Annett Bochmann, Ulla Connor, Dominik Gerst, Vivien Sommer | Essay |

Die Grenzen der Soziologie

Warum es eine eigene Perspektive braucht

Ein Grundprinzip sozialer Ordnung

Grenzen und Grenzziehungen sind politisch explosiv und aufgeladen. Man denke an die Grenzen zwischen Wahrheit und Desinformation, menschlicher und künstlicher Intelligenz oder Zugehörigkeit und Ausgeschlossenheit. Gesellschaften streiten fundamental darüber, wo Grenzen gezogen werden, welche Formen sie annehmen sollen und wer überhaupt darüber entscheidet.

Um diese Konflikte zu verstehen, ist eine analytische Perspektive unerlässlich: Grenzziehungen sind soziale Prozesse mit machtvollen Konsequenzen. Sie mögen vor allem als territoriale, materielle Absperrungen bekannt sein, doch Grenzen existieren in vielfältigen Formen und wirken auch symbolisch. Grenzen sind kein randständiges Phänomen, sie sind konstitutiv für das Soziale selbst. Sie schaffen soziale Ordnung, aber auch Unordnung, Ambivalenzen und Räume des Dazwischen.[1] Sie sollten daher nicht als Spezialfall behandelt werden, für den ausschließlich ein Teilgebiet der Soziologie zuständig ist. Bislang wurde selten erörtert, was Grenzen im Sinne eines Grundbegriffs für die Soziologie leisten können. Dabei ist die Disziplin selbst auch durch Grenzziehungen entstanden.[2]

Die westliche Wissenschaftstradition etablierte beispielsweise mit der Zweiteilung in Natur- und Sozialwissenschaften zugleich eine Grenze zwischen dem Sozialen und der Natur. Doch die Trennung war immer schon fragiler, als es dieser Ordnungsversuch nahelegt.[3] In vielen Kulturen und Gesellschaften werden Mensch und Natur als viel stärker miteinander verwoben konzeptualisiert.[4] Auch in der gegenwärtigen westlichen Wissenschaft wird diese Ordnung zunehmend hinterfragt – sei es im Anthropozän, im Zusammenhang mit dem Klimawandel oder in den aktuellen Debatten um planetare Belastungsgrenzen.[5]

Im tradierten disziplinären Rahmen zeigt sich durchaus, dass Grenzziehungen die soziologische Forschung seit jeher begleiten. Ein Beispiel hierfür ist die Unterscheidung zwischen Normalität und Abweichung. Beginnend beim Körper, der ersten und unmittelbaren Grenze, der zugleich Innen und Außen sowie biologisch und sozial codiert ist,[6] bewerten Menschen einander als angepasst oder unangepasst.[7] Die Folgen für Personen, die von gesellschaftlichen Normen abweichen, reichen von sozialer Ausgrenzung, Beschämung oder Stigmatisierung[8] bis hin zur Unterbringung in Einrichtungen, die durch diese Grenzziehungen entstanden sind, wie Psychiatrien,[9] Gefängnisse[10] oder Lager.[11] Damit verbunden ist die fundamentale Frage für eine Gesellschaft, wer überhaupt als zugehörig gilt: Wie prägen Inklusions- und Exklusionsbestimmungen Vergesellschaftungsprozesse? Hierüber bestimmen Praktiken der Humandifferenzierung zwischen Geschlechtern, Ethnien, Klassen und Staatsangehörigkeiten[12] sowie territoriale Grenzen, die Mobilität regulieren, Körper sortieren und globale Ungleichheiten institutionalisieren.[13]

Diese Beispiele verdeutlichen: Sobald wir uns mit Gesellschaft beschäftigen, stoßen wir auf sozial geformte Grenzen. Die besondere Aufgabe der Soziologie besteht darin, diese Grenzziehungen nicht einfach zu übernehmen, sondern sie in ihrer Komplexität zu erschließen. Die Gesellschaft von ihren Grenzen aus zu betrachten, eröffnet andere Perspektiven und wirft neue Fragen auf.[14] Die Grenzsoziologie zu reaktivieren und weiterzuentwickeln ist sowohl sozial- als auch gesellschaftstheoretisch notwendig. Der folgende Überblick verfolgt das Ziel, die Grenze als Grundbegriff der Soziologie mithilfe verschiedener Begriffs- und Forschungstraditionen zu etablieren.

