Niklas Dummer | Rezension |

Wohneigentum ist politisch

Rezension zu „Mietwohnung oder Eigenheim? Soziologie des Wohneigentumsstatus“ von Philipp Kadelke

Philipp Kadelke:
Mietwohnung oder Eigenheim? Soziologie des Wohneigentumsstatus
Deutschland
Weinheim 2025: Beltz Juventa
474 S., 68 EUR

Immobilieneigentum beeinflusst die ökonomische Ungleichheit. Das ist gut belegt.[1] Doch wirkt es sich auch anderweitig aus? Kann es sein, dass unser Wohneigentumsstatus – also die Frage, ob wir zur Miete wohnen oder Eigentümer:in der Immobilie sind – unsere Einstellung zu Ungleichheit oder unser politisches Handeln beeinflusst? Diese in Deutschland bisher kaum erforschten Fragen untersucht Philipp Kadelke in seiner Dissertationsschrift Mietwohnung oder Eigentum? Soziologie des Wohneigentumsstatus. Dabei stellt er die These auf, „dass der Wohneigentumsstatus eine eigenständige mentalitätsprägende und handlungsevozierende Kraft ist, die ungleichheitsperpetuierende Effekte entfaltet“ (S. 22) und „dass bestimmte Ungleichheitshaltungen und politische Handlungsweisen im Wohnraum ‚heranreifen‘“ (S. 21). Demnach seien Wohneigentümer:innen nicht nur weniger kritisch gegenüber Ungleichheit eingestellt, sondern engagierten sich auch stärker, um ihre Ansichten politisch durchzusetzen.

Mit diesem Forschungsprogramm knüpft Kadelke an eine soziologische Tradition an. Bereits im 19. Jahrhundert wurden die sozialen Auswirkungen unterschiedlicher Wohnverhältnisse, insbesondere des Eigentümerstatus, prominent diskutiert. Bürgerliche Sozialreformer wie der österreichische Ökonom Emil Sax forderten, auch der Arbeiterklasse den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen. Auf diese Weise könnten sie in Zeiten von Arbeitslosigkeit mithilfe ihrer Immobilie Einkommen erzielen und würden stärker Kapitalisten gleichen, was Sax explizit guthieß. Dem hielt Friedrich Engels in seiner Schrift Zur Wohnungsfrage (1872/73) entgegen, Wohneigentum unterminiere die Politisierung der Arbeiter. Er sah in der Ausweitung des Wohneigentums in die oberen Arbeiterschichten hinein eine gezielte Maßnahme der Obrigkeit, um die Arbeiter ruhigzustellen und bei ihnen ein Interesse am Fortbestehen des Systems zu wecken. Auch der französische Sozialtheoretiker Frédéric Le Play war überzeugt, dass Wohneigentum konservative Neigungen intensiviere, da es die Familie stärke und eine stabile, hierarchische Gesellschaftsordnung fördere. Anders als Engels befürwortete Le Play dies allerdings.[2]

Entsprechende Thesen sind in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in der angloamerikanischen Forschungslandschaft aufgegriffen und empirisch untersucht worden. Heute existiert ein breiter Fundus an Studien, die einen etwaigen Zusammenhang zwischen Wohnstatus und politischen Einstellungen in den USA, Großbritannien und Australien analysieren. Wohneigentum, so das Ergebnis vieler dieser Forschungsarbeiten, mache insbesondere auf kommunaler Ebene politisch aktiver. Es erhöhe außerdem die Wahrscheinlichkeit, konservative Parteien zu wählen, und den Wohlfahrtsstaat abzulehnen, weil Eigentümer:innen finanziell unabhängig seien.[3] Jüngeren Publikationen zufolge haben der Wohnort, der Wert der Immobilie sowie die Höhe der allgemeinen Wohnkosten einen Einfluss auf das Wahlverhalten. Demnach neigten Hausbesitzer:innen in Gegenden mit hohen Immobilienwerten eher zur Unterstützung rechtsgerichteter Parteien, die sich für niedrigere Steuern einsetzen.[4] Eigentümer:innen, die in abgehängten Regionen leben und von steigenden Immobilienpreisen nicht profitieren, unterstützten eher populistische Parteien. Das Gleiche gelte für Mieter:innen, die unter hohen Wohnkosten leiden.[5]

