Offene Stadt – offene Gesellschaft

Rezension zu "Die offene Stadt. Eine Ethik des Bauens und Bewohnens" von Richard Sennett

Was macht eine offene Stadt aus und warum ist es so wichtig, dafür zu planen und darüber nachzudenken? So lassen sich die Kernfragen von Richard Sennetts neuestem Buch zusammenfassen. Und es kann kein Zufall sein, dass Die offene Stadt als Titel für die deutsche Übersetzung gewählt wurde, erinnert er doch stark an Poppers Die offene Gesellschaft und ihre Feinde und weckt so Assoziationen. Dem englischen Original Buildung and Dwelling. Ethics for the City jedenfalls fehlt dieser Teil des Titels völlig.

Der deutsche Titel ist gut gewählt, denn ganz klar ist das Buch auch ein Plädoyer für eine offene Gesellschaft, und die offene Stadt eine Allegorie dafür. Denn in Anbetracht einer beinahe in rasender Geschwindigkeit zunehmenden Verstädterung der Welt macht sich der populäre US-amerikanische Soziologe Gedanken über die Stadt als den Ort des gegenwärtigen, insbesondere aber des zukünftigen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sein Blick richtet sich dabei auf die ganze Welt, denn die neuen Städte (darunter viele Millionenstädte, sogenannte Megacities) entstehen nicht in den alten Metropolen des Westens, sondern in Indien, China oder Südkorea. Die schon bestehenden Millionenstädte in Lateinamerika (wie etwa São Paulo mit rund 21 Millionen Einwohner*innen) und Afrika (Lagos in Nigeria hat mehr als 22 Millionen Einwohner*innen) werden kontinuierlich größer und vor immer neue Herausforderungen gestellt. Das Idealbild einer offenen Stadt, wie Sennett es skizziert, ja geradezu anmahnt, und das wohl auch die große Hoffnung des Autors ist, steht dabei zur Disposition. Unter einer offenen Stadt versteht Sennett Städte, in denen die Einwohner*innen Möglichkeiten haben, eigene Bedürfnisse weitgehend frei von äußeren Zwängen oder Richtlinien auszuleben. Er möchte dazu das Ethos eines offenen Laboratoriums (S. 15) auf die Stadt übertragen. Stadt wird eben nicht nur gemacht und angeordnet, sondern auch gelebt und entwickelt sich aus sich selbst heraus. Dazu gehört auch, dass sich die Bewohner den Raum bis zu einem gewissen Grad aneignen. Diese täglichen Interaktionen mit der Stadt sowie die Ergebnisse der damit verbundenen sozialen Aushandlungsprozesse prägen die Stadt und machen sie nach Ansicht des Autors erst zu einer offenen. Auch die offizielle Stadtplanung ist ein Teil dieser Auseinandersetzungen. Sennett ist nicht per se gegen Stadtplanung, spricht sich aber für offene Formen der Koproduktion bei diesen Prozessen aus (S. 300 ff.), wobei sich die fachliche Expertise der Bauleute mit der Lebenserfahrung der Bewohner*innen treffen und Neues erschaffen kann. Der Raum steht dabei allen offen zur Verfügung. Sennetts Buch ist ein Plädoyer für ebendieses Ideal – auch und vor allem weil für ihn die Stadt ein Sinnbild für die in ihr lebende Gesellschaft ist.