Grenzen und Grenzziehungen im soziologischen Kanon

Auch wenn die Grenze bislang kaum als gesellschafts- oder sozialtheoretischer Grundbegriff verwendet wird, lassen sich im klassischen wie im gegenwärtigen soziologischen Kanon zahlreiche Anknüpfungspunkte finden.[15] Georg Simmel begriff Grenzen im Rahmen seiner Theorie gesellschaftlicher Wechselwirkungen als relationale Formen, die zugleich trennen sowie verbinden und damit soziale Beziehungen strukturieren. Sie markieren nicht nur Differenzen, sondern bringen diese auch aktiv hervor. Wesentlich ist, Grenzen nicht nur räumlich zu denken, wie es in der Geografie häufig getan wird, sondern sie als „soziologische Tatsache, die sich räumlich formt“,[16] zu begreifen. Wiederfinden lässt sich dieser interaktionistische Gedanke der prozessualen Aushandlung von Grenzen auch bei Erving Goffman. Dazu gehören seine Schriften zu Formen gesellschaftlicher Ausgrenzungen[17] oder zur interaktionalen Arbeit an den Territorien des Selbst.[18]

Ein eigenes Verständnis von Grenzen hat die Philosophische Anthropologie: Ausgangspunkt ist Helmuth Plessners Beschäftigung mit der Stellung des Menschen zwischen Kultur und Natur, also der inneren Zurückgeworfenheit und dem äußeren Ausgesetztsein.[19] Die Reichweite dieses fundamentalen, an die Frage des Menschseins geknüpften Grenzbegriffs für die Soziologie wird später deutlich bei Thomas Luckmann und dessen Grenzen der Sozialwelt.[20] Zuletzt hat Gesa Lindemann die Grenzen des Personseins im anthropologischen Quadrat – Lebensanfang, Lebensende, Abgrenzung zum Tier und zur Technik – erkannt und darauf aufbauend das Grenzregime der Moderne skizziert.[21]

Für Niklas Luhmann sind es Operationen, die die Grenze zwischen System und Umwelt kontinuierlich festlegen und wiederum auf Unterscheidungen beruhen, die wie soziosymbolische Sinngrenzen wirken.[22] Jede soziale Ordnung entsteht demnach erst durch Grenzziehungen. Weiterentwicklungen dieses systemtheoretischen Verständnisses lassen sich in der soziologischen Netzwerkforschung erkennen.[23] Besondere Beachtung haben dabei jüngst jene Grenzrollen und -stellen erfahren, die kommunikative Abgrenzungen wie auch Übergänge zwischen oder innerhalb von Organisationen steuern, beobachtbar etwa als Praxis der Diplomatie.[24]

Hinsichtlich symbolischer und sozialer Grenzziehungen dürfen die Anthropologie von Fredrik Barth und Mary Douglas[25] sowie Pierre Bourdieus Distinktionsbegriff nicht außer Acht gelassen werden.[26] Durch das Ziehen von Boundaries werden gesellschaftliche Positionen, Ressourcen und Machtverhältnisse strukturiert. Zentral wurde dieses Konzept von Michèle Lamont und Virág Molnár ausformuliert, die damit den Weg für eine eigenständige Boundary-Forschung bereitet haben.[27] Diese beschäftigt sich mit verschiedenen Differenzierungsachsen und untersucht, wie soziale Abgrenzung, Zugehörigkeit und Ungleichheit durch symbolische Praktiken hergestellt werden. Dabei wird immer wieder auf konzeptuelle Entwicklungen und empirische Erschließungen im Bereich der Forschung zu ethnischen Grenzziehungen rekurriert.[28] Daran knüpft das kultursoziologisch ausgerichtete Programm der Humandifferenzierung an. In diesem werden Grenzen als besondere „Erhärtungen“ kultureller Unterscheidungen behandelt.[29]

