Patrick Sachweh | Rezension |

Vermögen, Steuern und die Macht der Narrative

Rezension zu „Unverdiente Ungleichheit. Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann“ von Martyna Linartas

Martyna Linartas:
Unverdiente Ungleichheit. Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann
Deutschland
Hamburg 2025: Rowohlt
320 S., 24,00 EUR
ISBN 978-3-498-00735-5

Martyna Linartas hat ein engagiertes, kämpferisches – und mitunter auch zorniges – Buch über eines der drängenden Ungleichheitsprobleme unserer Zeit geschrieben: die ungleiche Verteilung und Konzentration privater Vermögen. Darin behandelt sie nicht nur das Faktum der Ungleichheit als solcher, sondern analysiert, wie Vermögensungleichheit im Wandel der Zeit in Deutschland öffentlich debattiert und politisch durch Besteuerung bearbeitet wurde. Zudem arbeitet sie anhand von Interviews mit Angehörigen der Wirtschaftselite deren Sicht auf die ungleiche Vermögensverteilung heraus und unterbreitet zuletzt politische Lösungsvorschläge. Das Buch richtet sich nicht ausschließlich an ein sozialwissenschaftliches Fachpublikum, sondern sucht den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen, schließlich handelt es sich um ein Thema von großer gesellschaftspolitischer Relevanz. Dass „Unverdiente Ungleichheit“ sich in nicht unwesentlichen Teilen auf empirisches Material aus der Dissertation der Verfasserin an der FU Berlin stützt, macht die Würdigung zugleich nicht ganz einfach. Denn das Buch erscheint seiner Anlage nach als öffentlichkeitswirksames Sachbuch, beinhaltet aber durchaus auch eigene empirische Erkenntnisse, die nach wissenschaftlichen Maßstäben beurteilt werden können.

Das Buch ist in vier Teile unterschiedlichen Umfangs gegliedert. Der erste Teil des Buches macht die Leser:innen mit den grundlegenden Fakten zur Vermögensverteilung in Deutschland und ihren gesellschaftlichen Folgen vertraut. Die Autorin, die im Alter von nicht einmal zwei Jahren als Kind einer polnischen Familie nach Deutschland einwanderte, führt anhand ihrer eigenen Biografie in das Thema der ungleichen Vermögensverteilung ein. Dieser autobiografische Einstieg entwickelt nun keine „rags-to-riches“-Aufstiegsgeschichte, sondern führt den Leser:innen durch den Verweis auf einen reichen Familienzweig in Mexiko sogleich die enorme Spannweite gegenwärtiger Ungleichheitsverhältnisse vor Augen – bittere Armut und Not hier, Wohlstand und Reichtum im Übermaß dort. Dies wird dann anhand verfügbarer Studien, etwa des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sowie mit grundlegenden Zahlen zur – in Deutschland stark ausgeprägten – Vermögensungleichheit unterlegt, wobei fachkundige Leser:innen hier weitgehend Vertrautes vorfinden. Zu den reichsten 1,5 Prozent der Bevölkerung zählen etwa vorrangig westdeutsche Männer fortgeschrittenen Alters, die überwiegend selbständig beziehungsweise unternehmerisch tätig sind und deren Vermögen zu nicht unbeträchtlichen Teilen aus Betriebsvermögen besteht. Dabei ist eine erstaunliche historische Kontinuität über zwei Weltkriege zu konstatieren: Gut ein Drittel der großen Vermögen heute geht auf Unternehmensgründungen vor dem Ersten Weltkrieg zurück.

