Christine Magerski | Literaturessay | 24.06.2026
Von den Versprechungen der literarischen Soziologie
Literaturessay zu „Ungleiche Verhältnisse. Bildungsgeschichten als literarische Soziologie“ von Eva Blome
I.
In Zeiten, in denen es eine Fernsehdokumentation mit dem Titel Das falsche Versprechen vom Aufstieg[1] auf beste Sendeplätze bringt, kommt die Studie Ungleiche Verhältnisse von Eva Blome wie gerufen. Dabei verweist schon das Bild auf dem Schutzumschlag ikonologisch auf die zentralen Fragen des Buches: Das Genrebild Lesendes Dienstmädchen in einer Bibliothek des Malers Edouard John Mentha, datiert auf die Zeit um 1915, zeigt eine junge Frau in heller Schürze, die in einem scheinbar unbeobachteten Moment das Abstauben unterbricht, um sich in die Lektüre eines Buches zu vertiefen. Umgeben von alten Bänden, ausgestopften Tieren und Präparatengläsern hat sich die junge Frau auf einen Stuhl gestellt und damit in eine erhöhte Position gebracht. Die Symbolik wirkt unmissverständlich. Eine Vertreterin der niederen Stände gibt sich dem Streben nach Bildung hin. Das Bild aber firmiert in der Kunstgeschichte auch unter dem Titel Bibliotheksinterieur mit lesender Magd, und so liegt es im Auge des Betrachters, ob man in dem Werk eine künstlerisch stilisierte Beleuchtung von streng klassifizierten Objekten oder aber die verheißungsvolle Darstellung eines kommenden Wandels soziokultureller Verhältnisse sieht.
Es geht also um zweierlei: um die Frage des Verhältnisses von Herkunft, Klasse und Bildung und um die Frage nach der adäquaten literarischen Form der Darstellung dieses Verhältnisses. Zu ihrer Beantwortung fasst die Soziologin und Literaturwissenschaftlerin Eva Blome das aufklärerische Verlangen nach vollumfänglicher Klassifikation ebenso ins Auge wie die Lust des Individuums, eben diese zu unterlaufen. Damit entlastet ihr dezidiert literatursoziologischer Beitrag zu dem „hochaktuellen Thema“, wie „Bildung sozialen Aufstieg (un)möglich macht“ (Klappentext), die Bildungssoziologie nicht von ihren Aufgaben, sondern verlagert den Schwerpunkt schon im Ansatz auf eine spezifisch moderne Spannung. Das Aufstiegsversprechen qua Bildung lockt, obgleich es seit jeher eine hohe Enttäuschungsanfälligkeit aufwies, immer mehr Menschen auch in die höheren Bildungsinstitutionen, und dies nicht etwa zum Abstauben im wörtlichen Sinne. Wer wissen will, warum das so ist, muss gleichzeitig an die Gesellschaft und an die in ihr versammelten Köpfe heran und genau das versucht Blome, indem sie die Schreibweisen von Klassenübergängern als „literarische Soziologie“ klassifiziert und von der Zeit um 1800 bis in die Gegenwart verfolgt.
II.
Dazu führt Blome ohne längere Zwischenaufenthalte von der Zeit um 1800 in die Zeit um 2000 und übergeht zentrale Wegmarken der Bildungsexpansion wie etwa den Ausbau des höheren Mädchenschulwesens und den Beginn des Frauenstudiums um 1900. Dem Erkenntnisgewinn ihrer Studie aber tut dies keinen Abbruch, geht es ihr im Kern doch um den Nachweis eines „besondere(n) epistemologische(n) Vermögen(s)“ (S. 38), das in der literarischen Darstellung von Bildungserfahrungen zum Ausdruck kommt. Bildungsgeschichten, so die Grundannahme, können und wollen „soziologisches Wissen über Ungleichheitsverhältnisse und Segregation erweitern“ (S. 38). Um den Nachweis zu erbringen, setzt Blome mit den „Verhältnisbestimmungen von Bildungsgeschichten in literatur- und sozialhistorischer Perspektive, aber auch in gattungstypologischer und poetologischer Hinsicht“ (ebd.) breit an und verarbeitet die beachtliche Fülle des Stoffes in drei Themenblöcken. Der erste Block ist mit „Formsache. Autobiographie, Bildungsroman und die Anfänge einer literarischen Soziologie“ überschrieben und stellt schon im Titel heraus, dass um 1800 jene Kettung von Individualität, Biographie und Roman einsetzt, wie sie bereits Wilhelm Voßkamp in seiner Studie Der Roman eines Lebens[2] dargelegt hat.