In all diesen Ansätzen wird die Grenze als sozialer Prozess, Operation oder klassifikatorische Praxis betrachtet. Dabei wird in jedem Fall von der Grenze ausgegangen und deren Überschreitbarkeit als abgeleitetes Merkmal beschrieben. Dies gilt nicht für kulturanthropologische Arbeiten, die den Begriff der Schwelle oder der Liminalität verwenden, um das Soziale im Moment der Grenzüberschreitung oder von ihm ausgehend zu perspektivieren.[30] In ähnlicher Weise haben poststrukturalistische Theoretiker:innen die Grenzüberschreitung priorisiert; Michel Foucault interessierte sich etwa für soziale Ausgrenzungsmechanismen und die diskursiven wie räumlichen Aspekte von Übergängen, zum Ausdruck kommt dies etwa in seiner Vorrede zur Überschreitung oder im Begriff der Heterotopie.[31] Doch auch postkoloniale Ansätze weisen auf Phänomene des Dazwischen hin, wie etwa Homi Bhabha mit seinem Konzept der Hybridität und der „dritten Räume“.[32]

Dass Grenzen auch materiell vermittelt sind, wird in den klassischen Ansätzen meist vernachlässigt, aber unter anderem von Bruno Latour klargestellt: Sie entstehen in Netzwerken aus Menschen, Dingen sowie Infrastrukturen und entfalten gerade durch diese sozio-materielle Verankerung ihre Wirksamkeit.[33] Susan Leigh Star hat in diesem Zusammenhang gezeigt, wie sogenannte „boundary objects“ – Objekte, die in verschiedenen sozialen Welten zugleich präsent sind – Grenzziehungen stabilisieren und vermitteln, ohne sie aufzulösen.[34] Diese kleine Theoriegeschichte ist damit längst nicht erschöpft.

Im deutschsprachigen Raum haben diese interaktionistischen, philosophisch-anthropologischen, systemtheoretischen, symbolischen, poststrukturalistischen und materiellen Grenzbestimmungen unterschiedlich stark Resonanz erfahren. Hierzu gehört unter anderem die gesteigerte Sensibilität im Kontext der Globalisierungsdebatte ab den 1980er-Jahren, die vor allem Grenzüberschreitungen in den Mittelpunkt rückte.[35] Daran angrenzend haben sich Forschungsfelder wie die Transnationalismusforschung, die Migrations- oder die Europasoziologie mit ihren jeweils eigenen Grenzverständnissen entwickelt.[36]

Spätestens seit der Jahrtausendwende hat sich das soziologische Interesse an politisch-territorialen Grenzen intensiviert; die interdisziplinären Border Studies etablierten sich zunehmend. Eine deutsche Grenzsoziologie wurde vor zwanzig Jahren erstmals mit dem gleichnamigen Sammelband von Monika Eigmüller und Georg Vobruba adressiert.[37] Mit dem Untertitel Die politische Strukturierung des Raumes fokussierten sich die Autor:innen auf ein räumlich-territoriales Verständnis. In dieser Tradition entstanden raumsoziologische Untersuchungen,[38] die Grenzregimeforschung[39] oder Arbeiten zu europäischen Grenzräumen[40] und ihren Sortiermechanismen.[41] Daneben gibt es Versuche, den Grenzbegriff wieder breiter zu fassen, indem border- und Boundary-Forschungen zusammengeführt werden.[42] Im Kontext der Digitalisierung sowie posthumanistischer und neumaterialistischer Beschäftigungen mit Mensch-Tier- oder Mensch-Technik-Verhältnissen verbreitet sich der Grenzbegriff jedoch auch in Bereichen ohne räumliche Grenze.[43]