Für Deutschland hingegen existieren bislang kaum Studien, die die Auswirkungen des Wohnstatus und der Wohnverhältnisse im Allgemeinen auf politische Einstellungen untersuchen.[6] Ein Grund dafür ist die mangelhafte Datenlage.[7] Aufgrund struktureller Unterschiede zwischen den Wohnungsmärkten in Deutschland und angloamerikanischen Ländern lassen sich Forschungsergebnisse aus Großbritannien, den USA oder Australien auch nicht einfach auf Deutschland übertragen. In den USA beispielsweise gilt der Erwerb einer eigenen Immobilie als Norm, Mieten hingegen als Wohnform zweiter Klasse. Deutschland ist im Unterschied dazu eine Mieter:innennation, mehr als die Hälfte aller Deutschen leben in Mietwohnungen. Letzteres wird hierzulande auch kaum mit einem niedrigen ökonomischen Status in Verbindung gebracht. Zudem sind deutsche Mieter:innen im internationalen Vergleich rechtlich besser abgesichert und profitieren von einem gut ausgebauten Sozialstaat. Gleichzeitig ist der Zugang zu Hypotheken in Deutschland restriktiver geregelt. Wer Wohneigentum erwerben will, sieht sich mit höheren Anzahlungsforderungen konfrontiert als etwa in den USA. Dies erschwert die Vermögensbildung durch Wohneigentum – erst recht für weniger wohlhabende Menschen (S. 88, 221–228).

Kadelkes Buch stellt insofern einen wichtigen und willkommenen Beitrag zur Klärung einer wenig erforschten, aber höchst relevanten Frage dar. Der Autor untersucht nicht nur, ob sich Probleme wie die Knappheit von bezahlbarem Wohnraum in Wahlentscheidungen niederschlagen. Ihn interessiert vor allem, inwieweit Wohnverhältnisse politische Einstellungen prägen – und somit potenziell den Status quo verfestigen. Dieser ist laut Kadelke geprägt von hoher Ungleichheit der Vermögen und steuerlichen Regelungen, die Eigentümer:innen gegenüber Mieter:innen finanziell auf vielfache Weise besserstellen (S. 74, 411). Die Untersuchung fällt mit 474 Seiten recht umfangreich aus und gliedert sich in sieben Kapitel. Das letzte Kapitel, eine Analyse von Sekundärdaten, die mit 130 Seiten knapp ein Viertel des Buches ausmacht, stellt den innovativen Kern der Arbeit dar. Doch der Reihe nach.

Zu Beginn des ersten Kapitels plausibilisiert der Autor zunächst, warum Wohn- und Eigentumsverhältnisse überhaupt eine Wirkung auf politische Einstellungen haben könnten. Er führt aus, dass Wohnraum Lebensverläufe und Sozialisation in besonderem Maße präge und Privateigentum die Wahrnehmung von Selbstwirksamkeit und Entscheidungsfreiheit stärke. Zusammengenommen entstünde so ein besonderer Erfahrungsraum, wie Kadelke argumentiert. Kapitel 2 gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und benennt jene Leerstellen, derer sich der Autor im Folgenden annimmt: Die wenigen Studien, die sich mit Deutschland befassen, untersuchten oft lediglich Parteineigungen, nicht aber grundlegendere Aspekte wie die Haltung zum Sozialstaat, Gerechtigkeitsvorstellungen oder die Auswirkungen auf die politische Partizipation. Ähnliche Lücken seien bei der Analyse von Wohnverhältnissen auszumachen. So fehle es an Untersuchungen, die neben dem Wohneigentumsstatus auch Merkmale wie Wohnfläche, Gebäudetyp oder Immobilienwert berücksichtigen. Bisher ließen sich demnach keine Aussagen darüber treffen, ob der Besitztitel allein tatsächlich ausschlaggebend ist oder ob beispielsweise die in der Regel größere Wohnfläche von Eigentümer:innen deren Einstellung gegenüber Ungleichheit beeinflusst (S. 95).

Um dieses komplexe Geflecht aus Wohneigentum, Machtpotenzialen und Gerechtigkeitsvorstellungen theoretisch einzufangen, greift Kadelke im dritten Kapitel zurück auf Pierre Bourdieus Habituskonzept und Theodor Geigers Überlegungen zur Mentalität.[8] In Anlehnung an Bourdieus relationale Raumtheorie betrachtet Kadelke den sozialen Raum als Netz von Machtbeziehungen, in dem der Wohnstatus sich als Machtmittel begreifen lässt. Wohnen, so seine Schlussfolgerung, beeinflusst die Ausbildung eines bestimmten Habitus – wobei das keineswegs ein abgeschlossener Prozess sei (S. 118). Denn laut Kadelke kann der Erwerb von Wohneigentum, unabhängig von der jeweiligen Wohnsozialisation, prägend wirken. Hier greift er auf Geigers Mentalitätskonzept zurück, das die Verbindung zwischen der objektiven sozialen Lage und dem subjektiven Erleben dieser erklärt und stärker als Bourdieus Ansatz auf politische Interessen zielt. Kadelke gelangt so letztlich zu der These, dass physische Räume mit Bedeutungen aufgeladen sind, „die formatierend auf Haltungen und Handlungen wirken und damit den sozialen Raum prägen“ (S. 125).

