Hans-Peter Müller | Rezension |

Klasse – ein perhorreszierter Evergreen

Rezension zu „Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten“ von Hanno Sauer

Hanno Sauer:
Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten
Deutschland
München 2025: Piper
357 S., 26,00 EUR
ISBN 978-3-492-07141-3

Klassengesellschaft ohne Klassen?

War da was? Oder ist da gar etwas Neues? Folgt man den Medien und einigen sozialwissenschaftlichen Zeitdiagnosen, dann ist Deutschland ein zerstrittenes und gespaltenes Land. Doch in einem Punkt scheint es so etwas wie einen tiefsitzenden Konsens zu geben: Deutschland ist keine Klassengesellschaft. Seit Karl Marx seine Studien zu kapitalistischen Gesellschaftsformationen vorgelegt hat, bemüht sich die deutsche Soziologie um den Nachweis, dass zwar Frankreich und Großbritannien Klassengesellschaften seien, Deutschland aber nicht. So unterscheidet man Schichten, soziale Lagen oder Milieus, will aber von objektiven Klassengegensätzen nichts wissen.

Wer hierzulande von Klassen redet, steht schnell im Verdacht, die Gesellschaft nicht analysieren, sondern spalten zu wollen. Zwar hat es auch in Deutschland wiederholt soziologische Deutungsversuche unter klassentheoretischen Vorzeichen gegeben, aber sobald ein solcher Versuch wissenschaftliche Aufmerksamkeit verbuchen konnte, meldeten sich stets Gegenstimmen, die zwar die Existenz sozialer Ungleichheit – auch und sogar in strukturell verfestigter Natur – zugaben, aber dennoch vor der Verwendung des Klassenbegriffs als einem sozialen Zerrbild warnten. Auf Pierre Bourdieus La Distinction[1] folgte bekanntlich Ulrich Becks Risikogesellschaft,[2] deren Individualisierungsthese jahrelang die deutsche Diskussion bestimmte. Und als vor einigen Jahren die Klassendifferenzierung in kultursoziologisch weichgezeichneter Version in Andreas Reckwitz’ Gesellschaft der Singularitäten[3] nochmals aktuell wurde, kam es in der Folge zu einer intensiven Diskussion, die zwar soziale Ungleichheit und soziale Spaltungen notierte, die Klassensprache aber perhorreszierte. „Klasse – ham wer nich“, könnte man umgangssprachlich in Anlehnung an Paul Fussels berühmte Studie[4] sagen. Was es in Deutschland bestenfalls gibt, ist „Klassismus“, verstanden als Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft oder ihrer ökonomischen Position. Klasse existiert, aber nur als sprach- oder handlungsleitendes Konstrukt, nicht als objektive Entität. Ein bemerkenswerter Befund, der viel über den Stand der deutschen Soziologie aussagt.

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht weniger verwunderlich als es zunächst scheint, dass sich mit Hanno Sauer nun ein Philosoph an den schlecht beleumundeten Begriff der „Klasse“ herangewagt hat. Was vermag uns Sauer, der bereits mit einem Buch über Moral,[5] die Lieblingsdomäne der Deutschen, reüssiert hat, über „die Entstehung von Oben und Unten“, so der Untertitel seines Werkes, zu sagen? Und finden sich in einer Philosophie der Klasse womöglich analytische Ansatzpunkte, die sich theoretisch entfalten lassen und für sozialwissenschaftliche Studien anschlussfähig gemacht werden können? Zu denken wäre etwa an Georg Simmels Philosophie des Geldes, die zwar den geldökonomischen Diskurs ihrer Zeit kaum zu prägen vermochte, aber doch – mutatis mutandis – eine ausgearbeitete Theorie der modernen Kultur liefern konnte? Kurz: Was hat Sauer Neues zu berichten über Klasse und Klassen?