Blome steuert mit dem Begriff der „literarischen Soziologie“ jedoch in eine andere Richtung als Voßkamps Studie zum Bildungsroman. Ihre theoretische Grundlage ist nicht das Verständnis der literarischen Formen als Institutionen, sondern die von der französischen Philosophin Chantal Jaquet anhand von „transclasse-Figuren“ entworfene „Kulturtheorie sozialer Subjektivität“ (S. 27). Argumentiert wird, dass Klassenübergänger sich in eine Zone des Transits und damit in einen Prozess begeben, in dessen Verlauf sich Individualität im Spannungsfeld mit dem Sozialen herausbildet. Dieser Prozess ist grundsätzlich unabschließbar und setzt eine „Arbeit an der Metamorphose“ (ebd.) voraus. Bildung fungiert dabei als ein zweischneidiges, soziale Dynamiken gleichzeitig ermöglichendes und verhinderndes Schwert. Veranschaulicht wird dies anhand von Texten, die von der „Erfindung der Selbstlebensbeschreibung“ (S. 47) durch ‚ungelehrte‘ Autoren bis hin zu literarischen Selbstzeugnissen reichen, in denen die soziale Ortlosigkeit der Autoren zum Gegenstand literarischer Reflexion wird. Die Berufsschriftstellerin Anna Louisa Karsch kommt hier ebenso zu Wort wie der Pietist Johann Heinrich Jung-Stilling, der ‚lesende Schweizer Bauer‘ Ulrich Bräker und der Spätaufklärer Johann Gottfried Seume, gefolgt von Karl Philipp Moritz.
Dass Moritz‘ psychologischer Bildungsroman Anton Reiser (1785) herangezogen wird, um mit dem „Zufall der Geburt“ (S. 83) und dem Lebensweg Reisers nicht nur die Kontingenz, sondern auch die soziale und formale Desintegration zu illustrieren, ist ebenso sinnfällig wie gewagt und verweist auf eine grundsätzliche Schwierigkeit im Umgang mit Bildungsgeschichten. Bereits bei Moritz unterscheidet sich der wirkliche Lebensweg des Autors markant von dem seines Protagonisten. Der Bildungserwerb wurde dem Autor nicht allein zur Qual, sondern führte ihn neben der Professur auch zur Mitgliedschaft in der Preußischen Akademie der Wissenschaften, so dass sich das Bildungsversprechen für ihn letztlich einlöste. Diese Diskrepanz zwischen realer und ästhetisch stilisierter Lebensgeschichte findet sich bis heute selbst in der von Blome angesteuerten Autosoziobiographie, weshalb zu einem realistischeren Bild der Verhältnisse noch immer auch der Abgleich von ‚Dichtung und Wahrheit‘ gehört. Dies umso mehr, als gerade auch die literarische Soziologie von jener Kluft zwischen Erwartung und Wirklichkeit lebt, an der Literatur als Kunst selbst in der Form von Dokumentarismen überhaupt erst ihre unverwechselbare „Farbe der Wahrheit“[3] gewinnt.
An Blomes überzeugend herausgearbeitetem Punkt ändert dies freilich nichts: Mit Moritz‘ Reiser, Goethes Wilhelm Meister sowie den Texten von Keller und Stifter kommt es zu einer signifikanten Verschiebung von der „Naturkunde zur Gesellschaftsbeschreibung“ (S. 108). Mit ihr ist der Grundstein für eine Literaturgeschichtsschreibung der sozialen (Nicht-)Mobilität gelegt, die der zweite Themenblock mit Sicht auf literarische Sozialfiguren und Genreverhältnisse konturiert. Auch hier wird eine Vielzahl von Werken herangezogen, um die Korrelation zwischen sozialen und literarischen Formen zu belegen. Gruppiert um die literarischen Figuren des Hauslehrers und des „wilden Mädchens“ (S. 236) zeigt Blome, dass Bildung in der Literatur nicht allein als „Disput der Ungleichheit“ (S. 162) und „Bildungsdrama“ (S. 177) gestaltet wird, sondern den bürgerlichen Bildungsexperimenten auch einen „poetische[n] Widerstand“ (S. 236) entgegensetzt. Von Jakob Lenz über Stendhal und Adalbert Stifter bis hin zu Spyri: In Dramen, Romanen und Novellen werden soziale Grenzgänger dargestellt, die ersichtlich machen, wie Bildung und Selbstbildung ineinandergreifen. Dabei wird zuweilen über das Ziel hinausgeschossen, so wenn Heidi zwischen „Alp und Alphabetisierung“ (S. 266) umstandslos in den Reigen der Klassenübergänger aufgenommen wird. Diese Perspektive vernachlässigt, dass Johanna Spyri Individualität eher kulturräumlich als sozial denkt und sie ihr wildes Mädchen eben darum inmitten rauer Natur und gutbürgerlicher Kreise primär durch Herzensbildung glänzen lässt.