Die darauffolgenden Kapitel 4 bis 6 bieten einen äußerst lesenswerten, beinahe handbuchartigen Überblick darüber, wie der sozioökonomische Kontext die Verteilung von Wohnraum und den Zugang zu Wohneigentum in Deutschland prägt. Kadelke argumentiert, dass der Wohnstatus nicht das Ergebnis freier Entscheidungen sei. Vielmehr würden der schwierige Zugang zu Hypothekenkrediten und weitere ökonomische Hürden viele Menschen dazu zwingen, zur Miete zu wohnen, statt den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Der Wohnstatus sei demnach weniger das Ergebnis individueller Präferenzen als vielmehr ein Resultat der ökonomischen und sozialen Positionierung. Insbesondere Kadelkes Datenaufbereitung zur Diskussion der ökonomischen Dimension von Erwerbshindernissen ist so beachtlich wie anschlussfähig (S. 140–156).

Der Autor zeigt in Kapitel 5 anhand vorhandener Literatur und eigener Berechnungen, welche sozioökonomischen Gruppen überhaupt in der Lage sind, Wohneigentum in Deutschland zu erwerben: Im Vergleich zum Rest der EU seien das überdurchschnittlich oft Empfänger:innen von Erbschaften. Erb:innen machen knapp die Hälfte der Wohneigentümer:innen in Deutschland aus. Ein Viertel von ihnen hat ihren Wohnsitz unmittelbar geerbt oder als Schenkung erhalten, ein weiteres Viertel hat den Ersterwerb mithilfe ererbten Geldes finanziert, bilanziert Kadelke (S. 198). Dabei gelte: Je höher die Erbschaft ausfalle, desto höher der Immobilienwert (S. 199). Hinzu kommt, dass Eigentümer:innen hinsichtlich Einkommen und Vermögen im Schnitt deutlich bessergestellt seien als Mieter:innen (S. 192 f., 195 f.).

Die Ungleichheit zwischen beiden Gruppen beschränkt sich jedoch nicht auf ökonomische Aspekte, argumentiert Kadelke in Kapitel 6, sie beeinflusst auch die individuelle Lebensqualität. Eigentümer:innen profitieren von ökonomischer Sicherheit, Entscheidungsfreiheit und einem höheren sozialen Status (S. 214–224). Sie verfügen im Durchschnitt über mehr Wohnfläche und leben in besser gelegenen Gegenden. Demgegenüber sind Mieter:innen in der Regel mit einer deutlich höheren Wohnkostenbelastung konfrontiert (S. 271).

Im abschließenden siebten Kapitel erfolgt die Sekundärdatenanalyse, die den Kern der Arbeit ausmacht. Kadelke wertet Ergebnisse aus ALLBUS (Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften), ISSP (International Social Survey Programme) und SOEP (Sozioökonomisches Panel) aus. Sein Ziel ist es, die Denk- und Handlungsschemata innerhalb der unterschiedlichen Wohnstatusgruppen zu untersuchen. Die Datenreihen, die er nutzt, reichen teilweise bis in die 1980er-Jahre zurück. Im Zentrum der Datenanalyse stehen Haltungen zur Ungleichheit (Kapitel 7.2) und die Bereitschaft zur politischen Partizipation (Kapitel 7.3). Die Ungleichheitsmentalitäten von Mieter:innen und Eigentümer:innen bestimmt Kadelke anhand dreier unterschiedlicher Dimensionen: (1.) den Ungleichheitsdeutungen, also wie Menschen Ungleichheiten wahrnehmen, bewerten und legitimieren; (2.) der Haltung gegenüber Umverteilung, also wie Menschen zum Sozialstaat und zu politischen Maßnahmen der Umverteilung von Vermögen stehen; und schließlich (3.) den Gerechtigkeitsvorstellungen. Das Ausmaß der politischen Partizipation der Befragten diskutiert er anhand ihres politischen Interesses, ihrer wahrgenommenen politischen Selbstwirksamkeit, ihrem Wahlverhalten und ihren politischen Aktivitäten.

