Hans-Peter Müller | Literaturessay | 23.10.2025
Wie weiter mit Deutschland?
Literaturessay zu „Ein Gipfel für Morgen. Kontroversen 1917/18 um die Neuordnung Deutschlands auf Burg Lauenstein“ von Meike G. Werner (Hg.), „Gruppenbild mit Max Weber. Gespräche über die Zukunft Deutschlands nach dem Krieg“ von Meike G. Werner und „Eine Jugend in Deutschland“ von Ernst Toller
Der Erste Weltkrieg verabschiedete das ,lange‘ 19. Jahrhundert und läutete das ,kurze‘ 20. Jahrhundert ein. Für politisch und kulturell interessierte Beobachter zeichnete sich mit den Jahren nicht nur immer deutlicher ab, dass Deutschland diesen Krieg verlieren würde, sondern auch, dass dieses Land eine neue politische und gesellschaftliche Ordnung brauchte. Das Ende der Monarchie und der Abschied von einer traditionellen Gesellschaft mit modernem Anstrich schienen unausweichlich. Aber was würde an ihre Stelle treten? Wie also weiter mit Deutschland?
Diesem hier nur knapp skizzierten Problemkreis und den mit ihm verknüpften Fragen widmeten sich 1917/18 drei Tagungen auf der nordfränkischen Burg Lauenstein, zu denen der umtriebige Jenaer Verleger Eugen Diederichs geladen hatte. Seiner Einladung waren Politiker, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle aus den verschiedensten Kreisen gefolgt. Die an der Vanderbilt University lehrende Historikerin Meike Werner ist den bei diesen Treffen geführten Debatten und Gesprächen auf den Grund gegangen, um zu rekonstruieren, wer dort was, wie und warum vertreten hat. Die Einladungslisten zu den Konferenzen lesen sich wie ein Who’s who des späten Kaiserreichs, wenn auch ohne namhafte Vertreter der Arbeiterklasse. Da die führenden Sozialdemokraten, immerhin die Repräsentanten der größten Partei im Kaiserreich, nicht geladen waren und Gustav Landauer seine Teilnahme im Vorfeld abgesagt hatte, war der Arbeiterdichter Karl Bröger vor Ort der Einzige seiner Klasse. Bis heute jedoch wird das Lauensteiner Gipfelgeschehen vor allem mit einem Namen verbunden: Max Weber. Der lebende Mythos von Heidelberg hatte sich einverstanden erklärt, an den ersten beiden Tagungen im Frühsommer und Herbst 1917 teilzunehmen. Berühmt geworden ist das titelgebende Gruppenbild mit Max Weber, welches das Cover eines der hier zu besprechenden Werke ziert. Nur: Weber mag zwar im Mittelpunkt der Treffen gestanden haben, doch die Fokussierung auf ihn als Zentralgestirn verzerrt Sinn und Bedeutung der Tagungen. Diesen Sinn und diese Bedeutung mit dem sensiblen Besteck der Historikerin zu sezieren ist das erklärte Ziel von Meike Werner. Wie legt sie ihre Studien an und welche Ergebnisse zeitigen ihre Bemühungen? Zur Beantwortung dieser Fragen schauen wir zunächst zurück auf den 2021 vorgelegten Materialband, um sodann den Spuren ihrer eigenen Mikrogeschichte zu folgen. Schließlich weiten wir den Blick auf Ernst Tollers jüngst neu aufgelegte Autobiografie und kontrastieren die darin enthaltene Darstellung mit den Erinnerungen seiner Ehefrau Christiane Grautoff, deren Autobiografie[1] mittlerweile ebenso wie Tollers Gesamtwerk[2] vom Wallstein Verlag betreut wird. So sind die geschiedenen Eheleute nach ihrem Tod werktechnisch wieder vereint.
Historischer Kontext, Archivmaterial und Detail-Analysen
Ausgehend von einer im Jubiläumsjahr 2017 durchgeführten Tagung im Deutschen Literaturarchiv in Marbach haben es sich die an dem Band beteiligten Historiker und Historikerinnen zur Aufgabe gemacht, „das gesamte Spektrum der Lauensteiner Veranstaltungen thematisch, personell, politisch und künstlerisch in den Blick zu nehmen und damit die einseitige Fokussierung auf Max Webers Teilnahme zugunsten einer Gesamtdarstellung dieses spektakulären Moments deutscher Intellektuellengeschichte zu erweitern“ (S. 14). Die erste der von Diederichs veranstalteten Tagungen sollte sich vom 29. bis zum 31. Mai 1917 mit „Sinn und Aufgaben unserer Zeit“ befassen. Die zweite Tagung, die vom 29. September bis zum 3. Oktober desselben Jahres stattfand, diskutierte „Führerprobleme im Staate und in der Kultur“. Die dritte, vom 21. bis zum 25. Mai an Pfingsten 1918 durchgeführte Tagung erfolgte schließlich in deutlich kleinerem Kreis und stand unter dem Motto „Zur Jugendbewegung und Frauenfragen“.