Klasse ist Klasse

Bücher zu sozialer Ungleichheit, Schichten und Klassen füllen ganze Bibliotheken, gelten doch im Zeitalter der Gleichheit Abweichungen vom Ideal als Skandalon in modernen Gesellschaften. Sauer lässt sich davon aber keineswegs schrecken, sondern schlägt beherzt das große Buch der Klasse erneut auf. Pädagogisch-didaktisch mit beständigen Wiederholungen und Ausblicken arbeitend, aber inhaltlich haltungs- und urteilssicher, führt er seine Leser durch die Welten der sozialen Ungleichheitsforschung. Die Basisdefinition von Klasse als sozial konstruierte Knappheit wird dabei beständig repetiert, damit sie ja nicht vergessen wird. Aber Knappheit wovon? Die Antwort lautet: von Status. So würden die Menschen zwar in einer hypothetischen Entscheidungssituation – wie in der von John Rawls in der Theory of Justice konzipierten „original position“[6] – in Unkenntnis ihrer zukünftigen gesellschaftlichen Position für den Grundsatz der Gleichheit votieren. In der Realität aber würden sie für „mehr als Gleichheit“, nämlich Vortrefflichkeit, Überlegenheit, kurz: höheren Status plädieren. Aus soziologischer Sicht handelt das Buch bei Lichte besehen weniger von Klasse als vielmehr von Status. Klasse bezieht sich auf Struktur und die inegalitäre Verteilung von Ressourcen, Status auf Kultur und Lebensführung der Menschen.

Das erste Kapitel, „Geschichten“, enthält nach dem Vorbild US-amerikanischer Monografien bereits die wichtigsten Thesen des Buches in Kurzform. Im Prinzip könnte man die Lektüre danach einstellen, wenn man nicht wissen wollte, wie denn Sauer nun die Entstehung von Oben und Unten im Einzelnen nachzeichnet und erklärt. Ungleich problematischer als diese stilistische Eigenheit ist die methodische Anlage des Buches, verzichtet der Autor doch auf eine Genealogie der Klassengesellschaft. Sauers Argument gründet vielmehr von vornherein auf einem funktionalistischen Kurzschluss: Klasse existiert – und ich zeige Euch, wie und warum das trotz aller Gleichheitsrhetorik so gut funktioniert.

Entscheidend für Sauers Argumentation ist das zweite Kapitel, „Gesellschaft“, denn hier entwickelt er seinen Ansatz. Er folgt der psychologischen Signaltheorie, der zufolge Personen Verhaltensweisen oder Gegenstände nutzen, um damit Signale an ihre Umwelt zu senden. Dieser Ansatz passt sehr gut zum Untersuchungsdesign der Studie, nämlich zur Analyse der modernen Statusgesellschaft, nicht aber zur Klassengesellschaft. Nur gleicht Sauers Signaltheorie dem Schildermeer auf deutschen Straßen. Kein Land dieser Welt pflanzt mehr Verkehrsschilder pro Quadratmeter auf als Deutschland, um ja sicher zu gehen, dass alle auch alles richtig machen. Genauso verhält es sich mit Sauers Signalmeer. Teure Signale indizieren Statussymbole, die fälschungssicher sein müssen, um ihre Wirkung zu entfalten. So weit, so einfach. Aber nun unterscheidet Sauer alle möglichen weiteren Signaltypen, die den permanenten Statuskampf verwirren. Beispiel gefällig? „Soziale Signale werden dadurch erst, als Kontersignale, in ihr Gegenteil verkehrt, als vergrabene Signale vor anderen verborgen und verbrennen als transformative Signale wie Loyalitätsmarker die Brücken zum Rest der Gesellschaft.“ (S. 68) Es erscheint fraglich, ob sich mit einem solchen psychologischen Ansatz die Sozial- und Klassenstruktur einer Gesellschaft analysieren lässt, aber Sauer, der die Welt der Klasse im Alleingang neu erstehen lassen will, zeigt sich von Zweifeln unbeeindruckt.

Wie sehr das Buch von Status und Konsum handelt, zeigt das dritte Kapitel über „Geschmack“. Hier werden von Sauer nicht nur Thorstein Veblens Begriff des „demonstrativen Konsums“ und das damit verbundene klassische Beispiel vom „silbernen Löffel“ ins Feld geführt (S. 73 f.), sondern auch Pierre Bourdieus Konzepte der „Distinktion“ und des „Kapitalpluralismus“ (S. 78). Letztgenannter Ausdruck zeigt freilich ein geradezu groteskes Missverstehen von Bourdieus Theorie an, sind doch die von ihm unterschiedenen Formen des kulturellen, sozialen und ökonomischen Kapitals nicht pluralistisch, sondern akkumulativ und verschmelzen in ihrer Konfiguration zu symbolischem Kapital. Dabei handelt es sich auch nicht um „Jargon“ (ebd.), sondern um das Ergebnis sorgfältiger Theoriearbeit. Im Weiteren dekliniert Sauer einzelne Felder der Kultur wie Kunst, Film und Küche knapp durch und vermeldet als Trend das „Muster einer zunehmenden Metaisierung der Kultur“ (S. 87). Demzufolge unterliegen bei beschleunigtem Wandel alle Distinktionsbemühungen einem ständigen Veränderungsdruck, weshalb diese sich in der Auflösung von „high brow“ und „low brow“ zugunsten von „omnibrow“ oder gar „nobrow“ (S. 95–98) am ästhetischen Horizont verflüchtigten.