Das aber sind Marginalien, die nichts ändern an der Tragfähigkeit der Linie, die Blome von den Lehr- und Wanderjahren des späten 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart zieht. Zwar finden sich, so belegt der dritte, deutlich kürzere Themenblock, dort kaum noch Spuren früherer Idyllen, sehr wohl wird jedoch das mit dem Aufstiegsversprechen qua Bildung einhergehende Leiden an der „‚geteilten Gesellschaft‘“ (S. 18) thematisiert. Aufgestoßen wird das Tor zur Jetztzeit mit Karin Strucks Roman Klassenliebe (1973), von Blome nicht allein als „Liebesgeschichte und Klassenerzählung“ (S. 298) gelesen, sondern als eigentlicher Auftakt zu einer „Poetik des Klassenübergangs“ (S. 306). Neue Subjektivität und Bildungsexpansion gehen nun Hand in Hand und generieren eine „Gegenwart der Desintegration“ (S. 303), die sich trotz Bildungsgewinn nicht aufheben lassen will. Nichts scheint zu helfen gegen die erdrückende Macht der sozialen Verhältnisse, nicht der erweiterte Bekannten- und Freundeskreis, nicht die Mühe der Dissertation und schon gar nicht die Ehe. In diesem Fahrwasser bewegen sich mehr oder weniger auch die anschließend von Blome untersuchten „Bildungsgeschichten als Herkunftserzählungen“ (S. 315), angefangen bei Didier Eribon und Annie Ernaux über Saša Stanišić bis hin zu Deniz Ohde und Dilek Güngör. Dabei wird deutlich, dass zu den Klassenübergängern um 2000 auch Autoren mit Migrationshintergrund gehören.
Nimmt man nun aber an, dass durch die komplexeren Herkunftsverhältnisse auch die Bildungsgeschichten komplexer werden müssten, so findet man sich enttäuscht. Das liegt wohlgemerkt nicht an Blomes Studie. Vielmehr macht diese deutlich, dass, obgleich die Herkunfts- und Lebenswege immer verschlungener werden, die Form der Darstellung an Vielfalt einbüßt. Zwar wird mit dem Genre der Autosoziobiographie auf der inhaltlichen Ebene zunehmende Diversität kenntlich, die Schreibweise jedoch fällt hinter die in der Zeit um 1800 auffindbare Pluralität zurück. Keine Tragikomödien wie Lenz‘ Der Hofmeister oder Erzählungen wie Stifters Der Waldbrunnen fangen hier paradoxale Konstellationen wie den „freien Sklaven“ (S. 162) oder das Spannungsverhältnis von „Autonomie vs. Sozialpolitik“ (S. 239) ein. Stattdessen, dies stellt Blome unmissverständlich heraus, dominiert nun die „Problematik autosoziobiographischer Repräsentation“ (S. 326). Woher aber rührt diese Problematik? Liegt der Schlüssel vielleicht in einer Bildung, welche die Hoffnungsträger des Aufstiegsversprechens mit soziologischen Codes ausstattet, die wiederum den Niederschriften ihrer Erfahrungen eine gewisse Stromlinienförmigkeit verleihen?
Blome lässt diese Frage weitgehend außen vor und liest die Autosoziobiographien als Zeugnisse von Klassenübergängern, die sich gemeinsam auf den „Weg zu einer transclasse-communio“ (S. 331) machen. Wenn dem so wäre, dann wäre aus den unklassifizierbaren Einzelgängern um 1800 heute eine sozio-literarische Bewegung geworden. Dafür spricht, dass man sich selbst als „transclasse“ klassifiziert und so auch gelesen werden will. Diesem Anspruch kann die Literatursoziologie folgen oder auch nicht. Folgt sie ihm, so kann sie mit Blome am Ende attestieren, dass aus „Politiken der Form“ (S. 364) analog zu Patrick Eiden-Offes Poesie der Klasse eine eigene „Bildungspoesie“ (S. 367) entstanden ist.[4] Statt der literarischen Erfindung des Proletariats hätte man es bei der literarischen Soziologie dann mit der poetischen Erfindung einer Klasse von Klassenübergängern zu tun. So weit geht Blome nicht und belässt es bei einer „Poetik des Klassenübergangs“ (S. 306), der Schluss aber liegt nahe, dass hier neben einer Literaturgeschichte auch eine von einem romantischen Antikapitalismus getragene Sozialgeschichte konturiert wird. Erst so erfährt die „Problematik autosoziobiographischer Repräsentation“ (S. 326) überhaupt Relevanz und führt vor die Frage, wen oder was die Autosoziobiographien überhaupt vertreten.‚‚‚