Der reichhaltige Materialband ist in drei große Kapitel gegliedert, die sich mit Analysen, Bildern und Texten befassen und über diese Medien das Lauensteiner Geschehen jeweils in einer anderen Weise fassen und erzählen wollen. Tatsächlich erweist sich die das Geschehen aufschließende Annäherung über verschiedene Medien als methodischer Glücksgriff. Die Analysen beschäftigen sich mit dem Jahr 1917, mit ‚Geist‘ und Religion in den Zeiten des Krieges, mit dem Schatten Webers, der Generation Jugend und den Nachwirkungen der Tagungen. Max Weber hatte bereits ein Jahr zuvor den „Ideen von 1914“ die „Ideen von 1917“ entgegengesetzt und dabei gefordert, dass die heimkehrenden Soldaten bei der Neuordnung Deutschlands nach dem Ende des Krieges ein gewichtiges Wort mitreden müssten.[3] Roger Chickering, Ulrich Sieg und Jürgen Reulecke beleuchten die Positionen der unterschiedlichen politischen Lager, die Ideenwende von 1916/17 und die Politikwende, Meike Werner erläutert Eugen Diederichs Position 1917. Hier werden bereits die unterschiedlichen politischen Vorstellungen, ja Zerrissenheiten deutlich, die dann auch auf den Tagungen spürbar werden sollten. Exemplarisch hierfür steht etwa der heftige Disput zwischen Max Maurenbrecher und Max Weber. Der evangelische Theologe und politische Publizist Maurenbrecher, laut Gangolf Hübinger „ein weltanschaulicher Vagabund“ (S. 108), war aus dem Kreis um Friedrich Nauman zunächst zur SPD gewechselt, bevor er 1917 schließlich der Vaterlandspartei und dem Alldeutschen Verband beitrat. Im gleichen Jahr kehrte er auch in die evangelische Kirche zurück, die er 1906 verlassen hatte, um freireligiöse Gemeinden in Nürnberg und Mannheim zu leiten. Er gehörte genau zu der Spezies von politischen Predigern und Literaten, die Weber so hasste. Dem demokratischen Individualismus Westeuropas und Amerikas setzte Maurenbrecher sein politisches Ideal des deutschen Volksstaats entgegen. Die Staatsmetaphysik Maurenbrechers perhorreszierte Weber ebenso entschieden wie die Ideen der romantisch Jugendbewegten und der sozialistischen Gemeinwirtschaftler (S. 112), die er allesamt für illusorisch hielt. Seine eigenen Vorschläge stießen jedoch auf wenig Gegenliebe. Im Gegenteil, so Hübingers bündiges Fazit, „mit seinen ökonomisch-politischen Ordnungsentwürfen redet sich Weber ins Abseits der Lauensteiner Sinnsuche“ (S. 113). Freilich vermochten auch die anderen Granden der Soziologie nur wenig Eindruck zu machen. Werner Sombart hielt sich komplett zurück, nur um am Ende der zweiten Tagung, nach einer Tanzeinlage, auf den Varietécharakter des Treffens zu schimpfen. Damit erzeugte er zwar einen heftigen Eklat, aber nur wenig geistigen Input. Ferdinand Tönnies, der Sombart im Vorfeld zur Teilnahme aufgefordert hatte, damit sie ein Gegengewicht zu dem redemächtigen Weber bilden könnten, so Alexander Wierzock, erschien mit seiner aparten Tochter Franziska, vermochte mit seinem sozialphilosophisch grundierten „Appell an die Brüderlichkeit“ (S. 121) aber keinen großen Unterschied zu machen. Der junge Theodor Heuß mit seiner Vorliebe für Sachlichkeit konnte mit Maurenbrechers „völkischer Romantik“ nichts anfangen, war aber schwer beeindruckt von der vulkanischen Explosion Max Webers, der mit seiner scharfen Kritik am Kaiser eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung provozieren wollte, um Wilhelm II. dann vor Gericht dessen ganze fatale Unzulänglichkeiten vorwerfen zu können. Auf besorgte Stimmen, die fürchteten, dass Webers Zornesausbruch Polizei und Spitzel auf den Plan rufen könnte, reagierte Heuß mit der lakonischen Bemerkung: „,Löschen Sie einen Vulkan mit einem Glas Wasser.‘“ (S. 416)[4] Die Angehörigen der Generation Jugend ebenso wie die wenigen zugelassenen Frauen und die Künstler, so berühmt ihre Namen in der Zeit auch waren – wie die von Richard und Ida Dehmel, derentwegen der engagierte Pazifist Landauer dem Verleger Diederichs abgesagt hatte, warf er dem Dichter doch Kriegsverherrlichung vor –, blieben Zaungäste und gaben lediglich das Publikum der wilden Professorenstreitigkeiten. Deren Nachwirkungen hielten sich allerdings in Grenzen. Der Dichter Joachim Ringelnatz, der einst als Fremdenführer sein Geld auf der Burg Lauenstein verdient hatte und zum Befremden der prominenten Teilnehmer nicht nur uneingeladen, sondern auch noch in Uniform in die erste Tagung hineingeplatzt war, sprach rückblickend nur von „Seifenblasen“ (S. 399), die dort fabriziert worden seien. Auch wenn das überaus harte Urteil letztlich dem satirischen Sinn des poetischen Tausendsassas entsprungen sein mag, scheint es indes nicht gänzlich falsch gewesen zu sein. Vor allem die jungen Leute, die sich Richtung und Orientierung für die Zukunft von den hochmögenden Personen erhofft hatten, fühlten sich enttäuscht.