Man kann Die offene Stadt als eine Tour de Force durch die Geschichte von Stadtplanung und Stadtsoziologie bezeichnen. Ville und cité, Agora und Pnyx, Pegida, venezianische Ghettos und die Googleplexe, koordinierende versus vorschreibende Smart Cities, der synchrone und der sequenzielle Raum, offene versus geschlossene Städte, planerisches Ko-Produzieren oder die Typenformen des Urbanen – das Buch konfrontiert seine Leser*innen kontinuierlich mit planerischen Konzepten, historischen Beispielen und stadtsoziologischen Theorien. In Augenschein genommen werden auf dieser Tour sowohl allgemeine architektonische Aspekte als auch im Besonderen diejenigen einzelner Gebäude und ganzer Städte sowie deren politische Systeme. Der Autor befasst sich mit ausgewählten Städten auf fünf Kontinenten und stellt zudem eine Reihe (bisweilen eklektisch wirkender) philosophischer Überlegungen an. Sennetts Erzählung ist angereichert mit Bezügen zu großen Denkern und Planern – es geht (neben vielen anderen) von Marx über Simmel zu Popper, Mitchell (City of Bits), Lynch, Bauman, Le Corbusier, der Chicago School und immer wieder zu Jane Jacobs, die so etwas wie ein Fixpunkt in seiner Arbeit und seinem Wirken zu sein scheint. Seine Gedankengänge setzt der Autor häufig mit Erfahrungen und Berichten aus der eigenen Planungspraxis in Bezug – insgesamt eine interessante Komposition, die gerade deshalb reizvoll ist, weil hier jemand regelmäßig seinen Schreibtisch verlassen hat, um die bebaute und bewohnte Welt zu untersuchen, aber vor allem auch mitzugestalten.

So komplex und verwirrend sich die obige Aufzählung lesen mag, so komplex, vielschichtig und nahezu überbordend liest sich leider auch Die offene Stadt. Eine konkrete Einordnung des Buches in einen Kanon der Stadt- und Raumsoziologie ist dabei ebenso schwierig wie eine eindeutige Einschätzung des Bandes. Eine solche muss je nach Kenntnisstand in den Bereichen Stadtsoziologie, Architektur oder Stadtplanung sehr unterschiedlich ausfallen. Es lässt sich keine klare Kategorie für dieses Buch finden – was nicht nur schlecht, aber eben auch nicht ganz unproblematisch ist.

Vor allem die Komplexität der Fragestellung, aber auch die Art der Erzählung selbst, die vielen angerissenen Themen sowie immer wieder eingestreute Zitate und Bezüge lassen nicht selten den Eindruck eines ungeordneten Informations- und Wissensüberflusses aufkommen. Vom Autor gezogene Verbindungen werden vielfach nicht expliziert und erschließen sich nicht ohne Weiteres. Häufig werden recht abenteuerliche Verbindungen gezogen, deren innere Logik sich kaum und erst sehr viel später erschließt.

Dazu ein Beispiel: Auf Seite 277 geht es in einem mit Schalldurchlässigkeit überschriebenen Absatz in weniger als 20 Zeilen von der Geräuschkulisse einer Stadt über den Akustiker Murray Schafer und Jane Jacobs‘ Augen auf der Straße zu einem Roman des sowjetischen Schriftstellers Michail Bulgakow über die stumme Ankunft von Geistern, die deswegen irritieren, weil sie keine Geräusche verursachen. Es folgen drei weitere Seiten, die sowohl diese Sprünge einordnen als auch die Bedeutung der Dezibel von Stadtgeräuschen für die Planung (und Atmosphäre) in der Stadt sowie die architektonischen Besonderheiten bei der Konstruktion von Hallen und Plätzen erläutern. Dem muss man erst einmal folgen können!

Es ist insbesondere diese Kombinationsfreudigkeit, die das Buch durchgängig kennzeichnet. Auf diese Weise findet der Autor Zusammenhänge, bildet Allegorien und schärft seine Argumente. Das funktioniert vor allem deshalb, weil Sennett ein großartiger Erzähler ist, der eigene Erfahrungen mit theoretischen Erkenntnissen aus dem weiten Feld von Stadtplanung, Geschichte der Stadt und ihrer Soziologie zu verbinden weiß. Man kann das durchaus – und insbesondere wenn der Autor dezidiert von persönlichen Erfahrungen ausgeht – als (stadt-)soziologische Imagination im besten Sinne verstehen, auch wenn Charles Wright Mills in Sennetts Referenzen keinerlei Erwähnung findet. Ein roter Faden, der diese Geschichte zusammenhält und Leser wie Leserinnen durch Sennetts Gedankengänge führt, fehlt jedoch überwiegend.

