"

Aufgrund der strikten Quarantäne- und Kontaktbestimmungen erhält der Sozialraum „Haus“ aktuell besondere Aufmerksamkeit: Er wird zum Ort der Solidarität, der Versorgung, der Pflege, der Gemeinschaft, des Lernens und Arbeitens – aber auch der Enge, der Gewalt und der Einsamkeit.[1] Im Zuge dieser unerwarteten wie plötzlichen Überfrachtung werden von den Haushalten nun schlagartig (wieder) Funktionen erwartet, die sie – in einem längeren historischen Prozess – an sozial- und wohlfahrtsstaatlichen Strukturen abgegeben hatten, von denen sie also „entlastet“[2] waren. Dazu gehören die Organisation von Erwerbs- und Sorgearbeit auf teils engstem Raum, die Sicherstellung des täglichen Bedarfs inklusive der vorausschauenden Bewirtschaftung von Vorräten, die Unterstützung der Kinder bei Bildungsaufgaben oder die Pflege von Alten und Kranken. Dass die hierfür zuständigen außerhäuslichen Orte wie Schulen, Arbeitsstätten, Krankenhäuser und Pflegeheime, Sportvereine, Spielplätze, aber auch Restaurant und Kantinen derzeit nicht oder nur bedingt betreten beziehungsweise genutzt werden dürfen, zwingt alle Beteiligten in höchstem Maße dazu, Kompromisse einzugehen, die individuellen Interessen und Bedürfnisse der gemeinsamen Organisation unterzuordnen sowie alle nun im Haushalt stattfindenden Tätigkeiten mit- und aufeinander abzustimmen. Dies generiert im besten Falle innovative, kreative Wege zur Bewältigung der Herausforderungen und stärkt damit die Gruppe; im schlechtesten Falle führt eine solche Situation zu Überforderung, Existenznot, Verwahrlosung, Aggression oder eskalierenden Konflikten mit überbordender häuslicher Gewalt. Der Beitrag möchte zeigen, dass in den Aufforderungen #stayathome, #StayHomeStaySafe einerseits eine neue Häuslichkeit als Sicherheitsrepertoire im doppelten Sinne aufgerufen wird – Sicherheit vor der Ansteckung und Sicherung der Versorgung. Auf der anderen Seite taucht genau darin ein altes kulturelles Handlungsmuster wieder auf, das sich in Europa bereits im 15. Jahrhundert etablierte.

Im Laufe des späten Mittelalters bildete sich der Haushalt – in damaliger Bezeichnung: das Haus, oeconomia – als zentrale Organisationseinheit sozialer, ökonomischer und administrativer Prozesse heraus. Vor dem Hintergrund großen gesellschaftlichen Wandels gab es den Individuen Sicherheit, sich in den wesentlichen Aspekten der Daseinsfürsorge auf den Haushalt zu konzentrieren, weil sie durch das gemeinsame Wirtschaften an wichtigen Ressourcen – Nahrung, Kleidung, medizinische Versorgung, Bildung und Ausbildung, aber auch Erbanteile – teilhaben konnten und zugleich in wichtige soziale Netzwerke integriert waren. Für das Kollektiv schuf ein derart häuslich fokussiertes Arrangement Sicherheit, weil die Haushalte die Menschen „von der Wiege bis zur Bahre“ um- und versorgten und damit wesentlich zur gesellschaftlichen Ordnung und Stabilität beitrugen. In Zeiten starken Bevölkerungswachstums und einer sich rasant ausdifferenzierenden, marktbasierten Wirtschaft ohne sonstige gemeinschaftliche Wohlfahrtsstrukturen war das eine sinnvolle Lösung.[3] Dementsprechend galten dysfunktionale Haushalte, das heißt solche häuslichen Zusammenhänge, die nicht hinreichend für ihre Mitglieder sorgen konnten, als imminente Bedrohung der Gesellschaft insgesamt.[4]