Die Wohnstatusgruppen unterscheiden sich in ihren Ungleichheitsdeutungen auf den ersten Blick nur marginal voneinander (S. 299 f.). Auf die Frage nach den Ursachen für Ungleichheiten betonen Eigentümer:innen meritokratische Ideale, während Mieter:innen eher Faktoren wie Schichtzugehörigkeit oder Glück nennen. Beide Gruppen empfinden die sozialen Unterschiede im Zeitraum zwischen 1984 und 2021 mehrheitlich als ungerecht: Bei den Mieter:innen geben das 69 Prozent an, bei den Eigentümer:innen 62 Prozent. Mit steigendem Immobilienwert nimmt der Anteil derjenigen Eigentümer:innen ab, die die Verhältnisse als ungerecht bewerten.[9] Mieter:innen befürworten häufiger einen Ausbau des Sozialstaats – von ihnen fordern 37 Prozent mehr staatliche Eingriffe, unter den Eigentümer:innen sind es nur 25 Prozent. Auch Umverteilungsmaßnahmen befürworten Mieter:innen etwas öfter als Eigentümer:innen (66 Prozent vs. 60 Prozent). Letztere dagegen sprechen sich mit 17 Prozent eher für einen Abbau sozialstaatlicher Maßnahmen aus, bei den Mieter:innen sind es nur 12 Prozent (S. 315). Je höher der Wert ihrer Immobilie liegt, desto stärker lehnen Eigentümer:innen Gleichheitsprinzipien ab.[10] Solche Trends sind über verschiedene Einkommensklassen und über Jahre hinweg konstant.

Was die politische Partizipation betrifft, zeigen sich Eigentümer:innen politisch interessierter und selbstbewusster als Mieter:innen (S. 353). So blieb 2017 beispielsweise lediglich jede:r zwölfte Eigentümer:in der Wahl fern, während nur jede:r vierte wahlberechtigte Mieter:in überhaupt vom Wahlrecht Gebrauch machte (S. 354). Ähnliches zeigt sich bei Parteimitgliedschaften: Sieben von zehn Parteimitgliedern leben im Eigentum. Mit steigendem Immobilienwert wächst einerseits die Zuversicht, soziale Verhältnisse beeinflussen zu können (S. 350), andererseits nimmt auch die Rechtsorientierung im Wahlverhalten zu; hierzu zählt der Autor die Wahlentscheidung zugunsten der Parteien CDU, FDP und AfD (S. 369). Einzig Eigentümer:innen in eher prekären Wohnverhältnissen tendieren mehrheitlich zu linken Parteien (S. 370).

Auch wenn die Unterschiede zwischen beiden Gruppen insgesamt eher gering ausfallen – meistens liegen diese bei unter zehn Prozentpunkten – kommt Kadelke zu dem Schluss, dass der Wohnstatus die Ungleichheitsbewertungen beeinflusst. Die messbaren Effekte des Wohnstatus seien größer als die von anderen Merkmalen, wie etwa Migrationsstatus, Einkommen oder Geschlecht (S. 357, 372). Zudem verschaffe der Wohnstatus Eigentümer:innen eine bessere Ausgangsposition, um eigene Interessen zu verfolgen: „Der Wohneigentumsstatus [...] ist [...] mit höheren Machtchancen assoziiert als etwa Alter, Geschlecht, Wohnregion, Haushaltsgröße oder Wohnortgröße“ (S. 392).

Mit seiner Dissertationsschrift legt Kadelke ein umfassendes und sehr lesenswertes Buch vor. Einige der Einwände, die sich bei der Lektüre aufdrängen, adressiert er selbst (S. 399–405); entsprechend vorsichtig formuliert er auch seine Ergebnisse. So gestalte sich etwa die Isolierung des Eigentumseffekts statistisch als schwierig. Zudem stelle der aktuelle Wohnstatus nur eine Momentaufnahme dar. Eine 50-Jährige, die seit drei Wochen in ihrem Eigenheim wohnt, zuvor aber ihr gesamtes Erwachsenenleben in Mietverhältnissen verbracht hat, wird sicher nicht primär durch ihren aktuellen Wohnstatus geprägt sein. Aufgrund mangelnder Daten ist es darüber hinaus nur für einzelne Datenjahrgänge möglich, die Ergebnisse unter Berücksichtigung des Immobilienwerts zu kontrollieren. Das kann man dem Autor nicht anlasten, schränkt aber die Aussagekraft mancher seiner Schlussfolgerungen ein. Zudem wäre es interessant gewesen, zu untersuchen wie sich die Rolle des Wohnorts und die Entwicklung der Immobilienpreise auf die Mentalität auswirken. Wer aufgrund der regionalen Lage in den vergangenen Jahren von steigenden Immobilienpreisen profitiert hat, hat eher einen Grund dafür, politische Maßnahmen zur Umverteilung abzulehnen als ein:e Wohneigentümer:in in einer Gegend mit stagnierenden oder sogar sinkenden Immobilienpreisen. Dessen unbenommen liefert Kadelke einen wichtigen Beitrag zur empirischen Gerechtigkeitsforschung und zur Frage nach der sozialen Wirkung von Wohneigentum.