Sennetts Kernargumente und gleichzeitig dringendes Anliegen sind dennoch recht deutlich und gleich zu Beginn des Buches formuliert. Er will die Unterschiede zwischen planvoll gebauten Städten im Gegensatz zu unkontrolliert wachsenden herausarbeiten und verdeutlichen, welche Konsequenzen es hat, wenn Menschen sich einen Raum aneignen, ihn formen und mit ihm die politischen Gegebenheiten der (Stadt-)Gesellschaft verändern. Sennetts konkrete Frage lautet: „Sollte Stadtplanung die bestehende Gesellschaft repräsentieren oder sie zu ändern versuchen?“ (S. 12) Aber auch aus der gesellschaftlichen Perspektive stellt er fest, dass die gebaute Umwelt stets mehr sei als nur ein Spiegelbild von Ökonomie und Politik. Über diesen Bedingungen steht die basale Erkenntnis, dass die Formen der gebauten Umwelt das Ergebnis des Willens derjenigen seien, die sie erbaut haben (S. 10). Die durch das Buch hindurch genutzten Kernbegriffe zur Darstellung dieses Spannungsverhältnisses lauten ville und cité. Mit ville beschreibt der Autor die architektonische Stadt, den bebauten und geplanten Raum; unter cité fasst Sennett all diejenigen Wahrnehmungen, städtischen Eigenlogiken, die Politik einer Stadt – gewissermaßen ihre Seele, die zwar jenseits des gebauten Raumes, aber naturgemäß eng mit ihm verbunden ist. Nur ergibt sich etwa aus einem bestimmten Baustil nicht automatisch auch ein bestimmter politischer Charakter oder eine besondere Eigenlogik einer Stadt,[1] die einfach reproduzierbar wäre.

Sennetts Ausgangsfrage ist, anders formuliert, auch diejenige nach dem Verhältnis von geformter, also gebauter Struktur und der Umwelt der Gesellschaft auf der einen Seite sowie der Beschaffenheit von Gesellschaft auf der anderen. Keine der beiden Seiten kann losgelöst von der anderen betrachtet werden, dennoch führen beide ein Eigenleben und sind nicht einfach das kausale Ergebnis der jeweils anderen. Damit befindet sich der Autor im Einklang mit dem in der Soziologie gängigen relationalen Raumbegriff, der Raum nicht als absolut begreift, sondern als einen durch Gesellschaft konstruierten. Allerdings folgt Sennett dabei keinem sehr strengen konstruktivistischen Konzept, sondern hat ganz klar das Gebaute, das Materielle sowie die Planungen, die Prozesse hinter den Raumbildungen, die Typen und Formen, die Stadt annehmen kann, im Blick. Diese Fokussierung erleichtert ihm flexible Betrachtungen der verschiedenen Sphären, ohne in die Falle eines Relationismus zu geraten, der eben kein Gespür für das Vorhandene, das Physische, mithin die (gebauten) Ergebnisse von Aushandlungsprozessen und gesellschaftlichen Diskursen hat.