Zur Stabilisierung des gemeinsamen Wohnens und Wirtschaftens im häuslichen Kontext entwickelte sich ein zunehmend ausgeprägter, präskriptiver Diskurs, in dem jedes Haushaltsmitglied entsprechend seiner Position und Rolle – gewissermaßen seines innerhäuslichen Standes – klare Aufgaben und Verhaltensmuster zugewiesen bekam: von den Kindern über das Gesinde bis hin zu den Leitungspositionen des Hausvaters und Hausmutter.[5] Ein Großteil der Aushandlungen drehte sich um die Frage, wie das Verhältnis der Geschlechter zueinander gestaltet und gelebt werden sollte, denn in den Augen der Gesellschaft waren beide für das Funktionieren des Haushalts verantwortlich. Und genau hier, in der Organisation der Leitung des Hauses und der Verantwortung für den Haushalt lag die Ambivalenz der Sicherheit, die das Haus als Wirtschafts- und Versorgungsgemeinschaft bieten konnte. Während die praktische Organisation der Tätigkeiten und Abläufe zwischen Mann und Frau aufgeteilt wurde, galt gemäß der patria potestas die männliche Suprematie überall dort, wo es um verbindliche Entscheidungsgewalt im Haus ging, das heißt, hier war die Frau dem Mann unterstellt. Die Parallelität von Ebenbürtigkeit – in der Leitung und Kompetenz für die jeweils zugewiesenen Arbeitsbereiche – und Hierarchisierung – in der Befehlsgewalt – kam dadurch zustande, dass in den Hausdiskursen zwei unterschiedliche Geschlechterkonzeptionen zusammenliefen. Im Kontext häuslichen Wirtschaftens war die (Haus-)Frau unter Berücksichtigung ihrer reproduktiven Funktionen für jene Bereiche zuständig, die sie auch als Schwangere, Wöchnerin oder Stillende bewältigen beziehungsweise durch Mägde und Gesinde entsprechend organisieren konnte. Als „Weibersache“ galt im Kern das Management des Haushalts (ménage, franz. für Haushalt), wörtlich verstanden als Verwaltung und Organisation, also jener Bereich, der das Funktionieren der Haushalte gewährleisten sollte. Dem (Haus-)Mann oblag demgegenüber die Beschaffung der materiellen Grundlage, je nachdem in welche Erwerbs- und Produktionsstrukturen der Haushalt eingebunden war.[6]

In den Debatten um das Wesen und die Natur der Geschlechter sowie um ihre Beziehung zueinander, herrschte das Bild der körperlich, geistig und seelisch defizitären Frau vor, die der Anleitung, Führung und Einhegung durch den Mann bedürfe.[7] Beide Geschlechter inklusive ihrer jeweiligen Rollenbilder waren in einem Widerspruch gefangen: Der Frau oblag einerseits die zentrale Leitung des Haushalts und die Verantwortung für sein Funktionieren, andererseits wurden stets ihre natürliche Inkompetenz und die daher notwendige Bevormundung durch den Mann betont. Der Mann wiederum hatte qua Geschlecht eine alle häuslichen Dinge betreffende Entscheidungsbefugnis, während es ihm gleichzeitig an faktischer Zuständigkeit und praktischer Kompetenz mangelte. Somit war dem Konzept des „Hauses“ ein latentes bis manifestes Konfliktpotenzial eingeschrieben. Gerade die Verteidigung des Männlichkeitskonzepts vom „Hausvater“ führte immer wieder zu Gewalttätigkeit, oftmals ausgelöst durch eine prekäre ökonomische Situation.[8]