Fest steht nach der Lektüre der Studie, dass die klassischen Ideale von Ordnung und sozialer Stabilität, wie sie noch mit dem Bildungsroman um 1800 verknüpft waren, trotz oder wegen der fortschreitenden Bildungsexpansion leidvollen Narrativen des Scheiterns von Bildungsinstitutionen und ihrer Aufstiegsversprechen weichen. In diesen Geschichten zieht sich die Thematisierung der emotionalen Dimension von Klassenzugehörigkeit einschließlich der Scham- und Entfremdungsgefühle durch, wird jedoch zunehmend angereichert mit Soziologismen. Von daher drängt sich der Gedanke auf, dass gerade die Form der Autosoziobiographie auch und nicht zuletzt die längst zur Leitwissenschaft aufgestiegene Soziologie vertritt. Dann aber wäre die mit Erfahrungen angereicherte Form weniger ein Indiz für eine kommende Gemeinschaft der Transklasse als vielmehr für die „überkodifizierte Kultur der Massenmedien“.[5] Wie die Liebe hätte die Bildung seit der Zeit um 1800 stilisierte Narrative generiert, innerhalb derer man seine eigene Erfahrung erklären kann. Im Verbund mit den Konzepten und Denkweisen der Soziologie wirken diese auf das Alltagsleben zurück und festigen ein Verständnis der sozialen Welt als Hort einer Ungleichheit, die man zwar überwinden will, deren man jedoch gleichzeitig als Konstitut des eigenen Schaffens bedarf. So gesehen wären die Hochkonjunktur der literarischen Soziologie und die mit ihr ausgestellte Erfahrung des schmerzhaften Bruchs mit der eigenen sozialen Herkunft einschließlich der kritischen Reflexion der Bildungsinstitutionen zumindest auch der Versuch, literarisch dahin zu kommen, wo die Soziologie mit Vertretern wie Bourdieu, Bauman, Beck oder auch Reckwitz schon ist: ins Zentrum massenmedialer Aufmerksamkeitsmärkte.
III.
Blome geht primär davon aus, dass Bildungsgeschichten „das Soziale lesbar werden“ lassen und uns folglich aufgeben, „das Soziale zu lesen“ (S. 368). Gleichwohl deutet sie treffsicher auf den kritischen Punkt, wenn es heißt, dass die literarische Selbstbeobachtung in dem Moment versagt, wo jene „gesellschaftlichen Dynamiken selbst“ in den Blick rücken müssten, „die die Erzählung solcher Geschichten bedingen, ermöglichen und befördern“ (S. 361). Dieser blinde Fleck führt nicht nur zurück zu der oben angesprochenen Kluft zwischen ‚Dichtung und Wahrheit‘, sondern verweist auch auf den Stellenwert von Bildungsgeschichten. Entscheidet man sich als Schriftsteller für dieses Format, so wählt man wie bei jeder literarischen Form eine Möglichkeit, von der ihrerseits Zwänge ausgehen. Dies gilt insbesondere für eine Form, deren Präfiguration sich nicht allein aus den Texten um 1800 herleiten lässt. Erinnert sei hier lediglich an Bourdieus einschlägige Schrift Ein soziologischer Selbstversuch,[6] in der bekanntlich ein ebenso mühevoller wie erfolgreicher Bildungsweg resümiert wird. Was sich als relativ stringente Biographie eines Bildungsaufsteigers deuten ließe, formte Bourdieu in seinem Selbstversuch bewusst weder als klassische soziologische Schrift noch als herkömmliche Autobiografie. Dem Soziologen ging es darum, mithilfe einer neuen Form die „biografische Illusion“ zu durchbrechen.[7] Ob dies gelang, kann dahingestellt bleiben. Entscheidend ist, dass eine Literaturgeschichtsschreibung der sozialen (Nicht-)Mobilität ohne Einbeziehung der Entwicklungsgeschichte soziologischer Schreibweisen nicht auskommt.
Zieht man diese Schreibweisen hinzu, so ständen die von Blome aufgerufenen Autosoziobiographien weniger für „soziale Unordnung“ (S. 366) als vielmehr für eine Verschiebung innerhalb der von ihr zu Recht zentrierten „Genreverhältnisse“ (S. 139). Zwar „offenbaren sich ihre Formexperimente als Resultat und Reflexionsweise gesellschaftlicher Veränderungsprozesse“, auch findet sich die „Ungleichkeit im Sozialen (…) in der Ungleichheit der literarischen Formen von Bildungsgeschichten“ (S. 366) wieder, aber vielleicht ist heute statt des Bildungsromans die Autosoziobiographie gerade darum dominant, weil sie auf den breiten Schultern einer überaus populären Soziologie ihren unklaren Textstatus überwunden hat. Damit ist nicht gesagt, dass Texte wie der Bourdieu‘sche Selbstversuch nicht ihrerseits von der Literatur präfiguiert sind, die bis in die Zeit um 1800 zurückreichen. Doch als bei der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Annie Ernaux im Jahr 2022 das Komitee ihre schonungslose Analyse des eigenen Lebens würdigte, wies Ernaux selbst wiederholt darauf hin, dass der „Wissenschaftsstar“ Bourdieu für ihr Schreiben Pate gestanden hätte.[8] Mit anderen Worten: Auch das von Blome eingehend untersuchte Genre lockt mit Versprechen, die nicht leicht einzulösen sind.