Die Grenze soziologisch neu gedacht

Was diese verschiedenen Zugänge verbindet, ist zugleich das, was sie trennt: Sie haben jeweils eigene Verständnisse von Grenzen, ohne diese systematisch aufeinander zu beziehen. Hier setzt eine erneuerte soziologische Betrachtung der Grenze an. Sie beansprucht die Grenze nicht länger als Instrument zur Analyse spezifischer Phänomene, sondern als allgemeinsoziologischen Begriff, der jenseits feldspezifischer Engführungen zu verstehen ist. Erneuerung bedeutet in diesem Fall nicht, bisherige Forschungstraditionen zu verwerfen; vielmehr soll die Grenze disperses soziologisches Wissen zusammenführen und theoretisch schärfen. Einzelne Fallstudien stellen mit solch einem Rahmen keine einmaligen Konstellationen mehr dar, sondern repräsentieren generalisierbare soziale Prozesse. Die soziologische Auseinandersetzung mit der Grenze soll zur theoretischen Verdichtung einladen, indem sie empirische Einsichten stärker sozial- und gesellschaftstheoretisch fundiert. Anstatt dass die Grenze als Gegenstand dient, soll sie eine eigene Sichtweise eröffnen, eine Perspektive, die historisch und global unterschiedliche Prozesse und Wissenstraditionen miteinander ins Gespräch bringt und dabei stets auch das mitdenkt, was sich ihr entzieht – das Nicht-Zuordenbare, das Weder-noch.[44]