Da das reichhaltige Bildmaterial auch in Meike Werners später zu besprechender Monografie eine entscheidende Rolle spielt, springen wir an dieser Stelle gleich zum dritten, mit „Texte“ überschriebenem Kapitel. Hier werden nicht nur die mit der Vorbereitung und Organisation der drei Tagungen verbundenen Schriftwechsel dokumentiert, hier sieht man auch, welche entscheidende Rolle Diederichs Adlatus Wolfgang Schumann in der Durchführung der Tagungen spielte, der mit seiner Sachlichkeit immer wieder ein Gegengewicht zu den romantischen Anwandlungen seines Verlegers bildete. Darüber hinaus werden in diesem Teil auch der publizistische Nachhall wie die persönlichen Erinnerungen an die Tagungen dokumentiert. Dabei wird deutlich, dass der Impact Faktor der drei Tagungen zwar eher gering zu veranschlagen war, dass es Diederichs aber geschafft hatte, verschiedene Bevölkerungskreise, denen die zukünftige Neugestaltung Deutschlands eines Tages obliegen würde, zusammenzubringen und zu Debatten zu zwingen. Allein das war, bei allem Streit und allen Missverständnissen, eine veritable Leistung, von der wir heute, in einer neuerlich zerrissenen Zeit, nur träumen können. Barbara Stambolis erinnert daher in ihrem Beitrag zu Recht daran, dass die 1927 zu Ehren von Diederichs’ 60. Geburtstag erschienene Festschrift nicht unbescheiden „den Verleger als ‚kosmischen Löwen‘ dar[stellt], der über dem Lauenstein schwebt“ (S. 147). Bemerkenswert mit Blick auf die Rezeption und Einordnung der Tagungen ist jedoch der Abstand zwischen den Generationen: So schreibt Marianne Weber in der Biografie ihres Mannes,[5] dass die Jugend Weber gern als politischen Führer und geistigen Wegbereiter der neuen Zeit gesehen hätte, dass er als Wissenschaftler sich diese Prophetenrolle aber ganz bewusst versagt habe. Enttäuschung war also vorprogrammiert. Das galt auch für den jungen Ernst Toller, der in seinen Erinnerungen darüber klagte, dass „diese Männer nicht das erlösende Wort“ sprachen: „Die Tagung in Lauenstein hat mich tief enttäuscht. Große Worte wurden gesprochen, nichts geschah.“ (S. 402 f.)
Ein kurzes Zwischenfazit sei an dieser Stelle angebracht. Der Materialband ist kongenial angelegt, um den Versuch (und vielleicht auch dessen Scheitern) zu dokumentieren, eine breite Debatte über die Zukunft Deutschlands inmitten des gerade verlorengehenden Krieges zu initiieren. Die vorgenommene Dreiteilung macht nicht nur als Organisationsprinzip für diesen Tagungstyp Sinn, sondern auch, um durch die Vielfalt der Medien eine Pluralität von Perspektiven zu entwerfen. Gerade der letzte Teil ist eine hoch aufschlussreiche Textsammlung zur Organisation der Tagungen und dem vielstimmigen Chor der Stimmen, die sich auf und neben den Tagungen zu Wort meldeten.