Im vierten Kapitel begibt sich Sauer auf das von ihm bereits in seiner letzten Monografie bearbeitete Terrain der Moral. Im Zentrum steht dabei das gute „Gewissen“, was selbst Privilegierte und Reiche heute nicht nur haben, sondern auch demonstrativ zur Schau stellen wollen. Virtue signalling zeigt nach Sauer die Zugehörigkeit zu einer neuen Aristokratie an und moralische Selbstdarstellung wird zum konstitutiven Bestandteil des Statuswettbewerbs. Er selbst verweist in diesem Zusammenhang auf David Brooks, in dessen Bobos in Paradise die diskrete Scham der Bourgeoisie schon einmal Thema war (S. 160 ff.).[7]

Im fünften Kapitel mit dem Titel „Geld“ geht es dann zur Sache und Sauer gerät mal in die Nähe der Soziologie. Zur Erinnerung: Klasse „ist sozial konstruierte Knappheit, die durch den mit kostspieligen Signalen ausgetragenen Statuswettbewerb um eine Position in der gesellschaftlichen Rangfolge entsteht“ (S. 193). Sauer stützt sich auf Mike Savages Studien, um die britische Klassenhierarchie empirisch zu ermitteln. Aus dessen sieben Klassen macht Sauer vier: die Oberschicht mit ihren vergrabenen, für Außenstehende nur schwer erkennbaren Signalen; die obere Mittelschicht mit ihren Kontersignalen, die soziales Understatement durch den Verzicht auf teure Statussymbole zum Ausdruck bringen; die Mittelschicht mit ihren teuren Signalen, die fälschungssicher und unmissverständlich den eigenen Wohlstand anzeigen sollen; und die Unterschicht, die sich keines dieser Signale leisten kann. Die materielle und soziale Reproduktion dieser Statushierarchie erfolgt nach Sauer durch höchst ungleiche Vermögens- und Erbschaftsverhältnisse.

Daran schließt, thematisch passend, das sechste Kapitel über „Gerechtigkeit“ nahtlos an. Nachdem er die verschiedenen Formen von Gerechtigkeit begrifflich geklärt und voneinander unterschieden hat, wirbt Sauer für Elizabeth Andersons Konzept des relationalen Egalitarismus (S. 221), der nicht auf absolute Gleichheit setzt, sondern den gesellschaftlichen Verkehr auf gleicher Augenhöhe favorisiert. Die Gretchenfrage ist natürlich, wie man einen solchen Zustand annähernder sozialer Gerechtigkeit erreichen kann. Sauer diskutiert eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Statuswettbewerb zu dämpfen, zu umgehen oder gar zu verbieten. Das ernüchternde Resultat: „Das Problem mit Statusungleichheiten ist, dass diese sich überhaupt nicht umverteilen lassen.“ (S. 265) Schön wäre es, wenn alle Menschen nur in einer einzigen Kaste wären, imaginiert Sauer, und zwar in der höchsten, „und dass jeder Mensch dazugehört“ (S. 267). Das aber sei ein unerreichbares Ziel.