Es ist schlicht nicht möglich, auf die vielen Beispiele und kleineren Argumentationsstränge des Buches einzugehen, mit denen der Autor sein Plädoyer für eine offene Stadt, die für ihn gleichbedeutend mit der Gesellschaft als Ganzes ist, untermauert. Die Begriffe ville und cité bilden immerhin die wiederkehrenden Ankerpunkte, an denen sich die Leser und Leserinnen orientieren können. Dem Protagonisten einer Fernsehdokumentation ähnlich, an dem exemplarisch das Große im Kleinen erläutert wird, taucht ab Seite 121 ebenso immer wieder ein indischer Straßenhändler namens Mr. Sudhir auf, der am Nehru Place in Delhi ein Geschäft betreibt – neben Sennett selbst der zweite tatsächliche Akteur und persönliche Bezugspunkt in diesem Buch. Anhand dieser Figur verdeutlicht der Autor, wie die in einzelnen Abschnitten gewonnenen Erkenntnisse etwa im Hinblick auf Entwicklungen, die er in New York, Barcelona oder Kolumbien beobachtet hat, sich konkret auf Mr. Sudhir auswirken können. Das ist insofern hilfreich, als dass damit eine wiedererkennbare Figur in Erscheinung tritt, an der die praktische Anwendung einer Theorie veranschaulicht wird. Dieses Vorgehen verlangt Leserinnen wie Lesern allerdings auch ab, Mr. Sudhirs in vorherigen Abschnitten beschriebene Eigenheiten und Interessen präsent zu haben, um zu verstehen, weshalb bestimmte Ausführungen auch für ihn von Relevanz sind. Mr. Sudhir repräsentiert die cité, so etwas wie den städtischen Eigensinn, die aktive Ausgestaltung der Stadt durch ihre Bewohner*innen, die sich mit dem Raum arrangieren, der im besten Fall für sie, aber möglicherweise auch für andere Zwecke und mit anderen Intentionen gebaut worden ist.

Um Sennetts These einmal konkret nachzuvollziehen, möchte ich hier auf das meines Erachtens gelungenste Kapitel eingehen – Kapitel 6: Tocqueville in Technopolis. Für seine Gegenüberstellung von offener und geschlossener Stadt wählt er das Beispiel der so genannten Smart City. Diese Städte der Zukunft werden maßgeblich von digitaler Technologie mitbestimmt, die in ihre Infrastruktur eingewoben sein wird und auf diese Weise steuern oder gar bevormundend eingreifen kann. Sennett beschreibt die Möglichkeiten zur Nutzung der Smart City als koordinierend oder vorschreibend. Die erste Variante ergänzt sich Sennett zufolge ideal mit dem Konzept einer offenen Stadt(entwicklung) und symbolisiert diese, während die zweite, vorschreibende Variante eine geschlossene Stadt nach sich zieht. Als Beispiel für Letzteres führt der Autor das Googleplex in New York an, ein geschlossener Ort, den Sennett als eine Art Ghetto bezeichnet. Innerhalb dieses Komplexes sollen die Angestellten möglichst wenig mit den Profanitäten des täglichen Lebens in Berührung kommen, sie sollen sich auf die Arbeit konzentrieren, möglichst rund um die Uhr. Seinen Vergleich mit den im 18. Jahrhundert entstandenen Firmensiedlungen in Liverpool, Chicago oder auch im Ruhrgebiet und in Lothringen finde ich sehr bezeichnend. Googleplexe seien Sennett zufolge Inseln innerhalb der Städte, die sehr wohl Auswirkungen auf ihre Umgebung entfalteten, etwa wenn es um Grundstückspreise geht. Nun sind Googleplexe freilich nicht die Stadt selbst, aber ganz im Stile seines Buches stellt Sennett diese abgeschlossenen Gebäude mit ihren friktionslosen Arbeitsumgebungen als Analogie für die Städte der Zukunft dar. Ansatz seiner Kritik ist dabei eine „Nutzerfreundlichkeit“, die seiner Ansicht nach sowohl Interaktionen wie auch Widerstände minimiert, an denen Individuen, Gesellschaften und somit auch Städte wachsen können. Minimiert oder eliminiert man derlei alltägliche Begegnungen wie Entwicklungschancen und gestaltet alles nutzerfreundlich, befürchtet Sennett eine Bevormundung der Anwohner*innen durch Technik. Diese Analyse trifft auf eine Reihe gegenwärtiger Diskurse, sei es im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren, der Debatte über die Bedeutung von Digitalisierung im Kontext des Klimawandels[2] oder einer generellen Algorithmisierung gesellschaftlicher Steuerung in unterschiedlichen Bereichen. Worum Sennett sich in diesem Zusammenhang sorgt, sind die von ihm als „kompetente Städter“ bezeichneten Bewohner oder Bewohnerinnen einer Stadt. Und kompetent werden Städter vor allem in der Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung als solcher – und genau diese sieht der Autor schwinden, wenn Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten (stadt)planerisch verringert werden.