Gruppenbild mit Max Weber
Nach diesem fulminanten Auftakt stellt sich natürlich die Frage, was eine Monografie dem facettenreichen Sammelband noch an Wissen hinzuzufügen vermag. Tatsächlich unternimmt Meike Werner in 13 Kapiteln den ebenso originellen wie kühnen Versuch, mit Hilfe der 50 Fotos, die zur Dokumentation der drei Tagungen gemacht wurden, „die Menschen – als Typen und in Konstellationen – im räumlichen Nebeneinander“ (S. 12) methodisch näher zu charakterisieren. „So betrachtet ist Gruppenbild mit Max Weber eine visuelle Mikrogeschichte. Die Fotos sind Spuren, die tiefer in die Bedeutung der existentiellen Debatten über die Zukunft Deutschlands führen als die bisherigen Interpretationen des Geschehens. Erst in der Verbindung von Bild, Text und Zeitgeschehen entfaltet sich die explosive Kraft, deren Spuren in den Lauensteiner Gesprächen über die Zukunft des krisengeschüttelten Deutschland aufzuspüren sind und die ob ihrer Unvereinbarkeit den Weg in die Revolution zu weisen schienen.“ (Ebd.) Theoretisch stützt sich Werner bei ihrem Vorhaben auf Victor Turners Konzept der Liminalität, das Schwellenzustände in Krisen- und Übergangszeiten bezeichnet, welche aus den gewohnten Strukturen heraus und in die „Herstellung einer antistrukturellen Communitas“ (S. 33) hineinführen können. Als Beleg für die Fruchtbarkeit des Konzepts dient ihr eine Bemerkung Eugen Diederichs’ über die Zielsetzung der Tagungen, die sie als Hinweis auf die Absicht zur Kreation „liminoide[r] Situationen“ deutet: „,Was habe ich gewollt als Makler. Einen Lebensprozeß hervorrufen, der von sich aus zu Form kommt. Darum die Beteiligung der Künstler. Der Sinn des Lebens sind die schöpferischen Menschen.‘“ (Ebd.)
Die Kapitelüberschriften verdeutlichen ihre methodische Herangehensweise. Da sind „Die Gegenspieler“ Maurenbrecher und Weber, „Engagierte Beobachter“ wie Professoren und Journalisten, Otto Neurath als „Der Unbeachtete“, „Stumme Zuschauer“, zu denen Schriftsteller, Künstler und Kommentatorinnen gehören, „Starke Frauen“ wie Gertrud Bäumer und andere, „Die Tätigen“, worunter Werner Schulmänner, Seelsorger und sogenannte Praktiker zählt, „Die Wartenden“, die Freideutsche, Studenten und junge Gottsucher umfassen, sowie „Die Menschen von Morgen“, die sich vor allem auf dem jugendbewegten Pfingsttreffen 1918 zusammenfanden.
Die „Redeschlachten“ der Gegenspieler Maurenbrecher und Weber jedenfalls kreierten alles andere als liminoide Situationen, in der das schöpferische Leben wie von selbst zu einer neuen Form gefunden hätte. Diederichs, der Weber als „wertvollste Akquisition“ (S. 317) betrachtete und bei aller Sinnschöpfung auch nie seine Wertschöpfung als Verleger aus den Augen verlor, sah in ihm den leidenschaftlich-nüchternen, „kritischen Intellektuellen“, in Maurenbrecher hingegen den „rückwärtsgewandten unschöpferischen Idealisten“ (S. 85). Gesucht war der Dritte im Simmelschen Sinne, der ‚fruchtbare Typus‘. Den zu finden jedoch sollte Diederichs nicht gelingen, da der sogleich ins Auge gefasste Max Scheler seine Teilnahme umstandslos absagte.
Otto Neurath firmiert als der „Unbeachtete“, weil er in den meisten Erinnerungen an die Lauensteiner Treffen ungeachtet seiner imposanten Erscheinung überhaupt nicht erwähnt wird. Ein Hüne von einem Mann in k.u.k. Offiziersuniform, Sachverständiger in Sachen Kriegswirtschaft und in Heidelberg 1917 kumulativ habilitierter Politischer Ökonom, unterbreitete er Sozialisierungspläne zur Schaffung einer Gemeinwirtschaft, die von Tönnies’ ethisch-idealistischem Sozialismus inspiriert waren. Nach dem Krieg von Edgar Jaffé und Ernst Toller nach München in den jungen Freistaat Bayern gerufen, vermochte er sich dort im Frühjahr 1919 kurzzeitig „seinen Traum von der Schaffung eines Zentralwirtschaftsamtes“ (S. 112) zu erfüllen. Freilich zerplatzte der Traum wie eine Seifenblase nach wenigen Wochen mit der Niederschlagung der Räterepublik.
Dass seinerzeit bekannte Künstler wie Richard und Ida Dehmel oder Paul und Else Ernst neben anderen aus dem Kreis um die Zeitschrift Quadriga von Meike Werner als „Stumme Zuschauer“ adressiert werden, überrascht erst einmal. Aber in die wütenden Auseinandersetzungen von Maurenbrecher und Weber wollten sie sich nicht einmischen und offenkundig fehlte es ihnen an Gelegenheiten, einfach das Wort zu ergreifen.