Die Lösung dieses Sicherheitsdilemmas war die enge Einbindung jedes Haushalts in die sozialen Netzwerke der Nachbarschaft, Verwandtschaft, Kirchengemeinde und anderer kollektiver Strukturen. Weder ein vormoderner Haushalt noch ein vormoderner Mensch konnten autark wirtschaften; sie waren vielmehr darauf angewiesen, im sozialen Nahraum tragfähige Beziehungen aufzubauen und zu erhalten, sodass sie bei Bedarf kooperieren beziehungsweise auf Unterstützung und Hilfeleistung hoffen konnten. Es war also überlebenswichtig, solidarisch, im Sinne des Gemeinwohls, zu handeln, damit das eigene Verhalten das Wohl derjenigen Gemeinschaft förderte, der man sich zugehörig fühlte und auf deren Bestand wie auf deren Wohlwollen man angewiesen war. Hier zählte zunächst der eigene Haushalt als engstes soziales Umfeld, dann kam direkt der unmittelbare außerhäuslichen Nahraum wie familiale Bündnisse, Dorfgemeinschaften oder Verbände. Das Gebot des solidarischen Handelns hatte gleichwohl seinen Preis: Die Integration der Haushalte in außerhäusliche Netzwerke bedurfte einer hohen Normkonformität, sie beruhte auf Einhaltung der gruppeninternen Regeln und Wertvorstellungen und basierte daher notwendigerweise auf Transparenz – im Gegensatz zu gegenwärtigen Gesellschaften, denen Pierre Rosanvallon eine „Intransparenz des Sozialen“ attestiert.[9] Alle Tätigkeiten im und um das Haus herum waren sichtbar und mussten sichtbar sein, denn damit eine häusliche Notlage nicht den Hausbewohnern angelastet werden konnte, musste das eigene rechtschaffene Verhalten permanent für die anderen einsichtig sein. Somit bildete die nachbarschaftliche Aufmerksamkeit ein zweifaches Sicherheitsnetz, einmal für die materiellen und organisatorischen Belange eines Haushalts; zum anderen für die internen Beziehungsgefüge, sollten diese die Grenzen des als legitim Erachteten überschreiten. Intervention, Asyl und Mediation waren wichtige, vielfach in den Quellen dokumentierte Instrumente, um häusliche Gewalt (violentia), die auch gerichtlich im Laufe der Frühen Neuzeit immer schärfer geahndet wurde, zu vermeiden oder zu beenden.[10]

Die Transparenz der häuslichen Lebenswelt verlor im Zuge der aufklärerischen Neuformulierung häuslicher und familialer Ideale nicht nur ihre konstitutive Bedeutung, sie wurde geradezu in ihr Gegenteil verkehrt. Es entstand in die Vorstellung vom Haus als Refugium, das erst in der Intransparenz, verstanden als Abgrenzung von der Außenwelt, seinen Wert und seine Wirksamkeit entfaltete. Fatalerweise wurde im Zuge dessen die Machtasymmetrie zwischen den Geschlechtern noch verstärkt, da die Beziehung zwischen Hausmann und -frau nicht mehr in einer transparenten sozialen Praxis sichtbar war und dort gegebenenfalls korrigiert werden konnte. Mit der Transparenz ging ein wesentlicher Schutz- und Sicherheitsmechanismus im Umgang mit der ambivalenten männlichen Herrschaftsgewalt verloren,[11] wodurch sich deren Wirkmächtigkeit und Reichweite massiv erhöhte. Zudem galten die hierarchischen Lebensverhältnisse von Mann und Frau nunmehr als Zeichen oder gar als Beweis für die ‚Natürlichkeit‘ der ungleichen Positionen von Mann und Frau. Die in der Aufklärung entstandene bürgerliche Leitkultur der separate spheres beruhte auf der Teilung in eine häuslich-private Sphäre, in der die Frau zu verbleiben hatte, und einen öffentlich-gesellschaftlichen beziehungsweise staatlich-politischen Sektor, der dem Mann vorbehalten war. Beide Bereiche wurden nun nicht mehr als komplementär, sondern als distinkt gedacht und sorgten für eine fundamentale Trennung der Geschlechter.[12]