Im Anschluss umreißt Linartas negative gesellschaftliche Folgen der Konzentration von Vermögen mit Blick auf Klima, Demokratie und soziale Mobilität. Sie identifiziert den überproportionalen CO₂-Ausstoß der Reichen als einen Treiber der Klimakrise. Die mit der Vermögenskonzentration einhergehende politische Ungleichheit macht sie als einen wesentlichen Faktor des Anstiegs der Ungleichheit aus – das gelte besonders für die ideelle Hegemonie der Eliten, die es ihnen beispielsweise erlaube, Steuerbegünstigungen für Reiche als dem Gemeinwohl dienlich darzustellen. Mit Blick auf die Ungleichverteilung von Erbschaften und eine niedrige soziale Mobilität schließlich charakterisiert sie Deutschland als eine „Erbengesellschaft“, in der nicht „die eigene Leistung für den Vermögensaufbau […] entscheidend [ist], sondern was einem durch Erbschaften und Schenkungen in den Schoß fällt“ (S. 64). Anschließend wird die Rolle von vermögensbezogenen Steuern als wichtigem demokratischen Instrument der politischen Bearbeitung und Regulierung von Vermögensungleichheit und -konzentration thematisiert. Der kontinuierliche Rückgang von Vermögenssteuern – und entsprechend der sinkende Beitrag der Vermögenden zum Steueraufkommen – sticht ins Auge: Neben der Aussetzung der allgemeinen Vermögenssteuer ist es vor allem die Erbschaftssteuer mit ihren zahlreichen Sonderregelungen und Ausnahmetatbeständen, die zur Reproduktion von Vermögensungleichheiten beiträgt. So wurden auf die rund 400 Milliarden Euro, die im Jahr 2023 vererbt wurden, nur etwa 2,3 Prozent (9,2 Milliarden Euro) an Erbschaftssteuer entrichtet – ein geringeres Aufkommen als dasjenige aus der Tabaksteuer (14 Milliarden Euro).

Der zweite Teil des Buches widmet sich entsprechend der Frage, wie es so weit kommen konnte, und untersucht die Geschichte der deutschen Erbschaftssteuer. Hier analysiert Linartas nicht nur deren historische Entwicklung, sondern arbeitet vor allem die „Repertoires an Narrativen“ (S. 97) – ein Konzept, das sie Lamont und Thévenots[1] „kulturellen Repertoires“ entlehnt – heraus, mit denen politische Akteure für oder gegen die Besteuerung von Erbschaften argumentiert haben. Einbezogen werden die Gesetzestexte der Reformen und die sie begleitenden Parlamentsdebatten, die in den Partei- und Wahlprogrammen präsentierten Positionen der Parteien sowie Fachliteratur und Zeitungsartikel. Offenbar handelt es sich um Analysen, die Linartas für ihre Promotionsarbeit durchgeführt hat, weshalb man mehr originäre wissenschaftliche Einsichten erhält als im ersten Teil, der im Wesentlichen die vorhandene Literatur – durchaus anschaulich und gut lesbar – zusammenführt. Wohl auch um das nicht-fachliche Lesepublikum nicht durch ein Übermaß an sozialwissenschaftlichem Jargon zu verlieren, stellt Linartas ihren theoretischen Ansatz mit der Metapher eines Theaterstücks vor. Dabei sind „Narrative“ die Geschichten der aufgeführten Stücke, unterschiedliche ökonomische Paradigmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte („Keynesianismus“, „Neoliberalismus“) hingegen die Skripte der Theaterstücke. Eingebettet sind diese Paradigmen in Ideologien, die den Rahmen – das Theaterhaus – bilden. Die politischen Akteure schließlich sind die Schauspieler, welche die Stücke aufführen. Hier deutet sich bereits der Spagat an, den Linartas mit ihrem Unterfangen bewältigen muss. Denn wenngleich die Theatermetapher für eine allgemeine Leser:innenschaft einleuchtend und aussagekräftig sein mag, könnten sich sozialwissenschaftlich informierte Leser:innen weiterführende Informationen und eine genauere Explikation des theoretischen Rahmens wünschen. Zu klären wäre dabei vor allem, wie die Beziehungen zwischen Skripten und politischen Akteuren theoretisch gefasst werden: Reflektieren sie die materielle beziehungsweise sozialstrukturelle Interessenlage der jeweiligen Interessengruppen und Elektorate, oder besitzen Ideen („Skripte“) eine eigenständige Wirkungskraft – mitunter auch gegen strukturell verankerte Interessen? Dies bleibt ein wenig unklar, wäre aber theoretisch wichtig, um die Frage zu beantworten, welche politischen Akteure zu welchen historischen Zeitpunkten mal diesen und mal jenen Skripten nahestanden.[2] Dazu unten mehr.