  1. Till Baldenis / Sebastian Kohl / Moritz Schularick, Die neue Wohnungsfrage: Gewinner und Verlierer des deutschen Immobilienbooms, in: ECONtribute Policy Briefs 19 (2021), 5, S. 1–42, hier S. 2; Charlotte Bartels / Carsten Schröder, Die Bedeutung von Mieteinkommen und Immobilien für die Ungleichheit in Deutschland, in: Zeitgespräch 100 (2020), 10, S. 741–746.
  2. Für einen Überblick siehe Sinisa Hadziabdic / Sebastian Kohl, Is the left right? The creeping embourgeoisement of social democracy through homeownership, in: European Journal of Political Research 61 (2022), 4, S. 930–951, hier S. 931–932.
  3. Stéfanie André / Caroline Dewilde, Homeownership and support for government redistribution, in: Comparative European Politics 14 (2016), 3, S. 319–348; Francis G. Castles, The Really Big Trade-Off: Home Ownership and the Welfare State in the New World and the Old, in: Acta Politica 33 (1998), 1, S. 5–19; Jim Kemeny, Comparative Housing and Welfare: Theorising the Relationship, in: Journal of Housing and Built Environment, 16 (2001), 1, S. 53–70.
  4. Ben Ansell et al., Sheltering populists? House prices and the support for populist parties, in: The Journal of Politics 84 (2022), 3, S. 1420–1436.
  5. David Adler / Ben Ansell, Housing and Populism, in: West European Politics 43 (2020), 2, S. 344–365. Allerdings finden sich auch Studien, die diese Ergebnisse teilweise infragestellen bzw. ein differenzierteres Bild zeichnen, vgl. Julia Furtado / Lindsay B. Flynn, Housing Unaffordability and Political Preferences Among Young People in Europe, in: International Journal of Comparative Sociology 66 (2025), 4, S. 606–632.
  6. Zu den wenigen Studien, die diesen Zusammenhang (auch) für Deutschland untersuchen, gehören: Hadziabdic/Kohl, Is the left right? The creeping embourgeoisement of social democracy through homeownership; und Furtado/Flynn, Housing Unaffordability and Political Preferences Among Young People in Europe.
  7. Adler/Ansell, Housing and Populism, hier S. 350.
  8. Pierre Bourdieu, Zur Genese der Begriffe Habitus und Feld, in: ders., Der Tote packt den Lebenden. Schriften zu Politik und Kultur 2, hrsg. von Margareta Steinrücke, übers. von Jürgen Bolder und Ulrike Nordmann, Hamburg 1997, S. 59–78; Theodor Geiger, Die soziale Schichtung des deutschen Volkes: soziographischer Versuch auf statistischer Grundlage, Stuttgart 1932.
  9. 77 Prozent der Eigentümer:innen mit geringem Immobilienvermögen (unter 50.000 Euro) bewerten die Verhältnisse als ungerecht, bei den Eigentümer:innen mit hohem Immobilienvermögen (mehr als 500.000 Euro) sind es nur 43 Prozent.
  10. Allerdings ist hier anzumerken, dass die ALLBUS-Frage sehr ungünstig formuliert ist. Sie lautet: „Es ist gerecht, wenn Einkommen und Vermögen in unserer Gesellschaft an alle Personen gleich verteilt sind.“ Eine absolute Gleichverteilung würden auch viele überzeugte Egalitarist:innen ablehnen.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Stephanie Kappacher, Noah Serve.

Kategorien: Geld / Finanzen Kapitalismus / Postkapitalismus Politik Soziale Ungleichheit Wirtschaft

Niklas Dummer

Niklas Dummer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie und Politikwissenschaften der TU Dortmund und Mitglied des interdisziplinären Forschungsnetzwerks Just Housing in Europe. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Theorien der Würde und Gerechtigkeitstheorien. In seiner Promotion beschäftigt er sich mit Fragen der Wohngerechtigkeit.

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