Betrachten wir im Lichte dessen die gegenwärtigen Praktiken und Probleme der gar nicht so neuen Häuslichkeit in der Corona-Krise, zeigt sich zweierlei: Einerseits kann das häusliche Umfeld auch und gerade in Krisenzeiten Sicherheit und Schutz bieten sowie Aufenthaltsort sein; andererseits birgt der staatlich angeordnete Rückzug in die Häuslichkeit aber auch die Gefahr, dass sich die vorherrschende Unsichtbarkeit der Geschlechterungleichheit und mit ihr die Entgrenzung der männlichen (Verfügungs-)Gewalt verstärken. Wegen der Krise muss vieles zu Hause stattfinden und sind viele ständig zu Hause; dadurch werden die teilweise immer noch wirkmächtigen Zuständigkeiten (Haushalt/Frau versus Erwerbstätigkeit/Mann) infrage gestellt oder sogar aufgehoben. Das legt die oftmals prekäre, weil überforderte Rolle des Mannes im Haus offen, wie die unzähligen Corona-Memes auf Twitter ahnen lassen.[13] In ihnen wird deutlich, dass häusliche Routinen und Reproduktionsarbeiten immer noch kein selbstverständlicher Aspekt von Männlichkeitskonzepten sind, während Frauen aus einer offenbar routinierteren Position heraus über stabilere Handlungsrepertoires verfügen, um auf die Herausforderungen der Krise reagieren zu können – innerhalb des häuslichen Kontextes, aber auch darüber hinaus.[14] Fällt für den Mann zusätzlich auch noch die Funktion als Ernährer durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit weg und wird der temporäre oder dauerhafte Jobverlust nicht durch eine neue (häusliche) Aufgabe ersetzt, verschärft dies die Gefahr von Gewalttätigkeit.

In den Medien wird hauptsächlich von den Beispielen und Feldern berichtet, die in Umkehrung der Rosanvallon’schen These als neue „Transparenz des Sozialen“ verstanden werden können. Bürgerinnen und Bürger entwickeln innovative Lösungen, um den Herausforderungen der Krise zu begegnen: Nachbarschafts- und Einkaufshilfen, geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und familiärer Sorgearbeit im Homeoffice, Balkonkonzerte, virtuelles Kaffeetrinken mit alleinstehenden Angehörigen, Lernunterstützung für Kinder. Aber auch Formen dysfunktionaler Häuslichkeit müssen in der Krise verstärkte Aufmerksamkeit bekommen. Gerade an den Fällen häuslicher Gewalt wird sich zeigen, ob die genannten Phänomene sozialer Transparenz an den Krisenzustand gebunden sind oder ob sie als dauerhafte Veränderungen des gesellschaftlichen Handlungsrepertoires nachhaltiges Entwicklungspotenzial entfalten können. Denn häusliche Dysfunktionalität ist in der Regel strukturell und nicht krisenbedingt, sie wird in Zeiten wie diesen aber in besonderer Weise zur Gefahr vor allem für Kinder und Frauen und damit zu einem Sicherheitsproblem der gesamten Gesellschaft.

Es bleibt die Erkenntnis, dass die mit #stayathome verknüpfte Sicherheitserwartung heute wie auch in der Vormoderne immer nur für jene gilt, die auch über ein Haus im Sinne eines Heims mit tragfähigen sozialen Beziehungen verfügen. Alle anderen „außer Haus“ – so auch Migrantinnen und Migranten, Geflüchtete, Obdachlose oder indigene Gruppen ohne häusliche Gesellschaftsordnung – sind in Zeiten solcher häuslich orientierter Sicherheitsrepertoires in doppelter Weise bedroht, denn sie haben weder den Schutz vor dem Virus noch die Unterstützung einer Versorgungsgemeinschaft.

Fußnoten

[1] Siehe bspw. Caroline Fetscher, Häusliche Gewalt ist kein Schicksal – sondern ein Problem, das uns alle angeht [17.4.2020], in: Der Tagesspiegel, 12.4.2020; Kate Brady, Coronavirus. Häusliche Gewalt und Kindesmissbrauch könnten zunehmen [17.4.2020], in: Deutsche Welle, 21.3.2020.

[2] Zur These der Funktionsentlastung von Haushalten im Laufe des 19. Jahrhunderts vgl. Andreas Gestrich / Jens-Uwe Krause / Michael Mitterauer, Geschichte der Familie, Stuttgart 2003, S. 387–392.