Die Fragen, denen Linartas im Folgenden nachgeht, lauten: „Wie hat sich die Erbschaftssteuer […] entwickelt? Wie haben sich die gesetzlichen Regelungen im Laufe der Zeit verändert und mit welchen Erzählungen wurden Änderungen begründet? Welches Repertoire an Narrativen vermochte es, die Erbschaftssteuer zu schwächen, welches Repertoire an Narrativen hat die Erbschaftssteuer gestärkt?“ (S. 98). Die historische Rekonstruktion spannt den Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs und den Erzberger’schen Steuerreformen über den Aufstieg des Ordoliberalismus nach dem Zweiten Weltkrieg und die (kurze) Ära des Keynesianismus zwischen den späten 1960er- und den mittleren 1970er-Jahren bis zum Aufstieg des Neoliberalismus ab den 1990er-Jahren. Dabei zeigt sich, dass insbesondere ab der letzten Phase die Argumente gegen eine Erbschaftssteuer im politischen Diskurs stark überwiegen (S. 157). Ohne die Befunde im Detail rekapitulieren zu können, ist – wie auch die Autorin betont – auffällig, dass „[d]ie wechselnden Theaterstücke, die Pro- und Kontra-Passagen zur Erbschaftssteuer, [zwar] ihre feinen Unterschiede haben [mögen], doch im Großen und Ganzen haben sie sich über die Jahre kaum geändert“ (S. 164). In der Tat: Wird über die Erbschaftssteuer im öffentlichen oder politischen Diskurs gestritten, trifft man auf wiederkehrende Argumente – die befürchteten negativen Folgen für Wirtschaft und Arbeitsplätze, das Recht auf Privateigentum, die Rolle von Betriebsvermögen auf der Kontra-Seite; die durch Erbschaften aufgeworfene Gerechtigkeitsfrage, der Beitrag zum Staatshaushalt und zum demokratischen Gemeinwesen, die Ungleichverteilung von Erbschaften auf der Pro-Seite. Die Häufigkeitsauszählungen der Argumentationsmuster zeigen dabei durchaus eine historische Variation: Während vor dem Zweiten Weltkrieg die Pro-Argumente noch überwogen, gerieten sie nach dem Zweiten Weltkrieg – mit Ausnahme der Episode des Keynesianismus – zunehmend in die Defensive (S. 156 f.). Doch warum setzen sich zu einem Zeitpunkt diese, zu einem anderen Zeitpunkt aber jene Argumente durch? Linartas’ Antwort scheint zu sein, dass insbesondere hegemoniale Repertoires an Narrativen ausschlaggebend sind. Je überzeugungskräftiger solche Narrativ-Repertoires waren und je eher „integre Politiker“ (S. 167) sich die „Stärkung der Erbschaftssteuer auf die Fahne schrieben“ (ebd.), desto eher schienen die Argumente auch politisch zu verfangen. Linartas selbst verweist darauf, dass es in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren einen parteiübergreifenden Konsens über den Ausbau des Wohlfahrtsstaates und den Abbau von Ungleichheit gab (S. 136). Aber warum verlor das keynesianische Narrativ in der Folge an Überzeugungskraft? Hierzu findet man im Buch wenig, was angesichts der Vielzahl von Analysen, die sich der Erschöpfung des keynesianischen Paradigmas und dem Aufstieg des Neoliberalismus widmen, ein wenig überrascht.[3] Ein Grund für das Ende des keynesianischen Narrativs könnte sein, dass die zeitgenössischen ökonomischen Problemlagen – eine stagnierende Wirtschaft, steigende Inflation, wachsende Arbeitslosigkeit und die Ölschocks 1973 und 1979/80 – mit den herrschenden wirtschaftspolitischen Paradigmen nicht länger bearbeitbar schienen und diese Ideen daher an Plausibilität einbüßten. Dies betrifft nicht zuletzt auch die wirtschaftspolitischen Orientierungen innerhalb der Sozialdemokratie, in der zunehmend ein angebotsorientiertes Paradigma Fuß fasste.[4] Eine stärkere Berücksichtigung der jeweiligen politischen und ökonomischen Problemkonstellationen und Rahmenbedingungen, in deren Kontext über die Erbschaftssteuer gestritten wurde und vor deren Hintergrund bestimmte Pro- und Kontra-Argumente mehr oder weniger überzeugend waren, wäre lohnenswert gewesen.[5] In Linartas’ Argumentation erscheint es ein wenig so, als bräuchte es lediglich überzeugte politische Akteure mit dem richtigen Narrativ, um den fiskalpolitischen Wind zu drehen.