Das damit angesprochene Ideal klingt nach echter „Gemeinschaft“ – und leitet damit über zum gleichnamigen siebten Kapitel. Im Vordergrund steht die Frage nach der Möglichkeit einer klassenlosen Gesellschaft. An dieser Stelle rekurriert Sauer auf Marx, aber viel lässt sich da beim Altmeister nicht lernen. Tatsächlich liegen dicke Brocken auf dem Weg zur echten Gemeinschaft als klassenloser Gesellschaft. Zum Beispiel Fred Hirschs „positionale Güter“,[8] die sich dadurch auszeichnen, dass sie nicht in beliebiger Anzahl zur Verfügung stehen. Es gibt eben nur einen Papst, einen US-Präsidenten und eine Bundeskanzlerin. Und auch hier lässt sich daran wenig ändern. Selbst eine Doppelspitze wie in der egalitär orientierten Partei Bündnis 90 / Die Grünen bleibt eine Spitze. Moderne Großgesellschaften funktionieren offenkundig nur über Macht, Organisation und Hierarchie; eine Rückkehr in primordiales Stammesleben scheint angesichts der humanen Überfüllung der Erde schlechthin unmöglich. Natürlich wird niemand daran gehindert, mit Gleichgesinnten eine radikale egalitäre Kommune zu gründen. Andere werden stattdessen für eine partizipatorische Ökonomie oder einen Marktsozialismus kämpfen. Verbesserungen sind immer möglich und weniger ausgeprägte Besitz- und Statusunterschiede keineswegs ausgeschlossen. Die vollständige Ausmerzung von sozialer Ungleichheit dürfte dagegen eine gut gemeinte und sympathische Utopie bleiben. Sauers Fazit: „Man kann es sich natürlich leicht machen und davon fantasieren, wie schön es in einer klassenlosen Gesellschaft zuginge, in der einem die gebratenen Tauben in den Mund flögen, alle einander lieb hätten und ‚Kumbaya‘ singend Ringelreihen tanzten.“ (S. 309) Ihn selbst kann man sich dabei nur schwer vorstellen, der Monte Vérita wäre ,nicht sein Ding gewesen‘, um es in seinem saloppen Ton zu sagen. Und Sauer fährt fort: „Aber es ist alles andere als klar, wie eine solche Gesellschaft aussehen könnte, ob sie überhaupt möglich ist und ob wir sie gezielt hervorbringen oder dem Gletschertempo kulturellen Wandels anheimstellen müssen.“ (S. 309)

Alles umsonst?

Das achte Kapitel, „Genug“, liest sich wie eine Art Epilog. Dazu würde Epikurs berühmter Spruch passen: „Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug!“ Der alte Adam und der moderne Mensch sind Statuswesen. Sie wollen „Mehr-Leben“ und „Mehr-als-Leben“, wie das Georg Simmel[9] in seiner Lebensphilosophie genannt hat. Immerhin tröstet Sauer die enttäuschte Leserin mit einigen Vorschlägen, die den relationalen Egalitarismus ermöglichen könnten: Keine Kasten, soziale Mobilität nach oben, Immobilität nach unten (geht in einer Statushierarchie schon technisch nicht, klingt aber sympathisch), ein egalitäres Ethos, weder Korruption noch Diskriminierung, ein Statuspluralismus mit einer Pluralität von Statushierarchien, das Vermeiden von künstlicher Knappheit und die Schaffung von künstlichem Überfluss durch Bereitstellung öffentlicher Güter zur freien Nutzung. Alles keine schlechten Ideen, nur: „Eine klassenlose Gesellschaft zu errichten hat sich dennoch als hoffnungslos herausgestellt. Sie ist bisher ein bloßer Traum geblieben.“ (S. 317) Und die Schlussnote lautet: „Klasse ist alles, alles ist Klasse.“ (S. 318) Stimmt das denn? Nach Lektüre von Sauers Buch müsste es eher lauten: „Status ist alles, alles ist Status.“ Aber auch das wäre übertrieben.