Das Gleiche gilt für die teilnehmenden Frauen. Tatsächlich waren die Treffen auf Burg Lauenstein Männerveranstaltungen, die meisten der anwesenden Frauen waren als Begleitung ihrer prominenten Männer vor Ort. Den Fotos ist gleichwohl zu entnehmen, dass sie sich in den „Pausen“ lebhaft an den Gesprächen beteiligten. So zeigt ein Bild Max Weber und Ida Dehmel tief in eine Konversation (S. 125) versunken. Die Intensität des Austauschs zwischen den offiziellen Programmpunkten steht allerdings in auffälligem Kontrast zur „Passivität der gebildeten Zuhörerschaft“ (S. 132), die den Arbeiterdichter Karl Bröger so verblüfft hat. Eine Ausnahme machte nur die kämpferische Gertrud Bäumer, die neben Helene Lange wichtigste Exponentin der bürgerlichen Frauenbewegung, die auf der zweiten Tagung mit einem Redebeitrag auf Max Maurenbrecher reagierte. Aber auch „Die Tätigen“, also Praktiker wie Schulmänner und Seelsorger, blieben zwischen den Sitzungen unter sich, wie die Fotos zeigen, und ansonsten still im Hintergrund. Zu ihnen gehörten etwa der durch Friedrich Naumann politisierte Jasper Klumker, der sich für die Armenforschung einsetzte und später zu einem Begründer der Sozialpädagogik wurde, oder Hans Kampfmeyer, der sich in der Gartenstadtbewegung engagierte und auf der Pfingsttagung 1917 seine Vorstellungen einer Friedensstadt präsentierte.
Die Jugend, ebenfalls bis zur dritten Tagung eher ungeduldiges Publikum denn Akteur, ist sehnsüchtig auf der Suche nach einem Neuanfang, einem Mythos, einer Religion: „Es ist der Sprung aus der zeitlichen Linearität, der Versuch, dem differenzierenden Rationalismus der Moderne zu entkommen und Sicherheit zu finden in der Entdifferenzierung eines noch vagen ‚neuen Mythos‘, der die Gottsuche der Jungen verbindet.“ (S. 172) Erst auf der dritten Tagung an Pfingsten 1918 kommen „Die Menschen von Morgen“ selbst ausführlicher zu Wort, nachdem etliche prominente Angehörige der älteren Generation ihre Teilnahme abgesagt haben. „Nicht Max Webers Forderungen nach einem demokratischen Umbau der Gesellschaft und dem politischen Engagement der Einzelnen dafür wurde aufgegriffen, sondern das Echo der Ideen von Gustav Wyneken (Jugendkultur als Lebensideal), Leonard Nelson (‚Reform der Gesinnung‘) und Walther Rathenau (Vision von einem ‚Reich der Seele‘) sind in den zum Teil unbeholfen vorgetragenen Reden hörbar.“ (S. 194) Es scheint zu gelten: Je unbeholfener die Rede, desto größer die Sehnsucht nach einem neuen Lebenssinn, und je geringer das Artikulationsvermögen, desto höher offenkundig die Authentizität.
Webers spitzzüngiges Diktum, Eugen Diederichs Verlag sei ein „Warenhaus der Weltanschauungen“ (S. 197), oder Friedrich Meineckes spöttische Bezeichnung der Zusammenkunft als „,Geisterparlament‘“ (ebd.) waren symptomatisch für den nicht selten polemischen Ton der Auseinandersetzungen auf den Lauensteiner Tagungen. Wenig überraschend, gelang es den disparaten Teilnehmern nicht, eine gemeinsame Resolution zu verfassen. Die Frage „Wie weiter mit Deutschland?“ hatte keine einhellige Antwort gezeitigt, sondern die weltanschauliche und politische Zerrissenheit der Teilnehmer offengelegt. Das von den Zeitgenossen empfundene und von Hermann Broch so treffend benannte „,Wert-Vakuum‘“ (S. 176) blieb ungefüllt, die von Weber konstatierte „,mystische Weltflucht‘“ (ebd.) ergebnislos. Diese Defizite der Tagungen zeigt Meike Werners visuelle Mikrogeschichte überzeugend auf. Wie sich herausstellen sollte, hatten die zwecks Liminalität auf einer romantischen Burg versammelten Gäste, die Ideen für Deutschlands Zukunft entwickeln und diese in die richtigen Bahnen lenken sollten, nicht die leiseste Ahnung von den bevorstehenden Ereignissen wie Kriegsniederlage und Revolution. Alle traf der Zusammenbruch im November 1918 mehr oder weniger unvorbereitet, aber einige von ihnen wurden rasch wieder aktiv.