Im dritten Teil des Buches schließlich untersucht Linartas auf Basis von Interviews mit 18 Angehörigen der Wirtschaftselite deren Sicht auf Ungleichheit und die Erbschaftssteuer. Den Zugang ermöglichte ihr ihre Tätigkeit als Mitarbeiterin im Büro einer Bundestagsabgeordneten. Diese Interviews sind zum einen inhaltlich interessant, da über die Weltsichten der Wirtschaftselite in Deutschland empirisch wenig bekannt ist. Zum anderen handelt es sich bei dieser Elite um eine mächtige Gruppe, die nicht zuletzt auf die Politik erheblichen Einfluss nimmt. Auch hier könnten sozialwissenschaftliche Leser:innen sich eine ausführlichere Explikation der (Macht-)Beziehungen zwischen Politik und Wirtschaft wünschen, nicht zuletzt um den systematischen Status dieses Teils des Buches einordnen zu können.

Wiederum analysiert die Autorin das Repertoire an Narrativen, die die Wirtschaftselite aufruft. Vieles von dem, was die Befragten berichten – die Relevanz von Bildung, die Trägheit des Staates, die Skepsis gegenüber Steuern – kommt einer politisch interessierten Leser:innenschaft ziemlich bekannt vor. Auch die Argumente gegen die Erbschaftssteuer im Besonderen – etwa zur Doppelbesteuerung, zur Substanzaufzehrung von Unternehmen, zum gierigen Staat, zur Eigentumsfreiheit – erinnern an die im zweiten Teil analysierten politischen Diskurse. Es wäre interessant gewesen, mehr zu Linartas’ Interviewmethode zu erfahren. Ein wenig kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, die Befragten hätten (auch) als Experten geantwortet. Daher ist fraglich, wie ergiebig das Material jenseits des angeführten „kommunikativen Wissens“ der Befragten tatsächlich ist. So richtig jedenfalls scheint auch Linartas den Ausführungen ihrer Befragten nicht zu trauen, denn sie konfrontiert die „Mythen“ der Wirtschaftselite mit einer Art „Faktencheck“.

Im letzten Teil schließlich unterbreitet die Autorin einen Vorschlag zur politischen Bekämpfung der Vermögensungleichheit. Sie schlägt eine Reform zur Stärkung der Erbschaftssteuer vor, die auf eine Integration von Erbschaften in den Einkommensteuertarif hinausläuft. Weiterhin erklärt sie das Grunderbe zu einer „gerechte[n] Wunderwaffe“ (S. 237) gegen Ungleichheit. Diese Idee hat verschiedene Vorläufer, etwa im Modell der sogenannten „baby bonds“ oder der Teilhabegesellschaft.[6] Der Kern dieses letzteren Konzepts besteht darin, dass jede:r Bürger:in mit der Volljährigkeit einen bestimmten Betrag vom Staat erhält – das DIW schlägt etwa 20.000 Euro vor –, der zur Finanzierung einer Ausbildung beziehungsweise eines Studiums, zum Erwerb von Eigentum oder zum Aufbau eines eigenen Vermögens genutzt werden kann. Modellrechnungen zeigen, dass die Vermögensungleichheit so tatsächlich (moderat) reduziert und der Vermögensaufbau in der vermögenslosen Hälfte der Bevölkerung befördert würde.[7] Allein durch Besteuerung bestehender Vermögen wird dies nicht gelingen, allenfalls wird der Anstieg der Ungleichheit verlangsamt. Eine wirksame Bekämpfung der Vermögensungleichheit muss also bei der Vermögensbildung ansetzen, wofür auch Linartas plädiert. Dabei bilden Vermögensbesteuerung „von oben“ und Vermögensaufbau „von unten“ zwei Seiten derselben Medaille, insofern die Steuern zur Refinanzierung des Grunderbes benötigt werden. Eine dritte Option bleibt bei Linartas jedoch außen vor: die Stärkung des öffentlichen Vermögens. Eine starke öffentliche Infrastruktur, besonders in den Bereichen Bildung, Wohnen, Gesundheit und Alterssicherung, würde die Abhängigkeit der individuellen Lebenschancen vom eigenen Kontostand verringern und so die Notwendigkeit privater Vermögensbildung reduzieren. Vorteilhaft wäre, dass so mutmaßlich Gemeinwohlorientierung und -bindung in der Bevölkerung gestärkt werden könnten, Werte also, die in einer Gesellschaft zahlreicher kleiner Eigentümer:innen nicht zwingend im Vordergrund stehen.