Das beginnt schon bei der nicht allein von Blome gehegten Erwartung, dass sich mittels der Autosoziobiographie das vertrackte Verhältnis von „Freiheit und Determiniertheit“ in den Griff bekommen ließe.[9] Bindet man diese Erwartung zudem an die – auch für Rückschritte sensibilisierende – Hoffnung auf einen behutsamen sozialen Wandel, so könnte auch hier eine herbe Enttäuschung folgen. Gehen wir an diesen spannenden Punkt dichter heran. Laut Blome sollen die „Bildungserzählungen gesellschaftlicher Grenzgänger:innen“ als Quelle der Erkenntnis über soziokulturelle Identitäten verdeutlichen, „dass der Erwerb von sozialen Privilegien auch als Erfahrung eines Verlustes erlebt werden kann“ (S. 357). Das scheint unbestritten. Auch bei den Bildungsaufsteigern wird der Gewinn mit Verlusten erkauft. Spätestens mit der Politisierung dieser Bilanz aber wird es knifflig, kann laut Blome doch
„aus der Narration solcher Erfahrungen eine politische Perspektivierung resultieren, die in Gayatri Chakravorty Spivaks Forderung nach ‚unlearning one‘s privilege as one‘s loss‘ (…) prägnant zum Ausdruck kommt und einen Gewinn bedeuten kann: Privilegien, egal ob durch Geburt verliehen oder im Laufe des Lebens erworben, können den Blick auf Lebenserfahrungen und auf Formen der Bildung und des Wissens verstellen, die an weniger privilegierte Standorte gebunden sind. Privilegien als Verlust einer Wahrnehmung marginalisierter Perspektiven aufzufassen heißt, diesen eine besondere politische und gesellschaftliche Bedeutung zuzumessen und Aufmerksamkeit auf die Formen nicht nur ihrer Artikulation zu richten, sondern auch auf diejenigen Geschichten, die nicht oder nur schwer in literarische Erzählungen zu überführen sind“ (S. 357).
Blome stößt hier eine Debatte an, bei der offenkundig weit mehr auf dem Spiel steht als nur die Genese und Tragfähigkeit einer hybriden Gattung. Als Teil der gesellschaftlichen Selbstaufklärung soll die Autosoziobiographie die ungleichen Verhältnisse nicht nur vor Augen führen, sondern auch dazu beitragen, diese aus der Welt schaffen. Das ist ein hoher Anspruch, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um eine Form handelt, deren literarische Selbstbeobachtung laut Blome in dem Moment versagt, wo die Bedingungen der eigenen Möglichkeit ins Blickfeld rücken müssten. Stellt man diese für einen Moment in den Fokus und schaut auf den Literaturbetrieb, so stößt man auf die alten Verteilungskämpfe zwischen alteingesessenen Autoren, aufstrebenden Newcomern, klassischen Schreibweisen und zeitgenössischen Trends. Was aber sagt man einem Autor wie Christoph Poschenrieder, der beklagt, dass er als weißer Mann mittleren Alters ohne Migrationshintergrund von der Literaturkritik marginalisiert werde?[10] Dass er den Gewinn des Verlustes seiner Privilegien nur noch nicht erkannt hat und ihm dieser schon im Zuge seiner neuen Tätigkeit als Straßenbahnführer bewusst werden wird? Vielleicht. Erfahrungsgemäß aber fällt dem Menschen gleich welcher Couleur das theoretisch leicht geforderte Verlernen der eigenen Privilegien in der Praxis doch eher schwer. Und so gehört zur Bedingung der Möglichkeit des Florierens von Schlagworten wie „Autosoziobiographie: Literatur in der Klassengesellschaft“, „Herkunft und Literatur“ oder auch „Migrationsvordergrund“ vielleicht gar nicht das Verschwinden von Privilegien, sondern eine sich im literarischen Feld entlang der Genres vollziehende Verschiebung der Sozialverhältnisse.[11]
Wenn Blomes Geschichte „von sozialer und ästhetischer Emanzipation“ (S. 51) eines ganz deutlich macht, so dass sich die von Spivak unter Rückgriff auf Gramsci in ihrem einschlägigen Essay Can the Subaltern Speak?[12] aufgeworfene Frage heute bejahen lässt. Die „Subalternen“ können sprechen, und dies nicht zuletzt dank stetig wachsender Bildungschancen, die es auch Menschen aus scheinbar machtlosen Dispositionen heraus ermöglichen, Zugang zu hegemonialen Strukturen der Repräsentation zu finden. Nach den Proletariern, Hauslehrern und wilden Mädchen um 1800 haben auch die „Arbeiterkinder an deutschen Universitäten“ (Dahrendorf) nebst Kriegsflüchtlingen sprechen und schreiben gelernt. Sie alle stehen für jene „Entstehung und Entwicklung sozialer Kollektive“, welche „sich immer auch als Geschichte politisch relevanter Imaginationen erzählen“ (S. 359) lässt. Von daher leuchtet Blomes These ein, dass sich schon um 1800 angesichts „neuer Deutungsmuster von Bildung und der umfassenden Veränderung der Gesellschaftsordnung eine literarische Auseinandersetzung mit Modellen der Vermittlung von Sozial- und Bildungsverhältnissen“ (ebd.) herausbildete, deren Wirkung sich bis zur kontemporären Autosoziobiographie verfolgen lässt. Wenn dieses Genre aktuell aber derart neue Aufmerksamkeit erfährt, so ist dies nicht zwingend auf seine gesellschaftliche oder politische Relevanz zurückzuführen.