Ernst Toller und die weitere Geschichte Deutschlands
Hatte der Student Ernst Toller auf der Herbsttagung 1917 im Turmzimmer der Burg noch den rührenden und kitschig missglückten Versuch[6] unternommen, einen neuen Mythos zu kreieren, nahm er Kriegsniederlage und Revolution zum Anlass, sich politisch zu engagieren und die Welt beziehungsweise zunächst erst einmal Deutschland zu retten. Seine unlängst wieder aufgelegte Autobiografie Eine Jugend in Deutschland ist ein historisches Dokument ersten Ranges. Sie dokumentiert das aufregende Leben des Dichters und Revolutionärs, zeichnet ein Porträt seiner rebellischen Generation und schildert den Fortgang der Geschichte aus der Perspektive eines prominenten „Menschen von Morgen“. Eindringlich schildert Toller in seinem Lebensbericht seine Begeisterung als Kriegsfreiwilliger, die dramatische Fronterfahrung, den psychischen Zusammenbruch und schließlich die Kriegsuntauglichkeit. „Am Nullpunkt des Sinns“[7] angekommen, sucht er Orientierung auf Burg Lauenstein und wird bitter enttäuscht. „Große Worte wurden gesprochen, nichts geschah.“ (S. 74) Er lernt Kurt Eisner kennen, folgt ihm nach München, agitiert gegen den Krieg und kommt ins Militärgefängnis. Angeklagt wegen Landesverrats, besorgt seine Mutter medizinische Gutachten, die eine chronische Nervosität des Sohnes seit seiner Kindheit bestätigen sollen. Die Bemühungen tragen Toller einen Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik des berühmten Emil Kraepelin ein, der sich auf seine Weise des neuen Patienten annimmt: „,Herr‘“, fährt der alldeutsche Psychiater den vom Irrenhaus eingeschüchterten Toller an, „,wie können sie es wagen, die berechtigten Machtansprüche Deutschlands zu leugnen, dieser Krieg wird gewonnen, Deutschland braucht neuen Lebensraum, Belgien und die baltischen Provinzen, Sie sind schuld, dass Paris noch nicht erobert ist, Sie verhindern den Siegfrieden, der Feind heißt England.‘“ (S. 101) Trotz seiner Einschätzung von Toller als gefährlichem Aufrührer entlässt er ihn nach einigen Tagen, nur um ihm in seinem ärztlichen Gutachten zu bescheinigen, „er sei ‚ein Neurastheniker mit stark erhabenem Selbstgefühl‘, ein ‚schwerer Hysteriker‘, der die krankhafte Sucht hat, sich interessant zu machen‘“ (S. 298). Als die Revolution ausbricht, engagiert sich Toller in der Bayerischen Räteregierung Kurt Eisners und hält auch die Stellung, nachdem Eisner und Landauer ermordet wurden. In der Schilderung der Revolutionswirren, die aus dem Pazifisten Toller den Revolutionär Toller machen, bringt er Erfahrungen zum Ausdruck, die eine Nähe zu Max Webers „Politik als Beruf“ aufweisen: „Wer heute auf der Ebene der Politik, im Miteinander ökonomischer und menschlicher Interessen kämpfen will, muss klar wissen, das Gesetz und Folgen seines politischen Kampfes von anderen Mächten bestimmt werden als seinen guten Absichten, dass ihm oft Art der Wehr und Gegenwehr aufgezwungen werden, die er als tragisch empfinden muss, an denen er, im tiefen Sinn des Wortes, verbluten kann.“ (S. 110) Nach seiner Festnahme kommt Toller vor ein Standgericht und entgeht dem Todesurteil nur durch Fürsprachen von Thomas Mann, Carl Hauptmann, Romain Rolland und Max Weber, dessen Unterstützung Toller in seiner Autobiografie interessanterweise nicht erwähnt. Er wird zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, in der er seine berühmtesten Stücke schreiben wird. Rückblickend auf die Ereignisse von 1918/19 konstatiert Toller 1933 ernüchtert, dass die Bevölkerung in fünfzehn Jahren nichts dazugelernt hätte: Wohin man auch schaue, „überall der gleiche wahnwitzige Glaube, ein Mann, der Führer, der Cäsar, der Messias, werde kommen und Wunder tun“ (S. 219).