Hanno Sauer hat einen fulminanten Aufschlag zum Thema „Klasse“ gemacht, der einer jungen Leserschaft vielleicht Lust machen könnte, sich intensiver mit dem Faktum strukturell verfestigter Ungleichheit zu beschäftigen, also mit dem, was Charles Tilly in seinem gleichnamigen Buch als „durable inequality“[10] beschrieb. Tatsächlich sind nationale, europäische und globale Ungleichheiten zentrale Probleme der heutigen Zeit. Die gegenwärtigen Gesellschaften vermögen dafür allerdings kaum einen Sinn aufzubringen. Die aktuelle Weltlage scheint eher auf blindwütige Zerstörung ausgerichtet zu sein, statt auf den friedlichen Aufbau guter Gesellschaften weltweit. Insofern kommt Sauers Schrift als Weckruf zur richtigen Zeit, auch wenn aus soziologischer Sicht einige konzeptuelle Unschärfen zu bemängeln sind. Die zentrale blinde Stelle in Sauers Argumentation besteht in der mangelhaften Unterscheidung von Klasse und Status. Da hätte eine eingehendere Auseinandersetzung mit Max Webers Unterscheidung von Klasse und Stand dem Autor womöglich weitergeholfen. Bei Klasse geht es um Sozialstruktur und Ökonomie, bei Stand/Status um Lebensführung und Kultur. Sozialstruktur und Lebensstile[11] gehen eben nicht ohne Weiteres ineinander auf, was dem von Marx postulierten Zusammenhang von Produktionsweise und Lebensweise respektive von Basis und Überbau den Garaus macht. Ähnlich diffus bleibt Sauers Unterscheidung von Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Nicht jede Ungleichheit geht mit einer Ungerechtigkeit einher, so wie umgekehrt auch Gleichheit nicht unbedingt immer Gerechtigkeit[12] bedeuten muss. Wer weiß, vielleicht verspürt der Autor ja Lust, sich nach „Moral“ und „Klasse“ dem Themenkomplex von Gerechtigkeit/Ungerechtigkeit zu widmen? Da ließen sich womöglich einige der offenen Fragen aus seinem Klassenbuch vor allem durch Rückgriff auf Michael Walzers Spheres of Justice[13] einer Lösung zuführen. Wir sind gespannt.

Sauers Sachbuch, das im Gewand des Fachbuchs daherkommt, ist ebenso flüssig wie mitreißend geschrieben und kann einer breiten Leserschaft als Einstieg in die Thematik empfohlen werden. Der Autor zeigt, dass auch ein Spiegel-Bestseller „food for thought“ bereitstellen kann, hat er doch eine Fülle einschlägigen geistigen Materials in seine 357 Seiten zu packen vermocht.

  1. Pierre Bourdieu, La Distinction. Critique du jugement social, Paris 1979 (dt.: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, übers. von Bernd Schwibs und Achim Russer, Frankfurt am Main 1982).
  2. Ulrich Beck, Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt am Main 1986.
  3. Andreas Reckwitz, Die Gesellschaft der Singularitäten, Berlin 2017.
  4. Paul Fussell, Class. A Guide Through the American Status System, New York 1983.
  5. Hanno Sauer, Moral. Die Erfindung von Gut und Böse, München 2023.
  6. John Rawls, A Theory of Justice, Cambridge, MA 1971 (dt.: Eine Theorie der Gerechtigkeit, übers. von Hermann Vetter, Frankfurt am Main 1975).
  7. David Brooks, Bobos in Paradise. The New Upper Class and How They Got There, New York 2000 (dt.: Die Bobos, Der Lebensstil der neuen Elite, übers. von Martin Baltes, München 2001).
  8. Fred Hirsch, Die sozialen Grenzen des Wachstums. Eine ökonomische Analyse der Wachstumskrise, Reinbek bei Hamburg 1980. Zur Unterscheidung von materiellen Gütern und Positionsgütern siehe S. 52–87.
  9. Georg Simmel, Lebensanschauung. Vier metaphysische Kapitel, Leipzig 1918.
  10. Charles Tilly, Durable Inequality, Berkeley, CA u.a. 1988.
  11. Vgl. dazu Hans-Peter Müller, Sozialstruktur und Lebensstile. Der neuere theoretische Diskurs über soziale Ungleichheit, 3. Aufl., Frankfurt am Main 1997.
  12. Vgl. dazu Steffen Mau / Nadine Schöneck (Hg.), (Un)gleiche (Un)gerechtigkeiten, Berlin 2015.
  13. Michael Walzer, Spheres of Justice. A Defense of Pluralism and Equality, New York 1983 (dt.: Sphären der Gerechtigkeit. Ein Plädoyer für Pluralität und Gleichheit, übers. von Hanne Herkommer, Frankfurt am Main / New York 1992).

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Karsten Malowitz.

Kategorien: Geld / Finanzen Gesellschaft Gesellschaftstheorie Kapitalismus / Postkapitalismus Konsum Kultur Lebensformen Macht Philosophie Soziale Ungleichheit

Hans-Peter Müller

Prof. Dr. Hans-Peter Müller ist Professor für Allgemeine Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Arbeitsgebiete umfassen u. a. klassische und moderne Sozialtheorie, Sozialstruktur und Soziale Ungleichheit, Kultur und Lebensführung.

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