IV.
Blomes Studie ermöglicht die Diskussion der hier nur angerissenen Fragen, weil sie – im besten Sinne des Wortes – forsch „Doing Genre“[13] und „Doing Class“ zusammendenkt. Will man diesem Ansatz weiter nachgehen, wird man den eher flüchtigen Blick, den Blome auf die Gesellschaftstheorie wirft, vertiefen müssen. Besondere Berücksichtigung sollte dabei Blomes Einsicht in ein wahrhaftes „Dilemma“ (S. 367) erfahren. Dieses Dilemma ergibt sich daraus, dass sich der „geteilte, kollektive (Erzähl-)Zusammenhang“ (S. 365) für die „Subjekte von Bildungswegen, die als soziale Aufstiege angesehen werden wollen“, zwar als poetischer Ausweg darstellt, sie durch Beschreiten dieses Auswegs aber „am Ende selbst zu Mitwirkenden am Narrativ vom Schaffen oder Scheitern“ (S. 367) werden. Beschrieben wird damit nicht etwa die Bildungsmisere, sondern eine Paradoxie, der sich selbst die Transklasse nicht entziehen kann. Dem Bildungsversprechen ist das Risiko, enttäuscht zu werden, inhärent. Und macht man der Enttäuschung Luft, indem man sich mit einschlägigen Wissenschaftstexten wappnet und soziologisch durchcodierte Autosoziobiographien verfasst, lassen sich zwar die Genreverhältnisse ändern, die Ungleichheiten bleiben jedoch bestehen und werden letztlich kulturalisiert.
Blomes These, dass in der literarischen Darstellung von Bildungserfahrungen ein besonderes epistemologisches Vermögen zum Ausdruck kommt, bleibt von diesem Dilemma unberührt. Zu überlegen wäre lediglich, wie und wo sich theoretisch ansetzen ließe, um dieses Vermögen zu nutzen. Denkbar wäre, dass man dem erkenntnistheoretischen Potenzial gerade der Autosoziobiographie noch einmal ganz anders beikommt, indem man die Literatur und Soziologie stärker als eigenständige Wissensbereiche akzentuiert. Ihre Dekonstruktion der „Illusion der Chancengleichheit“[14] basiert auf der zunehmend routiniert verlaufenden Verschachtelung von Herkunft, Klasse und Geschlecht (Stichwort: Intersektionalität). Wenn also, wie Blome treffend festhält, die Autosoziobiographien vom Publikum wie auch von der Kritik und Wissenschaft als „eine literarische Spielart der Soziologie“ (S. 359) gelesen werden, so verschiebt sich die Grenze zwischen den Kulturen der Literatur und Soziologie[15] zugunsten letzterer. Die Soziologie zeigt sich fasziniert vom „zeitdiagnostische(n) Potential“ der Autosoziobiographie und das Feuilleton stimmt ein.[16] Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um „Erzählungen von sozialem Aufstieg durch Bildung“ oder literarische Texte handelt, die „die Angst vor gesellschaftlichem Abstieg trotz Bildung zum Ausdruck bringen“ (S. 11). Was zählt, ist die Kombination von Triggerworten.