Tollers Lebensbericht kommt ohne jegliche Schilderung seines Privatlebens aus. Dabei hatte er Anfang 1932 Christiane Grautoff kennen- und lieben gelernt. Was für ein ungleiches und verrücktes Paar: Christiane Grautoff ist gerade einmal vierzehn, als sie Ernst Toller 1932 in Berlin kennenlernt. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 folgt sie dem vierzigjährigen Toller ins Exil, zunächst nach Zürich und Paris, dann weiter nach London und New York. Es muss eine unwahrscheinlich große Liebe gewesen sein. Denn sie, aus gutbürgerlichem Elternhaus, wenn auch mit schwieriger Sozialisation – die von ihrer Widerborstigkeit und Reizbarkeit genervten Eltern hatten sie kurzerhand vier Jahre lang in ein Kinderheim nach Frohnau abgeschoben –, hat bereits als Jugendliche eine vielversprechende Schauspielkarriere in Film und Theater hingelegt. Selbst der notorisch kritische Alfred Kerr ist hingerissen von ihrer blendenden Schönheit und ihrer herrlichen Stimme. Auch die Nazis, die sie abgrundtief verachtet, versprechen ihr, deren Äußeres dem arischen Schönheitsideal entsprach – Grauthoff war groß, blond, schlank und blauäugig –, eine großartige Karriere als Kinostar des NS-Films. Doch für ET, wie sie Toller in ihren Erinnerungen durchgängig nennt, und für die schiere Tatsache, an seiner Seite zu sein, gibt sie alles auf: Heimat, Familie und Karriere. ET ist allerdings meist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass er sich groß um Christiane kümmern würde. Doch das macht alles nichts, Hauptsache zusammen sein. Dabei verweigert ihr der unstete Revolutionär und Dichter immer wieder ihren dringlichsten Wunsch, eine neue Heimat zu finden, die Ehe und ein Kind. „Das kann ich Dir nicht antun“ hält er ihr entgegen, und denkt dabei vor allem an seine wiederkehrenden Depressionen und die Zeiterfordernisse einer Künstlerexistenz. In bescheidenem Rahmen sorgt sie wenigstens für ein bisschen Häuslichkeit in den rasch wechselnden Domizilen; sie lernt kochen, aber ET schmeckt es nicht, sie besorgt den Haushalt, den es doch gar nicht geben soll. Jede Niederlassung an einem Ort für längere Zeit empfindet ET als Anschlag auf seine Muse und als Angriff auf seine politische und literarische Existenz.
Was war das für eine Liebe? Hörigkeit, Knechtschaft, toxische Attraktion? Diese Frage mag sich Christiane in ihrer Zeit mit ET gar nicht gestellt haben. Sie liebten sich einfach und das war es. Rückblickend und in ihrer Autobiografie kommt sie dann aber doch nicht umhin, sich die Frage vorzulegen, warum sie sich einem solch unsteten Leben klaglos angeschlossen hat. Und welcher Art ihre Liebe, die unzweideutig von beiden auch uneingeschränkt als solche empfunden wurde, nun war. Am Anfang natürlich platonisch, schließlich war Christiane minderjährig. Dem aufkommenden Gerede in London begegnet ET zerknirscht und heiratet sein „Mädchen“ entgegen seiner früheren Aussagen 1935 schließlich doch. Jetzt ist sie mit gerade einmal achtzehn Jahren Frau Toller und eine Künstlergattin. Aber sie vermag ihren Mann zumeist nur dadurch zu unterstützen, dass sie ihn in Ruhe lässt. Immerhin spielt sie mal in einem seiner Stücke in London mit – und das so gut, dass das mittelprächtige Werk wenigstens dank ihr eine halbwegs glimpfliche Besprechung erfährt. Ihre im Rückblick entwickelte Liebesformel nimmt sich lapidar und schicksalhaft aus:
„Seine Augen, seine Seele hatten sich in die meine gehakt, schon vor Jahren … so war es …das mußte gelebt werden. […] Ich wollte ja nur, daß seine Augen lachten. Und er? Er wollte die Menschheit glücklich machen. Nicht einzelne, noch weniger einen. Wie könnte ich ihn aus dem Himmel seiner Menschheitsliebe zu mir bringen? Es war diese Liebe, diese echte Liebe für die Menschheit, die ihn von anderen trennte und auch von mir.“[8]
In Sanary-sur-Mer, dem Zufluchtsnest der deutschen intellektuellen Migration am Mittelmeer, kommt sie darauf zurück. „Meine Seele war in seine eingehakt, das war es, nichts weiter.“[9]
Was für eine Liebesvorstellung! Zwei Seelen, untergehakt, auf hektischer Wanderschaft durch die unruhige Welt. Das kann nicht lange gutgehen, denn Christiane wird erwachsen und ihr bescheidener Wunsch nach Haus und Kind bleibt auch nach der Hochzeit weiterhin unerhört, seine Erfüllung hätte das Wanderleben unmöglich gemacht. ET aber braucht ständig Tapetenwechsel, neue Ereignisse und eindrückliche Erlebnisse, um seine innere Muse bei Laune zu halten. Christiane jedoch ist es bald leid, ständig aus dem Koffer zu leben, überall wieder von Neuem anzufangen, Geselligkeitskreise mühsam aufzubauen, nur um sie im nächsten Augenblick für irgendein neues, aus einer willkürlichen Laune ETs heraus geborenes Ziel wieder zu verlassen. Außerdem belasten die zyklischen Schübe seiner Depression ihr Zusammensein. Verbesserungen von ETs Gemütszustand sind nie von Dauer. Geht es endlich einmal aufwärts, geht es schon bald wieder bergab. Die heitere Christiane, die das Leben liebt, kann das immer weniger verkraften, ohne selbst seelischen Schaden davonzutragen.