[3] Heide Wunder / Christina Vanja (Hg.), Wandel der Geschlechterbeziehungen zu Beginn der Neuzeit, Frankfurt am Main 1991.

[4] Zum Haus in der Geschichte Europas vgl. Joachim Eibach / Inken Schmidt-Voges (Hg.), Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch, Berlin 2015.

[5] Die Suffixe von -vater und -mutter sind in vormodernen Kontexten als Herrschaftsbegriffe zu verstehen und beziehen sich auf die nach römischem Recht organisierten potestates patris et matris im Kontext des Hauses. Die Ehe zwischen Hausfrau und Hausmann desselben Haushalts war keine Voraussetzung, sondern Folge der normativen Zentrierung gesellschaftlicher Ordnung auf das Haus, die wiederum die späteren Eherechtsreformen der Neuzeit bedingte. Sylvia Seidel Menchi (Hg.), Marriage in Europe, 1400–1800, Toronto 2016; Thomas Kuehn, Family and Gender in Renaissance Italy, 1300–1600, Cambridge 2017.

[6] Zur Vielfalt der tatsächlichen Tätigkeiten von Männern und Frauen im vormodernen Europa vgl. Maria Ågren (Hg.), Making a Living, Making a Difference. Gender and Work in Early Modern European Society, New York 2016.

[7] Anna Becker, Gendering the Renaissance Commonwealth, Cambridge / New York 2020; Robert James Bast, Honor your Fathers. Catechisms and the Emergence of a Patriarchal Ideology in Germany, 1400–1600, Leiden / New York / Köln 1997; Gisela Engel, Geschlechterstreit am Beginn der europäischen Moderne. Die Querelle des Femmes, Königstein 2004.

[8] Inken Schmidt-Voges, Mikropolitiken des Friedens. Semantiken und Praktiken des Hausfriedens im 18. Jahrhundert, Berlin 2015.

[9] Pierre Rosanvallon spricht von einer „Intransparenz des Sozialen“. Vgl. ders., Die Gegen-Demokratie. Politik im Zeitalter des Misstrauens, übers. von Michel Halfbrodt, Hamburg 2017, Abschnitt IV.

[10] Michaela Hohkamp, Grausamkeit blutet, Gerechtigkeit zwackt. Überlegungen zur Grenzziehung zwischen legitimer und nicht-legitimer Gewalt, in: Magnus Erikson / Barbara Krug-Richter (Hg.), Streitkulturen. Gewalt, Konflikt und Kommunikation in der ländlichen Gesellschaft (16.–19. Jahrhundert), Köln/Weimar/Wien 2003, S. 59–81.

[11] Die Ambivalenz der männlichen Herrschaft erwächst, wie oben bereits erläutert, aus dem Umstand, dass den Hausmännern einerseits bedingungslose Herrschaft über Haushalt und Familie attestiert wurde, sie aber andererseits innerhalb dieses Herrschaftsbereichs nicht die entsprechenden Kompetenzen und Aufgaben hatten, um den Haushalt tatsächlich zu führen – das war Aufgabe der Ehefrau, die so im ständischen Verständnis eben auch eingeschränkte Macht besaß und Herrschaft ausübte.

[12] Karin Hausen, Die Polarisierung der „Geschlechtscharaktere“. Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben, in: Werner Conze (Hg.), Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit. Neue Forschungen, Stuttgart 1976, S. 363–393; Marion Gray, Productive Men, Reproductive Women. The Agrarian Household and the Emergence of Separate Spheres during the German Enlightenment, New York / Oxford 2000; Ute Gerhard (Hg.), Frauen in der Geschichte des Rechts. Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, München 1997.

[13] Siehe bspw. Quarantäne. Was man machen könnte / Was man wirklich macht [17.4.2020].

[14] Siehe bspw. Niklas Franzen, Von wegen Paradies [17.4.2020], in: tageszeitung, 16.4.2020.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Wibke Liebhart.