Insgesamt hat Martyna Linartas einen anregenden Beitrag zur Debatte über eine der wichtigsten Ungleichheitsfragen unserer Zeit vorgelegt. Die mediale Resonanz zeugt davon, dass das Buch offenbar einen Nerv trifft. Während ein nicht-fachliches Publikum hier einen gut recherchierten, flüssig geschriebenen und ansprechend aufbereiteten State of the Art der Vermögensungleichheitsforschung geboten bekommt und Einblicke in ihre politische Bearbeitung erhält, könnten manche sozialwissenschaftliche Leser:innen sich an der einen oder anderen Stelle eine vertiefte Auseinandersetzung wünschen. Umso gespannter dürften sie den genuin akademischen Publikationen der Forschung von Martyna Linartas entgegensehen.

  1. Michèle Lamont / Laurent Thévenot (Hg.), Rethinking Comparative Cultural Sociology. Repertoires of Evaluation in France and the United States, Cambridge 2000.
  2. Siehe zur Beziehung zwischen Ideen und wirtschaftspolitischen Paradigmen u. a. Mark Blyth, Great Transformations. Economic Ideas and Institutional Change in the Twentieth Century, Cambridge 2002.
  3. Siehe z. B. Peter A. Hall, Policy Paradigms, Social Learning, and the State. The Case of Economic Policymaking in Britain, in: Comparative Politics 25 (1993), 3, S. 275–296; Monica Prasad, The Politics of Free Markets. The Rise of Neoliberal Economic Policies in Britain, France, Germany, and the United States, Chicago 2006; Armin Schäfer, Krisentheorien der Demokratie. Unregierbarkeit, Spätkapitalismus und Postdemokratie, in: der moderne staat 2 (2009), 1, S. 159–183.
  4. Hierzu siehe Stephanie L. Mudge, Leftism Reinvented. Western Parties from Socialism to Neoliberalism, Cambridge 2018.
  5. Scheve und Stasavage argumentieren etwa, dass sich erfolgreiche Begründungen für eine stärkere Erbschaftsbesteuerung besonders auf „kompensatorische Argumente“ über die ungleiche Betroffenheit von Kriegen stützten; vgl. Kenneth Scheve / David Stasavage, Taxing the Rich. A History of Fiscal Fairness in the United States and Europe, Princeton 2016. Auch in Deutschland wurden nach beiden Weltkriegen große Vermögen steuerlich in die Pflicht genommen, so etwa über die Erzbergerschen Steuerreformen (1919/20) oder das Lastenausgleichsgesetz von 1952 (in der Bundesrepublik), das auch eine einmalige Vermögensabgabe beinhaltete.
  6. Anthony B. Atkinson, Inequality. What Can Be Done?, Cambridge 2015, S. 170; Gerd Grözinger / Michael Maschke / Claus Offe, Die Teilhabegesellschaft. Modell eines neuen Wohlfahrtsstaates, Frankfurt am Main 2006.
  7. Stefan Bach, Grunderbe und Vermögensteuern können die Vermögensungleichheit verringern, in: DIW Wochenbericht 88 (2021), 50, S. 807–815.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Hannah Schmidt-Ott.

Kategorien: Geld / Finanzen Gesellschaft Kapitalismus / Postkapitalismus Methoden / Forschung Politische Ökonomie Soziale Ungleichheit Wirtschaft

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Patrick Sachweh

Patrick Sachweh ist Professor für Soziologie am SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen und seit Dezember 2020 Dean der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Ungleichheitssoziologie, der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung und der Wirtschaftssoziologie.

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