  1. Mary Douglas, Purity and Danger. An Analysis of Concepts of Pollution and Taboo, London 1966; Victor Turner, Das Ritual. Struktur und Anti-Struktur, Frankfurt am Main 2005 [1969]; Homi Bhabha, Die Verortung der Kultur, Tübingen 2000.
  2. Eine soziologische Perspektive auf disziplinäre Grenzziehungen findet sich in: Bettina Beer / Matthias Koenig, Grenzziehungen im System wissenschaftlicher Disziplinen – der Fall der „Kulturwissenschaft(en)“, in: Sociologia Internationalis 47 (2009), 1, S. 3–38.
  3. Donna Haraway, Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen, Frankfurt am Main 1995; Bruno Latour, Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie, Frankfurt am Main 2008.
  4. Philippe Descola, Jenseits von Natur und Kultur, Berlin 2025.
  5. Katherine Richardson u. a., Earth Beyond Six of Nine Planetary Boundaries, in: Science Advances 9 (2023), 37.
  6. Douglas, Purity and Danger.
  7. Howard S. Becker, Außenseiter. Zur Soziologie abweichenden Verhaltens, Frankfurt am Main 1973.
  8. Erving Goffman, Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität, Frankfurt am Main 1967.
  9. Erving Goffman, Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen, Frankfurt am Main 1973.
  10. Michel Foucault, Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft, Frankfurt am Main 1973; ders.. Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses, Frankfurt am Main 1976.
  11. Annett Bochmann / Felicitas Fischer von Weikersthal (Hg.), Institution Lager. Theorien, globale Fallstudien und Komparabilität, Frankfurt am Main 2023.
  12. Dilek Dizdar / Stefan Hirschauer / Johannes Paulmann / Gabriele Schabacher (Hg.), Humandifferenzierung. Disziplinäre Perspektiven und empirische Sondierungen, Weilerswist 2021.
  13. Steffen Mau, Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert, München 2021; Sandro Mezzadra / Brett Neilson, Border as Method, or, the Multiplication of Labor, Durham/London 2013.
  14. Werner Schiffauer / Jochen Koch / Andreas Reckwitz / Kerstin Schoor / Hannes Krämer, Borders in Motion: Durabilität, Permeabilität, Liminalität, in: Working Paper Series B/Orders in Motion 1, Frankfurt (Oder) 2018.
  15. Jens Loenhoff, On Concepts of the Boundary in Classical Sociology, in: Orbis Idearum 4 (2016), 2, S. 95–106.
  16. Georg Simmel, Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung [1908], Berlin 2013, S. 697.
  17. Goffman, Stigma..
  18. Erving Goffman, Die Territorien des Selbst, in: der.: Das Individuum im öffentlichen Austausch, Frankfurt am Main 1974, S. 54–96.
  19. Helmuth Plessner, Die Stufen des Organischen und der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie, Berlin 1928.
  20. Thomas Luckmann, Über die Grenzen der Sozialwelt, in: ders., Lebenswelt und Gesellschaft, Paderborn 1980, S. 56–92.
  21. Gesa Lindemann, Gesellschaftliche Grenzregime und soziale Differenzierung, in: Zeitschrift für Soziologie 38 (2009), 2, S. 94–112.
  22. Niklas Luhmann, Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie, Frankfurt am Main 1987.
  23. Roger Häußling (Hg.), Grenzen von Netzwerken, Wiesbaden 2009.
  24. André Kieserling / Martin Weißmann (Hg.), Organisierte Grenzrollen. Außendienst und Publikumskontakte in soziologischer Perspektive, Wiesbaden 2023; Ramy Youssef, Die Anerkennung von Grenzen. Eine Soziologie der Diplomatie, Weinheim 2021.
  25. Douglas, Purity and Danger.
  26. Fredrik Barth, Introduction, in: ders. (Hg.), Ethnic Groups and Boundaries. The Social Organization of Culture Difference. Long Grove 1998, S. 9–38; Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt am Main 1987.
  27. Michèle Lamont / Virág Molnár, The Study of Boundaries in the Social Sciences, in: Annual Review of Sociology 28 (2002), S. 167–195.
  28. Charles Tilly, Social Boundary Mechanisms, in: Philosophy of the Social Sciences 34 (2004), 2, S. 211–236; Andreas Wimmer, The Making and Unmaking of Ethnic Boundaries: A Multilevel Process Theory, in: American Journal of Sociology 113 (2008), 4, S. 970–1022.
  29. Stefan Hirschauer, Menschen unterscheiden. Grundlinien einer Theorie der Humandifferenzierung, in: Zeitschrift für Soziologie 50 (2021), 3–4, S. 155–174.
  30. Arnold van Gennep, Übergangsriten, Frankfurt am Main 2005 [1909]; Victor Turner, Liminalität und Communitas, in: Andréa Belliger / David J. Krieger (Hg.): Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch, Wiesbaden 1998, S. 251–262.
  31. Michel Foucault, Vorrede zur Überschreitung, in: ders., Von der Subversion des Wissens, hg. von Walter Seitter, München 1974, S. 32–53; Michel Foucault, Die Heterotopien. Der utopische Körper. Zweisprachige Ausgabe, Frankfurt am Main 2005.
  32. Homi Bhabha, Die Verortung der Kultur, Tübingen 2000; Edward W. Soja, Thirdspace. Journeys to Los Angeles and Other Real-and-Imagined Places, Malden 1996.
  33. Latour, Wir sind nie modern gewesen.
  34. Susan Leigh Star / James R. Griesemer, Institutional Ecology, ‘Translations’ and Boundary Objects. Amateurs and Professionals in Berkeley's Museum of Vertebrate Zoology, 1907–1939, in: Social Studies of Science 19 (1989), 3, S. 387–420.
  35. John Urry, Sociology Beyond Societies. Mobilities for the Twenty-first Century, London 2000.
  36. Zur Übersicht: Dominik Gerst / Maria Klessmann / Hannes Krämer, Grenzforschung. Handbuch für Wissenschaft und Studium, Baden-Baden 2021.
  37. Monika Eigmüller / Georg Vobruba (Hg.), Grenzsoziologie. Die politische Strukturierung des Raumes, Wiesbaden 2006.
  38. Martina Löw / Gunter Weidenhaus, Relationale Räume mit Grenzen. Grundbegriffe der Analyse alltagsweltlicher Raumphänomene, in: Andreas Brenneis / Oliver Honer / Sina Keesser / Annette Ripper / Silke Vetter-Schultheiß (Hg.), Technik – Macht – Raum. Das Topologische Manifest im Kontext interdisziplinärer Studien, Wiesbaden 2018, S. 207–227.
  39. Sabine Hess / Bernd Kasparek (Hg.), Grenzregime. Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa, Berlin/Hamburg 2010.
  40. Ulla Connor, Territoriale Grenzen als Praxis. Zur Erfindung der Grenzregion in grenzüberschreitender Kartografie, Baden-Baden 2023; Dominik Gerst, Grenzwissen. Kategorisierungspraxis im deutsch-polnischen Sicherheitsfeld, Baden-Baden 2026; Vivien Sommer, What is a good Border? Qualities of Public Spaces in Cross-Border Planning Projects in the Basel Metropolitan Area, in: Letteria G. Fassari / Martina Löw (Hg.), The Social Quality of Public Space. Integration, Strategy, Subjectivation, London 2026, S. 163–181.
  41. Mau, Sortiermaschinen.
  42. Didier Fassin (Hg.), Deepening Divides. How Physical Borders and Social Boundaries Delineate our World, London 2019; Dominik Gerst / Hannes Krämer, Methodologische Prinzipien einer allgemeinen Grenzsoziologie, in: Stephan Lessenich (Hg.), Geschlossene Gesellschaften. Verhandlungen des 38. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Bamberg 2016, 2017, online unter: https://publikationen.soziologie.de/index.php/kongressband_2016/de/article/view/485 (06.07.2026).
  43. Donna Haraway, When Species Meet, Minneapolis 2008; Star/ Griesemer, Institutional Ecology, ‘Translations’ and Boundary Objects, S. 387–420.
  44. Grenzen bringen hervor, was sich ihnen entzieht: Annett Bochmann, Hybrid Spaces of Nonselection in World Society: Camps as Global Infrastructure, in: Population, Space and Place 32 (2026), 3, online unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/psp.70267 (06.07.1989).