Für die Literatur kommt diese Tendenz einer Selbstbeschneidung gleich. Führten um 1800 die Wege randständiger Autoren niederer Herkunft noch durch eine soziale Welt, die sich für einen Ulrich Bräker wie ein schwer zu durchschauendes „Labyrinth“ (S. 71) anfühlte, so steuern die Autoren heute wohlinformiert als „transclasse-Figuren“ (S. 363) zielstrebig in die Mitte einer Gesellschaft, der sie falsche Versprechen vorwerfen. Wo aber selbst die jungen und nicht mehr ganz so jungen, in prekären und wohlhabenden Verhältnissen situierten Protagonisten einer Fernsehdokumentation wie „Das falsche Versprechen vom Aufstieg“ mit einem Vokabular und Argumenten auftreten, wie sie sich auch in der (literarischen) Soziologie finden, da wird die Bezugnahme auf Literarizität und die Eigenlogiken der Narration hinfällig. Stattdessen wachsen die Zweifel, ob diese den Autosoziobiographen tatsächlich dazu dient, „sich von nicht-literarischen Soziologien abzuheben und einen im literarischen Erzählen verankerten Reflexionsprozess zu behaupten“ (S. 365). Suhrkamp kann versuchen, einen preisgekrönten Debütroman wie Streulicht[17] im Klappentext mit den Worten zu bewerben, dass hier wahrhaftig und einfühlsam die „feinen Unterschiede in unserer Gesellschaft“ erkundet werden und „Satz für Satz“ den „Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin“ nachgespürt wird. Wer mit der Literatur um 2000 auch nur einigermaßen vertraut ist, kennt die Zuschreibungen und Erwartungen zur Genüge und weiß um die „Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit, der verinnerlichten Abwertung und dem Versuch, sich davon zu befreien.“[18]
Von daher wünscht man sich nach der Lektüre die unordentlichen Verhältnisse der Zeit um 1800 zurück; keine Bildungsgeschichten à la Heidi, aber die tollkühnen, sich zwischen Drama und Roman abspielenden Bildungsbiographien haben eine Dringlichkeit, wie sie den Narrativen heutiger Klassenübergänger nicht mehr zu eigen ist. Zu standardisiert sind die „Strategien der Artikulation von Nicht-Zugehörigkeit“ (S. 346) der Bildungs- und Herkunftsgeschichten bis hin zum „(postmigrantischen) Gegenwartsroman“ (S. 341), als dass man ihrem Versprechen noch glaubt, „Ungehörtes hörbar“ (S. 349) zu machen. Unsere Hinter- und Vordergründe haben wir alle, und so müssen die Stimmen „diverser Diversität“ vielleicht nicht länger dafür herhalten, vehement „Bildungsungleichheit, Klassismus und Rassismus“ (S. 350) zu bezeugen, um eine „Pluralität von Meinungsäußerungen zur Grundlage eines Erkenntnisprozesses über Teilhabemöglichkeiten, über Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit“ (S. 351) zu machen.[19] Der Erfolg der vormals uneindeutigen Textform der Autosoziobiographie repräsentiert bereits eine neue Ordnung, die sich durch die fortschreitende Auflösung traditioneller Bildungshierarchien und den Abbau sozialer Schranken hergestellt hat. Und so sollte man den Spieß womöglich umdrehen und gerade in der Einförmigkeit der Bildungsgeschichten ihren literatursoziologischen Reiz sehen.
Dazu ließe sich auf Voßkamps Verständnis der Gattungen als literarische Institutionen zurückgreifen und argumentieren, dass sich mit der Autosoziobiographie eine Form institutionalisiert hat, in der, ganz wie Blome festhält, „Soziabilität in der literarischen Beobachtung ihrer Unsicherheit, Fragwürdigkeit oder gar Verweigerung und Negation“ (S. 363) entsteht. Kann sich diese Form etablieren und trifft auf große Resonanz, so spricht das dafür, dass Unsicherheit, Fragwürdigkeit und Verweigerung zur präferierten Haltung unserer Zeit geworden sind. Ob diese Haltung den Weg zur Realutopie ebnet oder nur die Konfektionsmode der spätmodernen Gesellschaft ist, wäre genauer zu prüfen. Was man bislang mit Sicherheit sagen kann, ist, dass die neue Form gesellschaftliche Relevanzansprüche geltend macht. Und warum auch nicht? Vor dem Hintergrund der wachsenden Durchlässigkeit der Verhältnisse ist es allemal einen Versuch wert. Und wer an den falschen Versprechungen verzweifelt, kann zum Trost zu einer Autosoziobiographie großbürgerlichen Typs wie etwa Christian Krachts Eurotrash[20] greifen. Auch sei jene Literatur aus der Zeit um 1900 empfohlen, welche bildungsbewusst die selbst gewählte Desintegration (einschließlich des sozialen Abstiegs) thematisierte. Franziska Gräfin zu Reventlow oder auch Else Lasker-Schüler mussten ihre Privilegien nicht mithilfe einer Kulturtheorie verlernen, weil die schreibenden Frauen das freie Künstlerleben den durch den Zufall der Geburt erworbenen Vorrechten vorzogen. Im Grunde aber genügen die von Blome so kenntnisreich für die Zeit um 1800 ins Licht gezogene „‚zerstückte‘ Ordnung des Romans“ (S. 88) oder das „Theater der Eigenschaftslosigkeit“ (S. 94) völlig, um zu ermessen, dass schwer zu klassifizierende Geschöpfe prinzipiell ganz ohne Authentizitätsstrategien die Rahmen jedweder Genremalerei zu sprengen vermögen. Und so legt man die Studie dankbar und froh mit der Hoffnung aus der Hand, dass kommende Akteure ohne Statusunsicherheit nach oben streben – und sei es, um in den Bibliotheken nach Titeln abseits des Gängigen zu greifen.