Es ist unabdingbar, Sennetts dringendem Wunsch nach Offenheit zu folgen, will man die vielen Beispiele und ihre Aussagekraft innerhalb des Buches verstehen. Denn um nichts anderes geht es ihm. Die Stadt ist für ihn sowohl Synonym für die Gesellschaft an sich, als auch der Ort, an dem Gesellschaft stattfindet und auf die Widerstände trifft, die sie selbst formt und in der Wechselwirkung wiederum die Stadt prägt. In einer Welt, in der mehr als 50 Prozent aller Menschen in Städten leben – für 2050 werden schon zwei Drittel prognostiziert –, davon eine zunehmend wachsende Zahl in Megastädten mit mehr als 5 oder gar 10 Millionen Menschen, ist diese Perspektive durchaus legitim. Auch weil die städtische Lebensart über die Stadt als Ort hinaus geht. Offenheit, wie Sennett sie für die Stadt reklamiert und für die er so vehement plädiert, prägt ebenso die Gebiete außerhalb, insbesondere in Regionen der Welt, in denen sich eine Urbanisierung erst vollzieht und Millionenstädte wie in Indien oder China von Grund auf geplant und in kürzester Zeit gebaut werden.

Wer verstehen will, warum eine offene Stadt für die Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist, muss sich auf die Tour de Force einlassen, die weniger eine neue Theorie der Gesellschaft ist, als eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Welt und zugleich eine Warnung für die Zukunft. Wenn man sich auf diese Reise einlassen will, könnten folgende Aspekte hilfreich sein, die ebenso mein Fazit aus der Lektüre des Buches darstellen:

  • Das Buch präsentiert keine stadtsoziologische Theorie, sondern ist tatsächlich ein Plädoyer für eine offene Gesellschaft – die Stadt ist in diesem Zusammenhang sowohl der Ort, wo diese entsteht, als auch Sennetts Forschungsgegenstand.
  • Für Stadtsoziologen und -planerinnen hält das Buch schöne Beispiele und einige Hintergründe bereit, die im Grunde nicht neu sind; sie sind aber neu in der Kombination und Argumentation, was eine gute Ergänzung für die eigene Arbeit sein kann.
  • Gerade die Kombination aus Geschichte, persönlichen Erfahrungen und angewandter Theorie machen das Buch auch über den akademischen Diskurs hinaus interessant. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass es sich um eine recht voraussetzungsreiche Lektüre handelt, die nicht gerade einsteigerfreundlich zusammengestellt wurde. Das allerdings wären in Sennetts Sinn gewissermaßen die Widerstände, an denen man wächst.
  • Einer stadtsoziologischen Theoriediskussion fügt das Buch keine nennenswerten Aspekte hinzu – wobei ich das Kapitel zu den Smart Cities zumindest im Hinblick auf die von ihm vorgeschlagenen Kategorien solcher Zukunftsvisionen interessant finde.
  • Für ein über die Wissenschaft hinausgehendes allgemeines Verständnis von dem, was Stadt war, ist und sein kann, ist das Buch ein Gewinn – vorausgesetzt die Leser*innen lassen sich auf das enzyklopädische Erzählen und freie Kombinieren Sennetts ein. Dass er dabei auch immer wieder auf seinen Schlaganfall zu sprechen kommt und ihn zum Ausgang einzelner Punkte nimmt, dürfte fragwürdig, dem allgemeinen Erfolg aber eher zuträglich sein.