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Noah Serve.

Kategorien: Geschichte der Sozialwissenschaften Gesellschaft Gesellschaftstheorie Globalisierung / Weltgesellschaft Migration / Flucht / Integration

Annett Bochmann

Dr. Annett Bochmann leitet das Forschungsprojekt Grenzmaterialitäten und Infrastrukturen an der Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Sozialwissenschaften, Arbeitsbereich Makrosoziologie). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Globale und Vergleichende Soziologie (Asien und Europa), mit Fokus auf Praxeologie, Materialität und Machtverhältnisse.

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Ulla Connor

Dr. Ulla Connor ist Postdoktorandin im Nachwuchskolleg Europa des Clusters für Europaforschung (CEUS) der Universität des Saarlandes. Sie ist Soziologin mit den Forschungsschwerpunkten Praxistheorie, Raumsoziologie, Grenz- und Europaforschung.

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Dominik Gerst

Dominik Gerst ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig, Arbeitsbereich Kultursoziologie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Grenzsoziologie, Soziologie des Essens, Digitale Kommunikation, Praxistheorie und Ethnomethodologie, Methoden qualitativer Sozialforschung.

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Vivien Sommer

Vivien Sommer ist Nachwuchsgruppenleiterin am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Erkner (bei Berlin). Seit 2023 leitet sie die Emmy Noehter-Nachwuchsforschergruppe „Das sozial-räumliche Gedächtnis der europäischen Grenzen: Dispositive des Erinnerns und Vergessens“.

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