So kommt es, wie es kommen muss. Sie, die sich in jeden noch so ausgefallenen Plan ETs ohne Murren fügte, kann es nicht fassen, dass er New York sofort wieder Richtung Europa verlassen will, um im spanischen Bürgerkrieg an die Front zu eilen. Er glaubt mal wieder, die Welt retten zu müssen, und fühlt sich verpflichtet, gegen die Faschisten zu kämpfen. Ernüchtert notiert Christiane: „ET wollte immer an allen Fronten sein und sein Leben opfern, um die Menschheit zu retten.“[10] Er geht und sie bleibt. Das ist im Jahr 1938 das Ende einer großen Liebe. Das Schicksal hatte sie vereint, dann aber aufgrund ihrer wesensmäßigen Verschiedenheit nach einigen Jahren wieder getrennt. Finis amoris. Toller kämpft in Spanien für die Versorgung der hungernden Zivilbevölkerung, aber auch dieser, sein letzter Kampf, bleibt vergeblich. Nach dem Sieg Francos im März 1939 und der anschließenden Errichtung der faschistischen Diktatur begeht Toller, zurückgekehrt nach New York, am 22. Mai 1939 Selbstmord.
Schlussbemerkung
Die Tagungen auf Schloss Lauenstein gingen ohne greifbare Ergebnisse zu Ende und blieben ohne nennenswerte politische Impulse. Aber immerhin hatten sich Angehörige der verschiedensten gebildeten Bevölkerungsgruppen getroffen und miteinander über Deutschlands Zukunft diskutiert. Kaum einer der Teilnehmer hat das weitere Schicksal des Landes in der dann eingetretenen Form vorausgesehen. Nach Kriegsniederlage, Revolution und Gründung der von Anfang an zerrissenen Weimarer Republik blieb es schließlich dem nationalsozialistischen Deutschland vorbehalten, das Zerstörungswerk inner- und außerhalb Europas auf die Spitze zu treiben. Die Rat und Orientierung suchende junge Generation der Lauensteiner Tagungen war es, die diese schwierige Zukunft durchleiden musste. Ernst Toller, damals junger Student und angehender Dichter, ist nur eine der prominenten Figuren aus dem illustren Kreis der Tagungsteilnehmer, deren Diskussionen wir hier nachverfolgt haben. Sein politisch wie privat gleichermaßen spannendes Leben böte reichlich Stoff für eine zeitgenössische Verfilmung. Geschichte pflegt sich nicht zu wiederholen, politische Konstellationen hingegen schon. Schien lange Zeit die Demokratie auf dem Vormarsch zu sein, hat sich der Wind in den vergangenen Jahren merklich gedreht und erneut bedrohen illiberale Staaten und gewalttätige Autokratien die Freiheit und den Frieden in Europa. Insofern bietet Tollers Leben als Dichterrevolutionär ein Lehrbeispiel für die Herausforderungen, denen die junge Generation von heute begegnen muss, und womöglich auch für die Kämpfe, die sie wird führen müssen.
Fußnoten
- Werner Fuld / Albert Ostermaier (Hg.), Die Göttin und ihr Sozialist. Christiane Grautoff – ihr Leben mit Ernst Toller, Bonn 1996.
- Ernst Toller, Sämtliche Werke, kritische Ausgabe in 5 Bänden, hrsg. von Dieter Distl et al., Göttingen 2015.
- Einen gelungenen systematischen Überblick gibt Hinnerk Bruhns, Max Weber und der Erste Weltkrieg, Tübingen 2017.
- Theodor Heuß, Erinnerungen 1905–1933, Stuttgart/Hamburg 1963, S. 194. Die Lektüre der überaus lesenswerten Erinnerungen des ehemaligen Bundespräsidenten sei allen empfohlen, die mehr über die Zeit erfahren wollen.
- Marianne Weber, Max Weber. Ein Lebensbild [1926], mit einem Essay von Günther Roth, München 1989, S. 393–397.
- An diesen Versuch erinnert Josef Winkler von den Werkleuten auf Haus Nyland in einem Brief an Walter von Molo vom 19. Juli 1923. Darin beschreibt er unter anderem jenen Moment, als uns „Ernst Toller ins Jagdzimmer [einlud], um mit seinen Freunden einen neu zu gründenden Mythos zu proklamieren. Nach einer aberwitzig verworrenen, verstiegenen, hilflos lächerlichen Religionspose trat endlich peinliches Schweigen ein, bis Sie die Spannung lösten mit der ironischen Aufforderung: ‚So, nun wollen wir die Sterne betrachten – wer geht mit!‘ Damit war die Diskussion über die neue Religion geschlossen.“ Meike G. Werner, Ein Gipfel für Morgen, S. 388.
- So treffend Wolfgang Martynkewicz, 1920. Am Nullpunkt des Sinns, Berlin 2019.
- Fuld / Ostermaier (Hg.), Die Göttin und ihr Sozialist, S. 57.
- Ebd., S. 91.
- Ebd., S. 88.
Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Karsten Malowitz.
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