Fußnoten
- https://www.ardmediathek.de/video/das-falsche-versprechen-vom-aufstieg/das-falsche-versprechen-vom-aufstieg-you-can-win-if-you-want/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kdW5nLzI4MjA0MC80OTE2NzAtNDcxNzE4 (1.06.2026)
- Wilhelm Voßkamp, Der Roman eines Lebens. Die Aktualität der Bildung und ihre Geschichte im Bildungsroman, Berlin 2009.
- Hito Steyerl, Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien/Berlin 2008.
- Siehe hierzu: Patrick Eiden-Offe, Die Poesie der Klasse. Romantischer Antikapitalismus und die Erfindung des Proletariats, Berlin 2017.
- Eva Illouz, Der Konsum der Romantik. Liebe und kulturelle Widersprüche des Kapitalismus [2007], Berlin 2022, S. 223.
- Pierre Bourdieu, Ein soziologischer Selbstversuch, aus dem Französischen von Stephan Egger, Frankfurt am Main 2002.
- Siehe hierzu ausführlich: Pierre Bourdieu, Die biographische Illusion. Biographische Sozialisation, hg .v. Erika M Hoerning, Berlin/Boston 2000, S. 51-60.
- Siehe hierzu: Ilija Matzko, Verdunstung in der Randzone. Die Geschichte eines Bildungsaufsteigers, Berlin 2023, S. 14.
- Carolin Amlinger, Retroverser Fortschritt, in: KWZ, Ausgabe 2023/2, https://kulturwissenschaftlichezeitschrift.de/ausgaben/ausgabe-2023-2/#amlinger-retroverser-fortschritt (12.04.2026)
- Siehe hierzu: Schriftsteller fährt jetzt Straßenbahn.„Irgendwann reicht’s, ich habe die Schnauze voll“. Von Uli Kreikebaum, in: Kölner Stadtanzeiger vom 28.01.2026. Online unter: https://www.ksta.de/kultur-medien/literatur-diogenes-schriftsteller-faehrt-jetzt-strassenbahn-1199834 (23.04.2026).
- Siehe hierzu: Steffen Martus, Erzählte Welt. Eine Literaturgeschichte der Gegenwart, 1989 bis heute. Berlin 2025, S. 457, 472 und 491 und 501.
- Gayatri Chakravorty Spivak, Can the Subaltern Speak?, in: Cary Nelson / Lawrence Grossberg (Hg.), Marxism and the Interpretation of Culture, Urbana / Chicago 1988, S. 271–313
- Angela Gencarelli, „Doing Genre. Grundlagen, Begriffe und Perspektiven einer praxeologischen Gattungsforschung“, in: dies. (Hg.), Doing Genre. Praxeologische Perspektiven auf Gattungen und Gattungsdynamiken, Berlin / Boston 2024, S. 1–22.
- Pierre Bourdieu / Jean-Claude Passeron, Die Illusion der Chancengleichheit. Untersuchungen zur Soziologie des Bildungswesens am Beispiel Frankreichs, aus dem Französischen von Robert Picht und Barbara Picht, Stuttgart 1971.
- Wolf Lepenies, Die drei Kulturen. Soziologie zwischen Literatur und Wissenschaft, München 1985.
- Vgl.hierzu: Carolin Amlinger, Schreiben. Eine Soziologie literarischer Arbeit. Berlin 2022, S. 45 sowie Sina Farzin, Literatur als Quelle und Methode soziologischer Zeitdiagnose, in: Deutungsmacht von Zeitdiagnosen. Interdisziplinäre Perspektiven, hg. v. Heiner Hastedt. Bielefeld 2019, S. 139.
- Deniz Ohde, Streulicht. Roman, Berlin 2020.
- Siehe hierzu die Seite des Suhrkamp Verlags unter: https://www.suhrkamp.de/buch/deniz-ohde-streulicht-t-9783518429631 (22.04.2026)
- Zu „Diverse Diversität“ siehe Martus, Erzählte Welt, S. 513.
- Christian Kracht, Eurotrash. Roman, Köln 2021.
Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Hannah Schmidt-Ott.
Kategorien: Gesellschaft Gesellschaftstheorie Kultur Kunst / Ästhetik Soziale Ungleichheit
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